Tiere im Schnee: Bilderbücher zur Winterzeit #litadvent

by Bücherstadt Kurier

Der Winter des EichhörnchensSei­ten­tän­ze­rin Michelle-Denise und Zei­chen­set­ze­rin Alexa sind den Spu­ren im Schnee gefolgt, um Eich­hörn­chen und Kanin­chen bei ihren Tätig­kei­ten zu beobachten. 

„Der Winter des Eichhörnchens“

Von klein auf ler­nen Eich­hörn­chen, dass sie im Herbst Nüsse sam­meln müs­sen, um einen Win­ter­vor­rat anzu­le­gen. In jun­gen Jah­ren ist diese Auf­gabe für das Eich­hörn­chen eine Leich­tig­keit. Tau­sende Nüsse wer­den gesam­melt und ver­steckt. Aber je älter das Eich­hörn­chen wird, desto schwe­rer tut es sich damit, die ver­steck­ten Win­ter­vor­räte wie­der­zu­fin­den. Das lässt das kleine Tier an sich zwei­feln und trau­rig werden.

„Der Win­ter des Eich­hörn­chens“ befasst sich behut­sam mit dem Thema Demenz. Die Frus­tra­tion des altern­den Eich­hörn­chens, das von Jahr zu Jahr weni­ger Nüsse wie­der­fin­det, wird durch die immer dunk­ler wer­dende Umge­bung ver­stärkt. Es wird dadurch eine düs­tere Stim­mung erzeugt, die mir zunächst gar nicht zusagte. Erst ein Gespräch zwi­schen dem Hasel­nuss­strauch und dem Hasel­nuss­baum über die Not­wen­dig­keit des Ver­ges­sens ließ ver­ste­hen, warum man nicht trau­rig sein und an sich selbst zwei­feln muss, wenn man sich nicht mehr alles mer­ken kann. Es hat alles einen Sinn im Leben. Visu­ell wird diese posi­tive Sicht auf den Lauf des Lebens mit dem lang­sam durch­bre­chen­den Son­nen­licht im Dun­kel des Wal­des unter­malt, das auch die Stim­mung auf­hellt. Eine trau­rige und zugleich schöne lebens­phi­lo­so­phi­sche Geschichte, die zum Ver­ste­hen und Nach­den­ken anregt. (smd)

Der Win­ter des Eich­hörn­chens. Wer­ner Holz­warth. Illus­tra­tio­nen: Mehr­dad Zaeri. Gers­ten­berg. 2022. Ab 4 Jahren.

„Winter find ich gar nicht toll“

Die Eich­hörn­chen Hanno und Hugo sind beste Freunde. Ob mit einem küh­len Getränk im Schat­ten oder beim Toben in den Ästen der gro­ßen Bäume – sie lie­ben es, alles zusam­men zu machen. Als jedoch das erste Blatt vom Baum fällt und den Win­ter ein­läu­tet, wird ihre einst so innige Freund­schaft auf eine harte Probe gestellt. Wäh­rend Hugo sich auf den Win­ter freut, ist Hanno bereits genervt. Ihre Ein­stel­lun­gen zum Win­ter könn­ten unter­schied­li­cher nicht sein und dro­hen sie zu entzweien.

Obwohl sie sich zuvor immer her­vor­ra­gend ver­stan­den haben und es genos­sen, mit­ein­an­der zu spie­len, klafft plötz­lich eine Kluft zwi­schen den bes­ten Freun­den, die unüber­wind­bar zu sein scheint. So eine Situa­tion hat sicher­lich jeder ein­mal in sei­nem Leben erlebt. Die Autorin Fiona Bar­ker hat sich fein­füh­lig mit der Pro­ble­ma­tik befasst, ohne Par­tei für eine der bei­den Sicht­wei­sen ein­zu­neh­men. Mit viel Ver­ständ­nis wer­den die Ein­stel­lun­gen von Hanno und Hugo erläu­tert und herz­er­wär­mend von Chris­tine Pym illus­triert. Beson­ders Han­nos frus­trie­rende Vor­stel­lun­gen von sei­nen Win­ter­er­leb­nis­sen, wie dem Fest­kle­ben sei­ner Zunge an einer Eichel aus Eis, zau­ber­ten mir ein Lächeln auf die Lip­pen. „Win­ter find ich gar nicht toll“ ver­mit­telt unauf­dring­lich die Akzep­tanz ande­rer Mei­nun­gen. (smd)

Win­ter find ich gar nicht toll. Fiona Bar­ker. Illus­tra­tio­nen: Chris­tine Pym. Über­set­zung: Tat­jana Kröll. Kne­se­beck. 2022. Ab 3 Jahren.

„Pauli – Der große Schnee“

Ach, Pauli, wie schön, ihn mal wie­der­zu­se­hen! Seine Geschich­ten ver­folge ich schon sehr lange und freue mich, dass er dies­mal Schnee mit­ge­bracht hat: In „Pauli – Der große Schnee“ von Bri­gitte Wenin­ger und Eve Thar­let ist der Wald vol­ler Schnee. Pauli und seine Schwes­ter Mia schnap­pen sich den Schlit­ten und machen sich, mit Kuchen im Gepäck, auf den Weg zu ihren Groß­el­tern. Ein Über­ra­schungs­be­such, über den sich die Groß­el­tern sehr freuen. Doch auf dem Heim­weg kom­men Pauli und Mia vom Weg ab. Gut, dass ihr Groß­va­ter zuvor erzählt hat, was er gemacht hat, als er sich in Pau­lis Alter mal verirrte …

In „Pauli – Der große Schnee“ nimmt Pauli als gro­ßer Bru­der eine ver­ant­wor­tungs­volle Rolle ein, indem er sich für­sorg­lich um seine Schwes­ter küm­mert. Mit sei­ner Zuver­sicht und dem spie­le­ri­schen Umgang mit der Situa­tion nimmt er Mia ihre Ängste. Eine selbst gebaute Höhle, Geschich­ten und Kekse hel­fen ihnen dabei, die Zeit zu über­brü­cken, in der sie allein sind, umge­ben von Kälte und Schnee. Im Kern geht es in die­sem Bil­der­buch um den Zusam­men­halt zwi­schen zwei Geschwis­tern und den Mut, eine schein­bar aus­weg­lose Situa­tion auf krea­tive Art zu meis­tern. Herz­er­wär­mend und ein­fühl­sam erzählt und mit wei­chen Bil­dern in dezen­ten Far­ben illus­triert ist „Pauli – Der große Schnee“ ein emp­feh­lens­wer­tes Bil­der­buch zur Win­ter­zeit für Kin­der ab 4 Jah­ren. (za)

Pauli – Der große Schnee. Text: Bri­gitte Wenin­ger. Illus­tra­tio­nen: Eve Thar­let. Nord­Süd. 2022. Ab 4 Jahren.

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