Prinzessin retten, die Achte, diesmal weniger Licht … Action! #Todesstadt

by Geschichtenerzähler Adrian

Der epo­chen­über­span­nende Kon­flikt zwi­schen Licht und Dun­kel­heit setzt sich in dem Nin­tendo-Spiel „The Legend of Zelda: Twi­light Princess“ aus dem Jahr 2006 fort. Und die­ses Mal stellt sich ein gan­zes König­reich gegen die Reinkar­na­tion des jun­gen Hel­den Link. Geschich­ten­er­zäh­ler Adrian hat sich auf­ge­macht, um Hyrule erneut vor dem Unter­gang zu bewahren.

Eigent­lich ver­bringt der junge Link ein ange­neh­mes Leben als Schaf­hirte im klei­nen Dorf Ordon. Das größte Pro­blem für ihn ist, wenn mal eine Ziege aus­büxt und er diese wie­der ein­fan­gen muss. Eines Tages beauf­tragt ihn sein Freund Moe, ein Schwert zum Schloss von Hyrule zu brin­gen. Als Link sein Pferd Epona holen will, kommt es zu einem Angriff von grü­nen Mons­tern, die auf rie­si­gen Wild­schwei­nen rei­ten, wel­che Link nie­der­schla­gen und die Kin­der des Dor­fes entführen.

Natür­lich will Link die Ent­füh­rer ver­fol­gen, jedoch stößt er nach kur­zem Weg auf eine selt­same schwarze Wand. Eine rie­sige Hand zieht ihn hin­durch und so gelangt Link ins Schat­ten­reich. Dort durch­läuft er eine Meta­mor­phose zum Wolf, wonach er ohn­mäch­tig wird und im Ker­ker von Schloss Hyrule wie­der erwacht.

Hier trifft er, immer noch in Wolfs­ge­stalt, auf die kleine Schat­ten­krea­tur Midna, die Link anbie­tet, ihm hier her­aus­zu­hel­fen. Wäh­rend sie durch das Schloss schlei­chen, ler­nen sie eine ver­mummte Frau ken­nen, die Link bit­tet, Hyrule von den Schat­ten zu befreien. Link und Midna machen sich nun zusam­men auf eine Reise durch die ver­schie­de­nen Regio­nen des König­reichs und dar­über hin­aus, um das Böse aus der Welt zu vertreiben.

Altes Prin­zip …

Wie für die Zelda-Teile üblich, erkun­det man die Welt und lernt ihre Bewoh­ner ken­nen, durch­streift Dun­ge­ons und Tem­pel, in denen ver­schie­dene Bosse und Rät­sel war­ten. Jeder Dun­geon ist wie­der mit Geschick­lich­keits- sowie Logi­k­rät­seln ver­se­hen und nach jedem Mini-Boss oder Zwi­schen­boss erwar­tet die Spie­len­den ein beson­de­res Item, das im Dun­geon selbst und an eini­gen Ecken der rie­si­gen Spiel­welt wei­ter­hilft – bei­spiels­weise ein Bogen, Greif­ha­ken oder Ähnliches.

… im neuen, dunk­len Gewand

Trotz des ste­ti­gen Gut-gegen-Böse-Set­tings sind die meis­ten Spiele der Zelda-Reihe eher fröh­lich bis lus­tig gehal­ten. „Twi­light Princess“ bil­det hier, mit zwei, drei wei­te­ren Tei­len, einen Gegen­satz. Wäh­rend die Welt des Lichts idyl­lisch und fried­lich wirkt, so erscheint das Schat­ten­reich gera­dezu bedrü­ckend und unheim­lich. Auch die Schat­ten­we­sen, die hier her­um­lau­fen, sor­gen für ein Gefühl von Angst und Panik – getrie­ben wird die­ses Unbe­ha­gen eben­falls durch die sehr hek­ti­sche und ato­nale Kampfmusik.

