Wir stellen vor: Heldinnen in Videospielen #Heldinnen

by Bücherstadt Kurier

Screenshots aus 5 Videospielen

Von Lara Croft, Kas­san­dra, Kena und Aloy haben wir in unse­rer The­men­wo­che „Hel­din­nen in Video­spie­len“ schon geschwärmt. Satz­hü­te­rin Pia, Zei­len­schwim­me­rin Ronja, Zei­chen­set­ze­rin Alexa und Wort­spie­ler Nico haben aber noch wei­tere pas­sende Titel in ihren Spielesammlungen.

„Beyond: Two souls“

Obwohl „Bey­ond: Two Souls“ Satz­hü­te­rin Pia als ent­schei­dungs­ba­sier­tes Spiel nicht ganz über­zeu­gen konnte, ist die fas­zi­nie­rende Geschichte und die her­aus­ra­gende Optik nichts­des­to­trotz einen Spiel­durch­lauf wert. Die Prot­ago­nis­tin Jodie (Elliot Page) und ihren unsicht­ba­ren Beglei­ter steu­ern wir sowohl durch Kin­der­tage als auch als Erwach­sene. Der Ver­lauf ist dabei nicht linear und das macht es wirk­lich span­nend und inter­es­sant. Wäh­rend der Koop-Modus aus­bau­fä­hig ist, funk­tio­niert es im Ein­zel­spie­ler­mo­dus sehr gut. Das Tempo wech­selt stark, aber „Bey­ond: two souls“ ist auch eher ein inter­ak­ti­ver Film als ein rei­nes Action-Adven­ture – die Dra­ma­tur­gie macht die geringe Her­aus­for­de­rung im Game­play wie­der wett. (sp)

Bey­ond: Two Souls. Ent­wick­ler: Quan­tic Dream. Publis­her: Sony Com­pu­ter Enter­tain­ment. 2013. Platt­for­men: Play­Sta­tion 3, Play­Sta­tion 4. Genre: Adven­ture, inter­ak­ti­ver Film. Ein­zel­spie­ler und Koop-Modus.

„Life is Strange“

Im Ori­gi­nal­spiel „Life is Strange“ und der Vor­ge­schichte „Life is Strange – Before the Storm“ sind Max(ine), Chloe und Rachel die zen­tra­len Cha­rak­tere. Alle drei sind jede auf ihre Art nor­male Teen­ager mit je eige­nen Pro­ble­men. Max ist zurück­hal­tend und künst­le­risch begabt. Chloe war nicht immer die drauf­gän­ge­ri­sche „Pro­blem­teen­age­rin“, die sie ist, wenn wir ihr zum ers­ten Mal begeg­nen. Rachel wie­derum ist beliebt und gut in der Schule, doch manch­mal kochen ihre Gefühle über.

Diese unter­schied­li­che Nor­ma­li­tät der drei Teen­age­rin­nen gefällt mir beson­ders gut. Auch wenn Max eine Super­kraft hat, wird sie nicht gleich eine Super­hel­din. Ganz im Gegen­teil: Mit den Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten, die das Spiel bie­tet, kön­nen wir Leben ret­ten – oder eine Stadt zer­stö­ren. Chloes Ent­schei­dun­gen in der Vor­ge­schichte sind zwar weni­ger weit­rei­chend, Bezie­hun­gen kön­nen wir aber einige zerstören.

Auch der neuste Teil „Life is Strange – True Colors“ bie­tet mit Alex eine weib­li­che Haupt­fi­gur. Alex ist eher zurück­hal­tend, musi­ka­lisch begabt und für aller­lei Späße zu haben. Wie es sich für „Life is Strange“ gehört, gibt es wie­der tra­gi­sche Ereig­nisse, die (je nach Ver­an­la­gung) zum Heu­len sind. Den­noch ist „True Colors“ der Teil, der mit Abstand den größ­ten Wohl­fühl­fak­tor hat. Mit ver­bes­ser­ter Gra­fik und mehr Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten bie­tet es ein schö­nes Spiel­erleb­nis. (zr)

Life is Strange. Ent­wick­ler: Dontnod Enter­tain­ment. Publis­her: Square Enix. 2015. Für Win­dows, Mac, Xbox, Play­sta­tion, Android (gespielt auf Win­dows). Adven­ture. Ein­zel­spie­ler. USK 12.

Life is Strange – Before the Storm. Ent­wick­ler: Deck Nine. Publis­her: Square Enix. 2017. Für Win­dows, Mac, Xbox, Play­sta­tion (gespielt auf Win­dows). Adven­ture. Ein­zel­spie­ler. USK 12.

Life is Strange – True Colors. Ent­wick­ler: Deck Nine. Publis­her: Square Enix. 2021. Für Win­dows, Xbox, Play­sta­tion, Nin­tendo Switch (gespielt auf Win­dows). Adven­ture. Ein­zel­spie­ler. USK 12.

