Verrat, Intrige, Lüge

von | 28.02.2016 | Belletristik, Buchpranger

Auf geht es mit Sebastian de Castell in das dritte Abenteuer rund um Falcio val Mond, dem ersten Kantor der Greatcoats. Mit „Sturmbogen“ und auf rund 350 Seiten dürfen wir alte Bekannte wiedersehen. Kest, den Heiligen der Schwerter, Brasti, den großschnauzigen Bogenschützen, sowie die gefallene Prinzessin Valiana val Mond und eine Hand voll anderer Helden, die sich in den letzten beiden Büchern in unsere Herzen geschlichen haben.

SturmbogenEs geht dort weiter, wo uns Sebastian de Castell im vorigen Teil stehen gelassen hat: Falcio wurde vergiftet und seine Tage sind gezählt. Einzig die für die Greatcoats entwickelten Zaubermittelchen von dem königlichen Apotheker verschaffen ihm Gnadenfristen. Und dennoch sind sie hinter den Rittern her, die glauben für Gerechtigkeit unterwegs zu sein. Schwarze Ritter ohne Herzog und ohne Treue.
Diese Hürde ist schnell genommen und wird genauso kreativ gelöst, wie wir es erwarten. Wer sich an die letzten Rezensionen erinnern kann, darf sich gerne an die von mir gelobte Kreativität zurückerinnern. Genau diese hat der Autor nicht verloren und packt sie bei jeder erdenklichen Gelegenheit erneut auf den Tisch. Wie Falcio die Situationen bedenkt, wie man mitleidet und fühlt. Wie man die Erkenntnisse erst kurz vor dem Protagonisten erlangt, ist fast schon gruselig und macht Freude zu lesen. Nebenbei sei anzumerken, dass diese Kreativität natürlich erst durch einen guten Übersetzer zum Tragen kommt.

Da ich jüngst durch eine eher neutrale Rezension auf Andreas Decker aufmerksam geworden bin, komme ich an diesem Punkt nicht darum herum, auch ein Kompliment für die getreue und detailverliebte Übersetzung der doch recht anspruchsvollen Werke von Sebastian de Castell auszusprechen. Durch Deckers Hilfe laufen wir mit Falcio val Mond durch eine detailverliebte Welt voller eigenen Ideen und fühlen uns so sehr in diese hineinversetzt, bis hin zu einem Punkt, wo man den Kopf schüttelt.
Gnadenlos wird geschildert, wie Folter und Qual aussehen können, was förmlich nach Zensur schreit. Für meine Spur ein wenig zu hart und vor allem unnötig, wenn man mit so viel Talent glänzt und in so einem Team agiert.

Diungo

Greatcoats: Sturmbogen. Sebastian de Castell. Übersetzer: Andreas Decker. Piper. 2015.

Bücherstadt Kurier

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