All­ge­mein spielt die­ser Teil der Reihe mit Emo­tio­nen wie Ver­lust und Trauer, aber auch mit Furcht und Hoff­nungs­lo­sig­keit. Wan­dert man im Schat­ten­reich umher, macht sich schnell eine bedrü­ckende Ein­sam­keit breit.
Natür­lich gibt es in dem Spiel auch viele freu­dige sowie lus­tige Momente. So wird man zum Bei­spiel von einem Clown mit einer gigan­ti­schen Kanone in den Him­mel geschos­sen oder bau­melt an einer Liane aus Affen. Die Stim­mun­gen der bei­den Rei­che – Licht und Schat­ten – wech­seln sich regel­mä­ßig ab und blei­ben im Gleichgewicht.

Lie­be­volle Charakterzeichnung …

Die Zelda-Reihe hat noch nie Pro­bleme gehabt, eine leben­dige Welt zu prä­sen­tie­ren, in der gut und gerne Stun­den ver­bracht wer­den kön­nen. Vor allem die Cha­rak­tere, die einem auf der Reise begeg­nen, ver­sprü­hen ange­nehm viel Charme und Emo­tio­nen. Auch in „Twi­light Princess“ ist dies nicht anders. Am prä­gnan­tes­ten ist hier wohl Midna zu nen­nen, wel­che anfangs noch rup­pig und ver­schlos­sen wirkt, über die fort­schrei­tende Spiel­zeit jedoch immer mehr zu einer Beglei­tung wird, wel­che man als Spie­len­der nicht mehr mis­sen will. Ohne viel spoi­lern zu wol­len: Das Ende lässt wohl kein Auge trocken.

… in einer leben­di­gen Welt …

Was die ein­zel­nen Gebiete angeht, die durch­reist wer­den, sind die Zelda-Teile ebenso ein Bei­spiel für gelun­gene Abwechs­lung. In die­sem Teil geht es teils in tiefe Wäl­der, eine von Ske­let­ten bewohnte Wüste, einen ver­schnei­ten Berg, ins kühle Nass eines Sees, in einen akti­ven Vul­kan und neben ande­ren Orten sogar über die Wol­ken. Es ist ein schö­nes Gefühl, durch die Gegen­den und die dor­ti­gen Tem­pel zu wan­dern, denn es ver­ste­cken sich immer wie­der kleine Geheim­nisse und Sehens­wür­dig­kei­ten – bei­spiels­weise die hei­ßen Quel­len der Goro­nen vom Vul­kan. Jedes Gebiet war­tet auch mit ver­schie­de­nen Geg­nern unter­schied­li­cher Schwie­rig­keit auf. Es wer­den ste­tig andere Her­an­ge­hens­wei­sen gefor­dert, wie die­sen Her­aus­for­de­run­gen begeg­net wer­den kann. So gibt es Spin­nen, die erst auf den Rücken gedreht wer­den müs­sen, um ihnen den Gna­den­stoß zu versetzen.

… mit einer epi­schen Geschichte

Zudem gibt die Hand­lung in „Twi­light Princess“ einem als Spie­len­den das Gefühl, eine wirk­lich epi­sche Geschichte zu durch­lau­fen. Begon­nen als ein­fa­cher Schaf­shirte, steigt man auf bis zu einem Hel­den, der sich wage­mu­tig dem größ­ten aller Schat­ten­we­sen ent­ge­gen­stellt. Die Geschichte bie­tet eine schöne Abwechs­lung zwi­schen monu­men­ta­len und ruhi­gen Momen­ten. Etwa ein ner­ven­auf­rei­ben­der Kampf zu Pferd, mit Pfeil und Bogen gegen den Haupt­mann der kobold­ähn­li­chen Mons­ter oder dem ent­ge­gen­ge­setzt ruhi­ges Angeln in einem Höh­len­see. Die Story hetzt nicht von Event zu Event, son­dern gibt Spie­len­den auch immer wie­der die Mög­lich­keit, abzu­schal­ten – so schnell geht die Welt wohl dann doch nicht unter.

