Tomb Raider Anfang der 2000er Jahre Tomb Raider | #Heldinnen

by Geschichtenzeichnerin Celina

Screenshot Tomb Raider The Dagger of XianNach dem Flop des Spiels „Tomb Rai­der: The Angel of Darkness“ (2003) von Core Design brachte Crys­tal Dyna­mics sei­nen Nach­fol­ger „Tomb Rai­der: Legend“ (2006) her­aus, der sich bis heute sehen las­sen kann. Geschich­ten­zeich­ne­rin Celina hat die Spiele die­ser Ära von 2006–2008 noch ein­mal gespielt und schwelgt in Erinnerungen.

In die­ser Spiele-Ära tritt Lara Croft wei­ter­hin als taffe Aben­teue­rin und Archäo­lo­gin in Erschei­nung. Gene­rell wir­ken die Spiel­wel­ten nun weit­aus rea­ler als seine Vor­gän­ger. Dazu tra­gen eine bes­sere Gra­fik sowie auf­wen­dige Licht- und Par­ti­kel­ef­fekte bei. Auch Ani­ma­tio­nen und Bewe­gungs­ab­läufe sind flüs­si­ger und genauer, sodass zum Bei­spiel Sprung­pas­sa­gen bes­ser gemeis­tert wer­den kön­nen. Auf­fäl­lig ist, dass bei die­ser Ära die Action mehr betont wird als bei den Vor­gän­gern. In den alten Spie­len waren die Rät­sel und die Weg­fin­dung vordergründiger.

„Tomb Raider: Legend“

In die­sem Teil war es nun mög­lich mehr Dia­loge ein­zu­bin­den, in denen auch Lara grö­ßere Rede­an­teile erhält. Sie spricht nicht mehr nur in Zwi­schen­se­quen­zen, son­dern im Spiel über Funk mit Zip, ihrem Tech­nik­spe­zia­list, und Alis­ter Flet­cher, ihrem For­schungs­as­sis­ten­ten. Mit die­sen Cha­rak­te­ren steht Lara auf ihren Rei­sen im Kon­takt, um unter ande­rem Ver­schie­de­nes von ihnen recher­chie­ren zu lassen.

Wei­ter­hin wird hier nicht nur eine Legende mit­ein­be­zo­gen, in die­sem Fall die Artus Sage, son­dern ebenso Laras Ver­gan­gen­heit ein­ge­ar­bei­tet. Es wird von Laras Mut­ter und einem tra­gi­schen Ereig­nis berich­tet, das zu ihrem mys­te­riö­sen Ver­schwin­den führte. Die­ses steht im direk­ten Zusam­men­hang mit Laras Aben­teuer, bezie­hungs­weise der Suche nach dem Artus-Schwert.

Bei die­sem Spiel ist deut­lich erkenn­bar, dass bes­sere tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung stan­den. Dar­über hin­aus wurde die Steue­rung gänz­lich über­ar­bei­tet und die Spiel­me­cha­ni­ken ausgebaut.

Die Maus ist nun mit in die Steue­rung inte­griert. Mit ihr wird bei­spiels­weise die Kamera gesteu­ert. Auch die Tas­ten­be­le­gung der PC-Ver­sion ist gänz­lich ande­res als bei den Vor­gän­gern. Ganz neu ist der Ein­satz eines Magnet­ha­kens, mit dem sich Lara über Abgründe schwin­gen kann, und Quick-Time-Events. Wei­ter­hin gibt es Schätze (Arte­fakte), die Lara in den Leveln ein­sam­meln kann. Diese schal­ten Out­fits, Zwi­schen­se­quen­zen oder Cheats frei.

Remake(s)

2007 brachte Crys­tal Dyna­mics unter dem Namen „Tomb Rai­der: Anni­ver­s­ary“ das erste Spiel der Tomb Rai­der-Reihe als moder­ni­sier­tes Remake her­aus. Im Spiel wird die­selbe Geschichte erzählt. Dar­über hin­aus wurde die erfolg­rei­che Steue­rung aus „Legend“ über­nom­men und erwei­terte Spiele­me­cha­ni­ken, wie neue Rät­sel­pas­sa­gen, hin­zu­ge­fügt. Aller­dings ist das Spiel weit­aus schwie­ri­ger zu spie­len als „Legend“, da die Steue­rung teils nicht so flüs­sig läuft und mehr Bugs auf­tre­ten. Zudem wurde die Kampf­me­cha­nik des Adre­na­lin-Kopf­schus­ses hin­zu­ge­fügt, mit dem man in Zeit­lupe den Geg­ner per Head-Shot aus­schal­ten kann. Wenn man diese Tech­nik nicht beherrscht, kommt man im Spiel nicht weiter.

