Rache ist süß

by Bücherstadt Kurier

Eine gefähr­li­che Stadt, ein gro­ßer Ver­rat, ein hin­ter­lis­ti­ger Krä­mer und ein ris­kan­ter Plan – dies bil­den die Grund­bau­steine des zwei­ten und letz­ten Teils der „Das Lied der Krähen“-Reihe von Leigh Bar­d­ugo. – Von Bücher­städ­te­rin Jasmin

Sie ris­kier­ten ihre Leben beim Ein­bruch ins Eis­tri­bu­nal, schaff­ten es gerade so, Kuwei Yul-Bo zu befreien und wur­den dann damit belohnt, ver­ra­ten zu wer­den. Weder haben sie das ver­spro­chene Geld noch sind sie voll­zäh­lig, doch auf­ge­ben kommt für Kaz und den Rest sei­ner zusam­men­ge­wür­fel­ten Bande nicht infrage. In „Das Gold der Krä­hen“ set­zen sie alle Hebel in Bewe­gung, um Inej zu befreien und sich ihren Lohn selbst zu neh­men – zusam­men mit einer ordent­li­chen Ladung Rache, an alle, die es wag­ten, sie zu unterschätzen.

Alleine wegen der Gestal­tung des Buches könnte man „Das Gold der Krä­hen“ als ein Meis­ter­werk bezeich­nen. Die ele­gante Schrift­art, die Krähe im Hin­ter­grund sowie die oran­ge­nen Sei­ten ver­lei­hen dem Buch etwas Magi­sches und Geheim­nis­vol­les. Zu Beginn erscheint eine alt­mo­disch dar­ge­stellte Karte von Ket­ter­dam, wor­auf eine Über­sicht über alle Gri­scha folgt, sodass man sofort wie­der in der Geschichte ist. Es wird nicht lange um den hei­ßen Brei her­um­ge­re­det, son­dern da ange­setzt, wo der erste Band auf­ge­hört hat. Dadurch wird von Anfang an Span­nung auf­ge­baut, die die Geschichte bis zum Ende hin behält.

Erzählt wird das Gesche­hen, wie auch schon in „Das Lied der Krä­hen“, abwech­selnd aus der Sicht von Kaz, Inej, Jasper, Nina, Mat­thias und Wylan. Die Autorin schafft es, jeden ihrer Cha­rak­tere ein­zig­ar­tig zu gestal­ten, was ihre Wün­sche und Träume sind, aber auch, was die Ver­gan­gen­heit betrifft. Obwohl es in „Das Gold der Krä­hen“ mehr Prot­ago­nis­ten und Sicht­wei­sen gibt als nor­ma­ler­weise, behält man einen rela­tiv guten Über­blick. Das Buch ist eine Mischung aus tro­cke­nem Sar­kas­mus und gna­den­lo­ser Span­nung. Wäh­rend ich am Anfang noch ver­sucht habe, hin­ter den genia­len Plan zu gelan­gen, habe ich mich nach eini­ger Zeit ein­fach über­ra­schen las­sen, was sich die Autorin alles aus­ge­dacht hat. Ich hatte das Buch, trotz der knapp 600 Sei­ten schnell durch­ge­le­sen, was vor allem daran lag, dass ich unbe­dingt wis­sen wollte, wie der finale Plan nun aussah.

Dass der erste Band oft bes­ser als seine Nach­fol­ger ist, ist ja bekannt, hier­bei aber nicht der Fall. Das Finale hält locker mit dem ers­ten Teil mit, was die­sen Zwei­tei­ler zu einer mei­ner Lieb­lings­rei­hen macht. Ich finde es schade, dass ich mich auf kei­nen drit­ten Teil freuen kann. Die­ses Buch kann ich jedem Fan­ta­sy­fan ab 14 Jah­ren herz­lichst empfehlen.

Das Gold der Krä­hen. Leigh Bar­d­ugo. Über­set­zung: Michelle Gyo. Knaur. 2018.

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