Wie zerstöre ich einen Todesstern?

von | 25.12.2016 | Filme, Filmtheater

Mit „Rogue One: A Star Wars Story“ kommt das erste Spin-Off der Marke Star Wars, welche seit 2012 in den Händen von Disney ist, auf die große Leinwand. Es soll eine erzählerische Lücke füllen, nämlich die, wie die Rebellen an die Pläne für den Todesstern gekommen sind. Ausgewählt wurde Godzilla-Regisseur Gareth Edwards, um diesen Kriegs-/Heistfilm zu inszenieren. Geschichtenerzähler Adrian hat sich den Film angeschaut und verrät, wie viel Star Wars in „Rogue One“ steckt.

Als kleines Kind muss Jyn Erso mit ansehen wie ihre Mutter vom Imperium getötet und ihr Vater Galen (Hannibal-Darsteller Mads Mikkelsen) mitgenommen wird. Der ehemalige Waffenbauer soll für das Imperium eine geheime Waffe fertigbauen: Den Todesstern. Mit etwas Glück überlebt Jyn den Angriff, indem sie sich in einem kleinen Bunker versteckt, wo sie vom Rebellen Saw Garrera gefunden wird.

Einige Jahre später treffen wir Jyn (Felicity Jones) als Gefangene des Imperiums wieder, welche gerade in ein Arbeitslager transportiert wird. Dieser Transport wird von einer Gruppe Rebellen überfallen, welche Jyn befreien, da sie diese als Kontaktperson für Saw Garrera brauchen. Der wird mittlerweile selbst von den Rebellen als Hard-Liner und Terroristen geächtet und gefürchtet. Dieser soll eine wichtige Nachricht von Jyns Vater haben. Nach kurzem Widerstand und versuchter Flucht, wird sie vom umprogrammierten Imperiums-Droiden K-2SO gefangen.
Anfangs etwas widerwillig macht sich Jyn zusammen mit dem Rebellen Cassian Andor (Diego Luna) und K-2SO auf zum Wüstenmond Jedha, wo sich Saw Garrera aufhalten soll. Dort angekommen geraten sie recht schnell in einen Überfall auf einen imperialen Frachttransport durch Saws Rebellengruppe. Es kommt zu einem Häuserkampf, bei dem keine Rücksicht auf Kollateralschäden genommen wird; auch nicht unter der Bevölkerung.

Mit Hilfe des ungleichen Duos Chirrut Îmwe, einem blinden, ehemaligen Wächter des Jedi-Tempels von Jedha und dem Attentäter Baze Malbus, finden sie schließlich Garrera und auch die erwähnte Nachricht.
Doch die Wiedersehensfreude zwischen Jyn und Saw dauert nicht lange an, denn mithilfe des Todessterns zerstört das Imperium die heilige Stadt Jedha. Zudem droht die Schockwelle auch das etwas abgelegene Rebellenlager von Saw zu vernichten, doch bevor dies geschieht, können Jyn, Cassian, Chirrut, Baze und der desertierte Pilot Bohdi Rook, welcher die Nachricht an Saw überbracht hat, durch die Hilfe von K-2SO von dem Mond fliehen. Sie wissen nun Bescheid über die Pläne des Todessterns und eine geheime Schwachstelle, welche Galen Erso dort eingebaut hat.

Ein echter Bürgerkrieg

Wer in „Rogue One“ Jedis und Lichtwertkämpfe erwartet, wird enttäuscht werden, denn hier wird eine andere Geschichte erzählt. Hier geht es nicht um den Kampf von wenigen, sondern um den eines ganzen Universums. Was schon im Film „Das Imperium schlägt zurück“ in der Schlacht auf dem Eisplaneten Hoth angedeutet wird, erhält hier fast schon seine Perfektion.
Allein die Kampfszene in der heiligen Stadt Jedha zeigt, was dieser Krieg zwischen Imperium und Rebellen in der Bevölkerung anrichtet. Es wird keine Rücksicht auf Opfer genommen; es geht um das Ziel, die jeweils andere Partei zu vernichten. „Rogue One“ zeigt die Kaltblütigkeit beider Seiten; Schwarz-Weiß gibt es nicht.

Alter Charme in locker

Wer mit den Marvel-Filmen vertraut ist, wird schnell den Einfluss von Disney in dem Film sehen. Sie gehen gerne einen schmalen Grad zwischen Ernsthaftigkeit und Situationskomik. Jedoch schaffen sie es, diesen Grad zu halten, ohne ins Lächerliche abzudriften. Der Ernst der Thematik bleibt erhalten – es geht schließlich immer noch um Krieg. Wobei er trotz Anleihen kein Film wie „Der Soldat James Ryan“ ist.
Mit dem Humor erinnert „Rogue One“ stark an die Klassiker von Lucas-Freund Steven Spielberg, wie er etwa in den Indianer Jones Filmen begeisterte. Besonders der Droide K-2SO und das Zusammenspiel von Chirrut und Baze sorgen hier und dort immer wieder für breites Schmunzeln und lautes Lachen.
Dabei verliert sich der Film nicht zu sehr in einem neuen Universum, denn er bleibt dem alten treu. Schließlich soll er die Brücke zwischen Episode drei und vier schlagen, was ihm gut gelingt. Zusammen mit bekannten Gesichtern versprüht „Rogue One“ den Charme der alten Filme, zeigt aber auch, dass es als eigenständiger Film funktioniert. Auch der Auftritt von Darth Vader verkommt nicht zum puren Fan-Service, sondern ist eine Bereicherung für den Erzählfluss.

Mein Fazit

All das Bangen und die Angst, die Nachdrehs könnten den Film kaputt gemacht haben, sind komplett unbegründet. Disney hat wieder mal gezeigt, dass die Marke Star Wars bei ihnen in guten Händen ist. „Rogue One: A Star Wars Story“ ist ein gelungener Film, der Neueinsteiger sowie Nostalgiker gleichermaßen begeistern kann. Der Film zeigt mehr vom Universum und vergrößert den gezeigten Konflikt zwischen Rebellen und Imperium, von den Kämpfen der Jedi zu einem nachvollziehbaren Bürgerkrieg.
Obwohl keinerlei Blut zu sehen ist, werden dennoch Kriegshandlungen nachgestellt, welche an reale Ereignisse angelehnt sind. Zudem muss ich durch die Darstellung von Gräueltaten, der FSK (ab 12 Jahren) hier etwas widersprechen und eher eine Altersempfehlung von 16 Jahren aussprechen.

Rogue One: A Star Wars Story. Regie: Gareth Edwards. Drehbuch: Chris Weitz, Tony Gilroy, etc. Musik: Michael Giacchino. Darsteller: Felicity Jones, Diego Luna, Mads Mikkelsen, Donni Yen, uvm. Studio: Walt Disney Company. Erschienen: 15.12.2016.

Bücherstadt Kurier

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