Buchgeschenk: Becks letzter Sommer

by Zeichensetzerin Alexa

Gewinnt ein Exem­plar von Bene­dict Wells‘ „Becks letz­ter Som­mer“, mit Wid­mung des Autors! Um an der Ver­lo­sung teil­zu­neh­men, beant­wor­tet uns bis zum 2. Juli 2014 (20:00 Uhr) hier in den Kom­men­ta­ren fol­gende Frage: „Was ist euer Lieb­lings­song und warum gerade die­ser?“ Bitte gebt auch eure E‑Mail-Adresse an, damit wir euch im Falle eines Gewinns infor­mie­ren kön­nen (die E‑Mail-Adres­sen wer­den nicht öffent­lich ange­zeigt)! Viel Glück! 

Cover © Diogenes 

„Es gibt nur ein Leben“

Wie das Leben so spie­len kann, erfährt Prot­ago­nist Beck im Roman „Becks letz­ter Som­mer“ von Bene­dict Wells. Denn eigent­lich wollte er Musi­ker wer­den und nicht Leh­rer. Als seine Musi­ker­kar­riere jedoch den Bach unter­geht, bleibt ihm nichts ande­res übrig, als einen ande­ren Job anzu­neh­men. Und als Leh­rer hat er zumin­dest einen siche­ren. Dass er tag­täg­lich lust­los zur Arbeit geht und seine Schü­ler, die alle gerade die Puber­tät durch­le­ben, ihn in den Wahn­sinn trei­ben, ist natür­lich eine andere und wohl auch nega­tive Seite. Aber wenigs­tens kann Beck seine Liebe zur Musik im Unter­richt aus­le­ben – bis er Rau­lis musi­ka­li­sches Talent entdeckt.

„Things have Chan­ged“ heißt das erste Kapi­tel, in „Becks letz­ter Som­mer“ stets als TRACK defi­niert. Die kleine Beschrei­bung dar­un­ter ver­rät bereits ein wenig über den Inhalt des ers­ten Tracks und macht defi­ni­tiv neu­gie­rig auf den wei­te­ren Ver­lauf: „Der erste Song: Über einen litaui­schen Wun­der­schü­ler, eine Lie­bes­nacht, die keine ist, und über die erste Schie­ße­rei.“ Aha, denkt man, eine Lie­bes­nacht und Schie­ße­rei also, und liest gerne wei­ter, um her­aus­zu­fin­den, was es damit auf sich hat. Mit dem Wun­der­schü­ler ist kein ande­rer als Rauli gemeint, denn die­sen lernt Beck gleich zu Beginn ken­nen und – ob er will oder nicht – sein Leben ver­än­dert sich schlagartig.

Doch wer ist die­ser Rauli? Rauli ist einer von Becks Schü­lern, kommt ursprüng­lich aus Litauen und spielt Gitarre – um es mit Becks Wor­ten zu beschrei­ben – wie ein Gott. Kaum ver­wun­der­lich, dass Beck sich dem Schü­ler annimmt, sein Talent zu för­dern beginnt und ver­sucht, ihn zum Star zu machen. Wenn Beck schon nicht als Musi­ker berühmt wer­den kann, dann viel­leicht als Mana­ger? Um Rauli als Per­son geht es dabei weni­ger als darum, was er kann und was er errei­chen könnte. Denn Beck ist klar, dass man so ein Talent nicht ver­geu­den sollte. Die Frage ist nur: will Rauli das überhaupt?

Beck jedoch fühlt sich aus sei­ner Leb­lo­sig­keit erweckt und ver­sucht wie­der den Zugang zur Musik zu fin­den: „Eine Woche spä­ter saß Beck im ‚Mac­chiato‘ und schrieb zum ers­ten Mal seit Jah­ren wie­der einen Song.“ (S.36) Das ist doch wun­der­bar!, denkt man, bis man fest­stellt, dass Beck sich mit dem, was er pro­du­ziert, nie zufrie­den gibt. Einen Song nach dem ande­ren schreibt er, aber ein Hit ist nicht dabei. Umso frus­trier­ter ist er, als er Rau­lis Melo­dien ent­deckt. Nur wenige Takte, hin­ge­schmiert auf klei­nen Zet­tel­chen, bren­nen sich sofort in Becks Gedächt­nis und sor­gen für einen Ohr­wurm, der immer mal wie­der wie aus dem Nichts her­vor­ge­kro­chen kommt. Das ist ein Hit, denkt Beck, ein wah­rer Hit. Doch Rauli, dem jeg­li­ches Selbst­be­wusst­sein fehlt, ist sich da nicht so sicher. Gewid­met hat er diese Melo­die dem Mäd­chen, in das er unsterb­lich ver­liebt ist…

Ver­liebt ist auch Beck, aber bis er begreift, was er für Lara emp­fin­det, ist sie fast über alle Berge: „Lara strich ihm, bevor sie ging, noch ein­mal wie einem klei­nen Jun­gen übers Gesicht, dann drehte sie ihm den Rücken zu. ‚Ich weiß‘, sagte sie. ‚Nur manch­mal reicht das ein­fach nicht.‘“ (S.228) Warum reicht es denn nicht, ein­fach nur zu lie­ben? Was erwar­tet Lara von ihm?

Becks bes­ter Freund heißt Char­lie, ist ein Deut­schafri­ka­ner und total aus­ge­flippt. Stän­dig behaup­tet er, er würde bald ster­ben, dabei sind die Gründe immer ver­schie­den und gut recher­chiert. Sobald Char­lie einen Schmerz im Kopf, in der Brust oder sonst wo ver­spürt, glaubt er, krank zu sein und bald ster­ben zu müs­sen. Nach­dem er sich über die Sym­ptome und Erkran­kun­gen gut infor­miert hat, erzählt er Beck davon. Nur kennt die­ser ihn bereits zu gut, um es nicht ernst zu neh­men, auch wenn Char­lie jedes Mal von neuem behaup­tet, dies­mal sei er sich da abso­lut sicher.