Ein Remake des ers­ten Teils wollte schon Core Design – die Ent­wick­ler der Tomb Rai­der Spiele 1996–2003 – her­aus­brin­gen. Aller­dings wurde die­ses nie fer­tig­ge­stellt, geschweige denn ver­öf­fent­licht. Heut­zu­tage kann man trotz­dem einen Blick in die „Tomb Rai­der 10th Anni­ver­s­ary Edi­tion“ wer­fen. Im direk­ten Ver­gleich fällt auf, wie unter­schied­lich das Design der Spiel­welt aus­fällt und dass die Core Design-Ver­sion näher am Ori­gi­nal gewe­sen wäre.

Mit „Tomb Rai­der: The Dag­ger of Xian“ star­tete 2017 ein Fan-Pro­jekt, in dem der zweite Tomb Rai­der-Teil als Remake im Anni­ver­s­ary-Stil über­ar­bei­tet wer­den sollte – also glei­che Geschichte nur moder­ner und mit neuer Spiel­me­cha­nik. Bis heute ist aller­dings nur eine Demo vor­han­den, was sehr schade ist. Sowohl die Gra­fik, durch die Unreal Engine 4, als auch die Steue­rung sind gelun­gen und machen Lust auf mehr.

Cover Tomb Raider 2006-2008„Tomb Raider: Underworld“

Auch mit dem Nach­fol­ger von 2008 konnte Crys­tal Dyna­mics nicht mehr an sei­nen Erfolg von 2006 anknüp­fen. Es ist ebenso wie „Legend“ beein­dru­ckend gestal­tet und die Atmo­sphä­ren der ein­zel­nen Levels kön­nen sich sehen las­sen. Den­noch gibt es hier und da Bugs und die Steue­rung hakt ab und zu.

In einem Spiel­durch­gang war es mir kurz vor Ende sogar nicht mög­lich, das Spiel zu Ende zu spie­len, da ich an eine Stelle gelangte, von der ich nicht mehr dahin zurück­konnte, wo es eigent­lich wei­ter ging. Die Bugs las­sen sich mög­li­cher­weise auf die kurze Ent­wick­lungs­zeit zurück­füh­ren, denn immer­hin lag nur circa ein Jahr zwi­schen den Erschei­nungs­ter­mi­nen der Spiele.

Wit­zig ist im Nach­hin­ein, dass die drei Spiele drei ver­schie­den alte Lara Crofts dar­stel­len. In „Anni­ver­s­ary“ ist sie am jüngs­ten und in „Under­world“ am ältes­ten. Gene­rell wurde ver­sucht zwi­schen den Tei­len geschicht­li­che Brü­cken zu schla­gen. So begeg­net Lara in „Anni­ver­s­ary“ das erste Mal Natla, in „Legend“ Amanda und in „Under­world“ muss sie sich mit bei­den Gegen­spie­le­rin­nen aus­ein­an­der­setz­ten. Schade ist, dass es in „Under­world“ kei­nen End­boss-Kampf gibt. Die­ser wird nur in einer Zwi­schen­se­quenz gezeigt.

Die Tomb Rai­der-Spiele die­ser Ära präg­ten zu ihrer Zeit viele Jugend­li­che. Sie gaben den Spie­len­den mit Lara Croft bis heute eine Hel­din, die selbst­be­wusst auf­tritt, weiß was sie will und vor kaum etwas zurück­schreckt. Lara ist eine Ikone der Video­spiel­ge­schichte und es bleibt gespannt abzu­war­ten, wel­che wei­te­ren Aben­teuer sie zukünf­tig zu meis­tern hat.

Tomb Rai­der: Legend. Ent­wick­ler: Crys­tal Dyna­mics. Publis­her: Eidos Inter­ac­tive. 2006. Gespielt auf PC und PS3. Action-Adven­ture. USK 16.

Tomb Rai­der: Anni­ver­s­ary. Ent­wick­ler: Crys­tal Dyna­mics. Publis­her: Eidos Inter­ac­tive. 2007. Gespielt auf PC und PS3. Action-Adven­ture. USK 12.

Tomb Rai­der: Under­world. Ent­wick­ler: Crys­tal Dyna­mics. Publis­her: Eidos Inter­ac­tive. 2008. Gespielt auf PC und PS3. Action-Adven­ture. USK 12.

Ein Bei­trag zur The­men­reihe „Hel­din­nen in Video­spie­len“. Vom 7. bis zum 13. Novem­ber 2022 stel­len wir euch in der Spiel­straße Spiele mit weib­li­chen Haupt­rol­len vor. Hier wer­den alle Bei­träge gesam­melt. Wir wün­schen allen viel Freude beim Lesen und sind gespannt auf eure Kommentare!

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