Tierisch coole Bilderbücher

by Worteweberin Annika

drei BilderbuchcoverTiere sind immer wie­der die Held*innen in fabel­haf­ten Bil­der­bü­chern – immer­hin sind sie bei Groß und Klein sehr beliebt. Worte­we­be­rin Annika stellt drei Bücher zum Vor­le­sen vor, die tie­risch Laune machen.

Das liebe Krokodil

Leo Tim­mers liebe ich, seit ich in der Stadt­bi­blio­thek das affen­starke Bil­der­buch „Das rasante Buch“ ent­deckt habe. Auch sein neues Papp­bil­der­buch „Das liebe Kro­ko­dil“ über­zeugt durch lus­tige, aus­drucks­starke Illus­tra­tio­nen im Tim­mers-Stil: Die dar­ge­stell­ten Tiere haben große, kuge­lige Augen und die Bil­der sind durch gerade Linien und Dia­go­na­len struk­tu­riert. Die Geschichte ist ein klei­ner Mut­ma­cher, denn sie zeigt, dass man zusam­men am stärks­ten ist. Nach­ein­an­der suchen die Maus, das War­zen­schwein, die Anti­lope und das Nas­horn Hilfe beim lie­ben Kro­ko­dil. Wenn das näm­lich „Grrrrrrrrr!“ ruft, schlägt es alle Fress­feinde in die Flucht. Aller­dings kann es alleine irgend­wann doch nichts mehr aus­rich­ten … Zum Glück arbei­ten die Tiere in Manier der Bre­mer Stadt­mu­si­kan­ten zusammen.

Der Text besteht nur aus der wört­li­chen Rede der Tiere, so dass ich beim Vor­le­sen für mei­nen Zwei­jäh­ri­gen zusätz­li­che Ergän­zun­gen und Erklä­run­gen hin­zu­füge. Warum brau­chen die Tiere Hilfe? Wer sagt hier eigent­lich was? Warum erschre­cken sich die Tiere am Ende? Das ani­miert dazu, nicht bloß vor­zu­le­sen, son­dern tat­säch­lich in ein Gespräch über die Hand­lung zu kom­men. Gleich­zei­tig brau­chen Kin­der so mög­li­cher­weise ein paar mehr Lese-Durch­gänge, um mit der Geschichte warm zu wer­den. Es lohnt sich!

Das liebe Kro­ko­dil. Leo Tim­mers. Über­set­zung: Rolf Erdorf. Ara­cari Ver­lag. 2022. Ab 2 Jahren.

Gute Nacht, Gorilla

Eines der tolls­ten Bil­der­bü­cher zum Ein­schla­fen, das ich kenne, ist „Gute Nacht, Gorilla“ von Peggy Rath­mann. Die­ses Papp­bil­der­buch kommt fast kom­plett ohne Worte aus und erzählt doch so nach­voll­zieh­bar und lus­tig! Der Gorilla sti­bitzt näm­lich eines Abends den Schlüs­sel von Zoo­wär­ter Joe – und lässt auch seine Freunde aus ihren Gehe­gen. Gorilla, Maus, Löwe, Giraffe, Ele­fant, Gür­tel­tier und Hyäne wol­len viel lie­ber bei Joe zu Hause über­nach­ten. Doch sie alle rufen unbe­dacht „Gute Nacht!“, als das Licht aus­geht. Und jetzt?

Peggy Rath­manns Illus­tra­tio­nen sind durch die Farb­wahl (es gibt viele Lila‑, Gelb- und Grün-Töne) etwas alt­ba­cken, aber sie spre­chen Kin­der direkt an. Durch die Mimik der Figu­ren ist die Geschichte klar ver­ständ­lich. Natür­lich lädt auch die lus­tige und durch­aus span­nende Hand­lung dazu ein, selbst zu erzäh­len. Und das sich stets wie­der­ho­lende „Gute Nacht!“ kön­nen Kin­der schon früh ergän­zen, so dass sich das Buch deut­lich vor den vom Ver­lag emp­foh­le­nen 3 Jah­ren bewährt.

Wahr­schein­lich kom­men in jeder Fami­lie, wie bei uns zu Hause, schnell wei­tere Geräu­sche, Sätze oder Wör­ter hinzu, die die Kin­der mit­spre­chen kön­nen. (Bei uns wird zum Bei­spiel immer das Geräusch des Schlüs­sels nach­ge­ahmt.) So wird „Gute Nacht, Gorilla“ zu einem tol­len dia­lo­gi­schen Vor­le­se­er­leb­nis, das amü­sant auf die Nacht einstimmt.

Gute Nacht, Gorilla. Peggy Rath­mann. Moritz Ver­lag. 2006. BK-Alters­emp­feh­lung: Ab 18 Monaten.

Braver Hund! Freche Katze!

Auto­ma­tisch ver­bin­det man doch mit bestimm­ten Tie­ren auch Eigen­schaf­ten: Zie­gen sind bockig, Del­fine sind ver­spielt, Amei­sen emsig und Hunde brav … Ob da nun etwas dran ist, sei mal dahin­ge­stellt, aber zumin­dest sind diese Cha­rak­tere der Aus­gangs­punkt, von dem Bette Wes­tera und Mies van Hout im Bil­der­buch „Bra­ver Hund! Fre­che Katze!“ zum Gespräch über Gegen­sätze und Eigen­schaf­ten ein­la­den. Auf jeder Dop­pel­seite wer­den zwei Tiere gegen­über­ge­stellt, die sich oft zwar ähneln, aber ganz unter­schied­lich ticken: die gefähr­li­che Schlange und der harm­lose Regen­wurm zum Bei­spiel. Die Cha­rak­tere wer­den in tol­len Illus­tra­tio­nen von Mies van Hout dar­ge­stellt. Anhand der Mimik kön­nen Kin­der die Eigen­schaf­ten der Tiere gut selbst deu­ten und die Ein­zig­ar­tig­keit der ver­schie­de­nen Arten wird deut­lich. Die Reime von Bette Wes­tera sind dazu eine pas­sende Ergän­zung. Sie gehen in der Über­set­zung von Eva Schwei­kart locker und flüs­sig über die Lip­pen und ani­mie­ren dazu, beim Vor­le­sen mit der Stimme, dem Tempo und der Laut­stärke zu spie­len. Daher macht die­ses Bil­der­buch Vorleser*innen Spaß und kann Kin­der ab dem drit­ten Geburts­tag oder auch schon viel frü­her begeistern.

Bra­ver Hund! Fre­che Katze! Text: Bette Wes­tera. Illus­tra­tion: Mies van Hout. Über­set­zung: Eva Schwei­kart. Ara­cari Ver­lag. 2022. BK-Alters­emp­feh­lung: Ab 3 Jah­ren oder früher.

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