„Immortals – Fenyx Rising“

Wie viele andere Spiele auch bie­tet „Immor­tals – Fenyx Rising“ die Mög­lich­keit, den Cha­rak­ter den eige­nen Vor­lie­ben anzu­pas­sen. Ob ich aber nun mit wehen­dem Zopf oder radi­ka­lem Kurz­haar­schnitt, mit eher männ­li­chem oder eher weib­li­chem Aus­se­hen durch die knall­bunte Land­schaft renne und zän­ki­schen, grie­chi­schen Gött*innen helfe, ist für die Hand­lung und die Unter­hal­tun­gen völ­lig irrele­vant. Platt blei­ben die Witze alle­mal. „Immor­tals – Fenyx Rising“ macht aller­dings Spaß und die Witze wer­den in ihrer Stumpf­heit nach einer Gewöh­nungs­phase sogar wit­zig. (zr)

Immo­rals – Fenyx Rising. Ubi­soft. 2020. Für Win­dows, Play­sta­tion, Xbox, Nin­tendo Switch (gespielt auf Win­dows). Action-Adven­ture. Ein­zel­spie­ler. USK 12.

„Lost Words: Beyond the Page“

„Lost Words: Bey­ond the Page“ erzählt im Grunde zwei Geschich­ten. Eine spielt in der Rea­li­tät und han­delt von Izzy, einem Mäd­chen, das Schrift­stel­le­rin wer­den will. In Form von Tage­buch­ein­trä­gen erfah­ren wir mehr über ihren All­tag, den Ver­lauf der Krank­heit ihrer Groß­mutter und damit ver­bun­dene Sor­gen und Ängste, aber auch schöne Erin­ne­run­gen an Gesprä­che und Erleb­nisse mit ihr. Izzys Geschichte erspie­len wir uns, indem wir die Spiel­fi­gur über die Tage­buch­sei­ten füh­ren, auf Zei­len, Wör­ter und Bild­ele­mente sprin­gen. Mit dem Schrei­ben kann Izzy ihre Gedan­ken sor­tie­ren und ihre Gefühle ver­ar­bei­ten. Und so kom­men wir zur zwei­ten Geschichte: Izzy erfin­det eine viel­fäl­tige Welt namens Esto­ria, in der eine Hel­din Aben­teuer erlebt und sich mit­hilfe von magi­schen Wör­tern Gefah­ren und Her­aus­for­de­run­gen stellt.

Als Spieler*innen wech­seln wir immer wie­der zwi­schen die­sen zwei Geschich­ten und sehen bald die Par­al­le­len: Esto­ria hilft Izzy bei der Trau­er­be­wäl­ti­gung. Neben der Erzähl­struk­tur, der abwechs­lungs­rei­chen Spiel­me­cha­nik und sehr anspre­chen­den Aqua­rell-Ästhe­tik liegt die größte Stärke die­ses Spiels darin, Gefühle zu trans­por­tie­ren. Wir erle­ben mit Izzy die unter­schied­li­chen Pha­sen des Trau­erns, erhal­ten Ein­bli­cke in ein kom­ple­xes Gefühls­le­ben – und fin­den am Ende mög­li­cher­weise sogar selbst ein wenig Trost. (za)

Lost Words: Bey­ond the Page. Ent­wick­ler: Sketch­book Games, Fourth State, Fourth State Limi­ted. Publis­her: Sketch­book Games, Modus Games, Maxi­mum Games. 2020. Platt­for­men: Nin­tendo Switch, Play­Sta­tion 4, Xbox One, Google Sta­dia, Micro­soft Win­dows. Genre: Jump ’n’ Run, Adven­ture, Puz­zle­spiel, Indie Game, Casual Game. Ein­zel­spie­ler. USK 6.

Screenshot aus Lost Words

„Lost in Random“

Wie wäre es, wenn ein Wür­fel den Rest des Lebens ent­schei­det? Bei einer Eins ein Leben in tota­ler Armut, bei einer Sechs ein Luxus­le­ben im Palast der Köni­gin. So ist es in dem Spiel „Lost in Ran­dom“. Zum zwölf­ten Geburts­tag bekommt man die Ehre, mit dem mys­te­riö­sen schwar­zen Wür­fel der Köni­gin sein Schick­sal in Ran­dom zu entscheiden.

Das Geschwis­ter­paar Even und Odd, beide durch den Schick­sals­wurf ihrer Eltern in One­croft auf­ge­wach­sen, wer­den an Odds zwölf­tem Geburts­tag getrennt, als sie eine Sechs wür­felt und fortan im Palast der Köni­gin leben muss. Doch nach einem Jahr erhält Even ein Signal, wel­ches sie so deu­tet, dass sie ihrer Schwes­ter zur Hilfe kom­men soll. Sie folgt ihrer Ein­ge­bung und lan­det im Tal der Wür­fel, in dem sie etwas fin­det, was die Köni­gin vor allen Bewohner*innen Ran­doms ver­steckt hal­ten wollte: Ein leben­di­ger Wür­fel, mit dem die Zeit und Umge­bung ver­än­dert wer­den kann. Mit dem Wür­fel an ihrer Seite ver­sucht sie die dunk­len Geheim­nisse um die Köni­gin zu lüf­ten und ihre Schwes­ter wie­der­zu­fin­den. (wn)

Lost in Ran­dom. Zoink! Elec­tro­nic Arts. 2021. Für Win­dows, Play­sta­tion, Xbox, Nin­tendo Switch (gespielt auf Win­dows). Action-Adven­ture. Ein­zel­spie­ler. USK 12.

Screenshot aus Lost in Random

Ein Bei­trag zur The­men­reihe „Hel­din­nen in Video­spie­len“. Vom 7. bis zum 13. Novem­ber 2022 stel­len wir euch in der Spiel­straße Spiele mit weib­li­chen Haupt­rol­len vor. Hier wer­den alle Bei­träge gesam­melt. Wir wün­schen allen viel Freude beim Lesen und sind gespannt auf eure Kommentare!

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