Wenn sonst nichts hilft, dann Bombenpfeile

All­ge­mein hat „Twi­light Princess“ ein Hand­ling, wel­ches intui­tiv und gut für Ein­stei­ger geeig­net ist. Jedoch besteht auch die Mög­lich­keit, seine Fähig­keit beim Kämp­fen so aus­zu­bauen, dass es auch für Fort­ge­schrit­tene nicht lang­wei­lig wird. Das Waf­fen­ar­se­nal als Mensch umfasst Schwert, Bogen, Bume­rang und einen rie­si­gen, eiser­nen Mor­gen­stern sowie Aus­rüs­tungs­ge­gen­stände für Kämpfe unter Was­ser (Eisen­stie­fel) oder in der Luft (Greif­ha­ken). Einige Gegen­stände mül­len aller­dings unan­ge­nehm das Inven­tar voll, da sie nach einem Tem­pel oder Dun­geon in der offe­nen Spiel­welt kaum bis gar nicht mehr gebraucht werden.

Dyna­mi­sches Wechselspiel

In Wolfs­form hat man zwar kei­nen Zugriff auf das Waf­fen- und Aus­rüs­tungs­in­ven­tar, jedoch auf die Zähne und die Schat­ten­fä­hig­kei­ten von Midna. Zudem ist man als Wolf schnel­ler, kann wei­ter sprin­gen und Löcher gra­ben – um hin und wie­der Geheim­räume zu ent­de­cken. Beide For­men haben ihre Vor- und Nach­teile. Kann man als Wolf mit ande­ren Tie­ren kom­mu­ni­zie­ren, ergrei­fen Men­schen schnell die Flucht vor einem. Ande­rer­seits kann man sich als Mensch natür­lich frei in Städ­ten bewe­gen, kommt aber nicht an unzu­gäng­li­che Orte heran.

Durch die Generationen

„The Legend of Zelda – Twi­light Princess“ erschien erst­mals für den Nin­tendo Game­cube und erhielt dann eine Wii-Fas­sung. Der Wech­sel auf die Wii brachte einige merk­li­che Ände­run­gen mit sich. So ist es mög­lich, mit der Wii-Fern­be­die­nung Schwert­hiebe aus­zu­füh­ren sowie mit dem Bogen und Greif­ha­ken zu zie­len. Der wohl deut­lichste Unter­schied ist hier die Spie­ge­lung der kom­plet­ten Welt. Dies geht auf die Links­hän­dig­keit des Hel­den zurück. Für die breite Masse wurde er jedoch zum Rechts­hän­der gemacht. So geht es bei­spiels­weise nach Osten, um in den West­teil der Haupt­stadt zu gelangen.

Gut geal­tert und immer wie­der schön

Wie jeder Teil der Zelda-Reihe ist auch „Twi­light Princess“ ein packen­des Erleb­nis. Auch nach etwa zwölf Jah­ren ist es das Spiel immer wie­der wert, her­vor­ge­holt zu wer­den und durch die ver­schie­de­nen Por­tie­run­gen auf Folge-Kon­so­len ebenso gra­fisch immer noch hübsch. All­ge­mein ist die­ses Spiel jedem zu emp­feh­len, der mit dem Genre Fan­tasy etwas anfan­gen kann. Bis auf einige kleine Frust­stel­len – etwa das Sam­meln der Licht­trop­fen von den Schat­ten­kä­fern, um einen Licht­geist zu befreien – ist das Spiel­erleb­nis rundum gelungen.

The Legend of Zelda: Twi­light Princess. Nin­tendo. 2006. Erschie­nen auf: Nin­tendo Game­cube, Wii und WiiU. Getes­tet auf dem Gamecube.

Ein Bei­trag zum Spe­cial #Todes­stadt. Hier fin­det ihr alle Beiträge.

Weiterlesen

Leave a Comment

Diese Seite verwendet Cookies. Mit der Nutzung unserer Website erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Erfahre mehr