Sofa-Safari (Teil 1) Eine Sachbuch-Exkursion über Tiere, Natur und Menschen

by Zeilenschwimmerin Ronja

Drei BuchcoverManch­mal zieht die Lek­türe eines Buches eine ganze Kette ande­rer Bücher nach sich. Zei­len­schwim­me­rin Ronja wurde kürz­lich in einen klei­nen Sach­buch­stru­del gezo­gen und hat dabei viel Neues über Tiere, Tier­ver­hal­ten und unser oft ver­zerr­tes Bild von unse­ren Erden­mit­be­woh­nern (und uns selbst) erfahren.

Robert Marc Lehmann: Mission Erde

Leh­mann berich­tet in „Mis­sion Erde“ von sei­nen Erfah­run­gen als Mee­res­bio­loge, Foto­graf und Umwelt­schüt­zer. Nach kur­zer Ein­ge­wöh­nung (auf­grund der teils eher umgangs­sprach­li­chen Aus­druck­weise), war ich von den abwechs­lungs­rei­chen und ehr­li­chen Schil­de­run­gen gepackt. Neben span­nen­den, humor­vol­len und hoff­nungs­we­cken­den Epi­so­den fin­den sich aber auch scho­ckie­rende und trau­rige Berichte. Genauso gibt es im Bild­teil Fotos unter­schied­li­cher Stim­mun­gen. Daher möchte ich hier eine Trig­ger­war­nung geben: Das Buch ent­hält Fotos von toten Tie­ren und Schil­de­run­gen von Gewalt an Tieren.

Leh­manns Begeis­te­rung für Tiere und Natur und sein Enga­ge­ment sind beim Lesen genauso zu spü­ren wie sein Frust und seine Trau­rig­keit ob der zahl­rei­chen (men­schen­ge­mach­ten) Pro­bleme und Kri­sen auf unse­rem Pla­ne­ten. Ein ein­drucks­vol­les Buch, das trotz der ange­spro­che­nen The­men eher moti­viert als bedrückt und dazu zahl­rei­che span­nende Infor­ma­tio­nen bereithält.

Mis­sion Erde. Die Welt ist es wert, um sie zu kämp­fen. Robert Marc Leh­mann. Lud­wig. 2021.

Jane Goodall: Mein Leben für Tiere und Natur. 50 Jahre in Gombe

Jane Goodall ist die wohl berühm­teste Pri­ma­to­lo­gin, wenn nicht sogar die bekann­teste Ver­hal­tens­for­sche­rin im All­ge­mei­nen. Ohne ent­spre­chende Aus­bil­dung ging die junge Jane Goodall in den 1960er Jah­ren nach Gombe (in Tan­sa­nia), um Schim­pan­sen zu beob­ach­ten. Anfangs wurde sie von der Fach­welt nicht ernst genom­men. Doch Goodalls Beob­ach­tun­gen und Doku­men­ta­tion des Ver­hal­tens der Schim­pan­sen in Gombe lie­ßen sich nicht igno­rie­ren. Goodall machte unter ande­rem bekannt, dass Schim­pan­sen Werk­zeuge benut­zen – eine Fähig­keit, die zuvor immer als Unter­schei­dungs­merk­mal zwi­schen Mensch und Tier ange­führt wurde.

In die­ser Auto­bio­gra­fie erzählt Goodall von den Anfän­gen der Stu­dien in Gombe, ihrem Umgang mit den Schim­pan­sen und wie sie schließ­lich durch ihre For­schung zu der welt­be­kann­ten Umwelt­schüt­ze­rin wurde, die sie heute ist. Ein inter­es­san­ter, kur­zer Ein­blick in ihr span­nen­des Leben mit zahl­rei­chen Fotos. Mit dem Erschei­nungs­jahr 2010 ist das Buch natür­lich nicht mehr ganz aktu­ell. (Gerade die­ses Jahr, 2022, ist eine neue, aus­führ­li­chere Auto­bio­gra­fie erschie­nen.) Es lohnt sich so oder so, mehr über Jane Goodall zu erfahren.

Mein Leben für Tiere und Natur: 50 Jahre in Gombe. Jane Goodall. Bas­ser­mann. 2010.

Briefe aus Afrika: Dian Fossey – Mein Leben mit den Gorillas

Spricht man über Jane Goodall, fällt oft auch der Name Dian Fos­sey. Ihre Lebens­ge­schichte ist glei­cher­ma­ßen inspi­rie­rend wie tra­gisch. Genau wie Goodall kam Dian Fos­sey – unter­stützt von ihrem gemein­sa­men För­de­rer – ohne Stu­dium und Vor­er­fah­run­gen nach Afrika, um dort Men­schen­af­fen zu beob­ach­ten. Fos­sey beglei­tete über viele Jahre hin­weg einige Berg­go­ril­la­grup­pen und setzte sich vehe­ment für ihren Schutz ein. Wäh­rend sie anfangs noch als „ver­rückte Ame­ri­ka­ne­rin“ belä­chelt wurde, ver­diente sie sich bald große Aner­ken­nung für ihre Beob­ach­tun­gen und Erkennt­nisse und min­des­tens ebenso gro­ßen Respekt für ihr Enga­ge­ment, das sie trotz aller Wid­rig­kei­ten nicht auf­gab. 1985 wurde sie ermor­det in ihrem For­schungs­la­ger auf­ge­fun­den. Die Umstände wur­den nie end­gül­tig aufgeklärt.

„Briefe aus Afrika“ gibt mit Brie­fen von Fos­sey, haupt­säch­lich adres­siert an ihre Eltern, per­sön­li­che Ein­bli­cke in ihr Leben im Lager und die zahl­rei­chen Pro­bleme, denen sie sich stel­len musste. Camilla de la Bédoyère ord­net im beglei­ten­den Text die Briefe chro­no­lo­gisch ein und arbei­tet Fos­seys Per­sön­lich­keit her­aus, die wohl nicht immer ein­fach gewe­sen zu sein scheint. Emp­feh­lens­wert für alle, die mehr über Fos­seys Leben erfah­ren möch­ten, auch wenn das Buch schon etwas älter ist.

Briefe aus Afrika: Dian Fos­sey – Mein Leben mit den Goril­las. Camilla de la Bédoyère. Fotos: Bob Camp­bell. Über­set­zung: Heike Brühl. Collec­tion Rolf Heyne. 2005.

Hier fin­det ihr Teil zwei der Sofa-Safari.

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