Irgend­wie spielt das Leben ganz anders als Beck es sich wünscht. Immer häu­fi­ger ver­fällt er in Depres­sio­nen, ist unglück­lich und unzu­frie­den. „Ich fühle mich manch­mal so leer“, sagt Beck irgend­wann. Auf sei­nem Trip von Mün­chen nach Istan­bul, den er zusam­men mit Char­lie und Rauli macht, erlebt er wie­der Höhen und Tie­fen. Er fragt sich: „Wieso selbst spie­len und sin­gen, wenn da jemand ist, der es so viel bes­ser kann?“ (S. 335) Ja, warum? Was treibt die Men­schen an, Din­gen nach­zu­ge­hen, die andere viel­leicht bes­ser kön­nen? Oder: was hält sie davon ab, wei­ter­zu­kämp­fen und noch bes­ser zu werden?

Ein wei­ser Mensch, dem Beck auf sei­ner Reise begeg­net, gibt ihm einen Rat: „[…] Jeder kennt den Spruch: Es gibt nur ein Leben. Aber nie­mand denkt dar­über nach. Also wenn Sie diese Frau lie­ben, dann fol­gen Sie ihr, egal, wohin. Und wenn Sie die Musik lie­ben, dann spie­len Sie, ganz gleich, wie erfolg­reich Sie damit sind. Der Rest kommt dann von allein.“ (S. 336) Und: „[…] Sie kön­nen noch als Acht­zig­jäh­ri­ger mit einem Lächeln nach der Gitarre grei­fen oder Ihrer Frau einen Kuss geben. Es gibt keine Gren­zen. Nicht, wenn Sie sich nicht selbst wel­che set­zen.“ (S. 337)

„Becks letz­ter Som­mer“ öff­net den Lesern die Augen und for­dert sie dazu auf, zu leben. Ein tief­sin­ni­ger Roman über die Musik, die Liebe und das Leben, mit rea­li­täts­na­hen Prot­ago­nis­ten, die man schnell ins Herz schließt, weil man ihre Geschichte, Gefühle und Gedan­ken kennt und sich gut in ihre Lage hin­ein­ver­set­zen kann.

„Becks letz­ter Som­mer“ ist Wells‘ ers­ter Roman, den er im Alter von 23 Jah­ren im Dio­ge­nes Ver­lag ver­öf­fent­lichte. 2009 wurde Wells mit dem Baye­ri­schen Kunst­för­der­preis ausgezeichnet.

Alexa

Diese Rezen­sion erschien erst­mals in der 13. Aus­gabe. In die­ser fin­det ihr außer­dem ein Inter­view mit Bene­dict Wells.

Titel: Becks letz­ter Som­mer, Autor: Bene­dict Wells, Ver­lag: Dio­ge­nes, Erschei­nungs­jahr: 2009

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7 comments

beastybabe 25. Juni 2014 - 13:44

Sun­rise Ave­nue / Hol­ly­wood Hills finde ich toll, weil es ein­fach gute Laune macht und man aus vol­lem Hals mit­sin­gen kann! 🙂
LG, Angi

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Elli 25. Juni 2014 - 20:00

Im Moment noch “Happy” von Phar­rell Wil­liams. Der Song macht ein­fach gute Laune, zau­bert mir immer ein Lächeln auf’s Gesicht und ich muss auto­ma­tisch sofort mitwippen.

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alexandraluchs 26. Juni 2014 - 8:39

Huhu,
mein liebs­tes Lied ist “Iris” von den Goo Goo Dolls, weil mir der Text eine Menge bedeu­tet und es auf mei­ner Hoch­zeit gespielt wurde 🙂
Liebe Grüße, Alex

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Annegret 26. Juni 2014 - 14:22

Mein Lieb­lings­song ist “If a pic­ture”. Es ist mehr ein Sprech­ge­sang und er erin­nert mich an meine Jugend. Es gibt ver­schie­dene Inter­pre­ten, aber ich weiß nicht mehr, wer das Ori­gi­nal gesun­gen hat.

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Nanni 28. Juni 2014 - 14:14

Nes­sun Dorma...
weil unser Vater es uns immer an den Aben­den, an denen er es zeit­lich geschafft hat, beim ins Bett brin­gen vor­ge­sun­gen hat. Ich bekomm immer noch Gän­se­haut und Trä­nen in den Augen wenn ich das Lied höre, da es ein­fach wun­der­schöne Kind­heits­er­in­ne­run­gen sind.

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Dorothea Ender 28. Juni 2014 - 17:11

Mein “Lieb­lings­song” ist : Solveigs Lied von Edu­ard Grieg! Ich finde kei­nen ver­nünf­ti­gen Grund, warum es aus­ge­rech­net die­ses Lied, das Solveig zum Abschied singt, so liebe. Ich kann nur sagen- es rührt an mein Herz !

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Bücherstadt Kurier 3. Juli 2014 - 21:39

Liebe Bücher­städ­ter,

das Los hat entschieden.
“Becks letz­ter Som­mer” (Bene­dict Wells) geht an…

Nanni!

Herz­li­chen Göückwunsch!
Unser Buch­fink flat­tert mit dem Buch zu dir los, sobald er deine Anschrift kennt.
Wir wün­schen schon ein­mal viel Freude beim Lesen!

Deine Redak­tion

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