Wie erklärt man die Seele?

by Zeichensetzerin Alexa

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, was die „Seele“ ist? Wel­che Ant­wor­ten habt ihr dar­auf gefun­den? In ihrem Werk „Und dann platzt der Kopf“ lässt Chris­tina Röckl Kin­der spre­chen und die Seele erklären.

„Seele lebt im Mond, Seele lebt bei uns“, ist einer von vie­len Kin­der­ge­dan­ken. Wie abs­trakt der Begriff „Seele“ ist, zei­gen die viel­fäl­ti­gen Ant­wor­ten, die Kin­der geben. Ihre Krea­ti­vi­tät scheint keine Gren­zen zu haben: „Abends fliegt die Seele aus einem raus und des­halb schläft man auch ein, man ist wie tot, stirbt aber nicht.“ Mal geht es um die Funk­tion der Seele, mal darum, wo man sie fin­det; bei­spiels­weise im Ske­lett oder unter der Haut. Die Aus­sa­gen, die aus zwölf Gesprä­chen mit Grund­schul- und Kin­der­gar­ten­kin­dern ent­stan­den sind, bestehen meist aus kur­zen Sät­zen. Man­che Sei­ten beinhal­ten einen Satz, inte­griert in ein (bun­tes) Bild, andere sind so gestal­tet, dass ein­zig der Text eine ein­far­bige Seite oder Dop­pel­seite füllt.

„Man kann die Seele nicht ein­fach aus­tau­schen“, heißt es an einer Stelle. Die Seele scheint also etwas völ­lig Indi­vi­du­el­les zu sein. Und wenn man stirbt? Auch dafür fin­den die Kin­der eine Ant­wort: „Wenn ein Mensch gestor­ben ist, dann gehen die See­len aufs Level Null. […] Und dann wer­den sie zu staub. Und dann ent­steht was Neues.“ Seele ist etwas Außer­ge­wöhn­li­ches, Unbe­greif­li­ches – Unbe­greif­li­ches? Wohl kaum für Kin­der. Denn betrach­tet man die­ses Buch, wer­den so krea­tive Ant­wor­ten gebo­ten, dass der Ein­druck ent­steht, sie seien Experten.

Neben den anre­gen­den, teils wit­zi­gen Gedan­ken wird die Beson­der­heit die­ses Buches mit Bil­dern ver­stärkt: Die Illus­tra­tio­nen pas­sen nicht nur zum Text, son­dern auch zur kind­li­chen Gedan­ken- und Lebens­welt. Damit bie­tet sich „Und dann platzt der Kopf“ sowohl im pri­va­ten als auch päd­ago­gi­schen Bereich als Anre­gung zum Phi­lo­so­phie­ren mit Kin­dern an. Wel­che Ant­wor­ten wür­den wohl eure (Enkel-)Kinder geben? Und wie könn­ten eure eige­nen lau­ten? Was die­ses Buch auf krea­tive Weise zeigt: Fal­sche Ant­wor­ten gibt es nicht.

Zei­chen­set­ze­rin Alexa

Und dann platzt der Kopf. Chris­tina Röckl. Kunst­an­stif­ter Ver­lag. 2014. Preis­trä­ger des Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­prei­ses 2015 in der Kate­go­rie „Sach­buch“.

Ein Bei­trag zum Spe­cial #phi­lo­so­phie­stadt. Hier fin­det ihr alle Beiträge.

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