Merkwürdig hoch drei mal neun plus vier Ein neuer mysteriöser Fall für Malvina Moorwood

by Bücherstadt Kurier

Es riecht nach Gefahr, viel­leicht mit einem Hauch von Toma­ten – auf jeden Fall nach fau­len Eiern, und nach einem Hau­fen rät­sel­haf­ter Ereig­nisse, die mal wie­der Mal­vinas gelieb­tes Zuhause bedro­hen. Die guten Neu­ig­kei­ten? Das duf­tet auch nach dem drit­ten Band der Mal­vina Moor­wood-Reihe. Bücher­städ­te­rin Kath­rin hat sich dies­mal bis in die Wei­ten Schott­lands vor­ge­wagt und sich bes­tens amüsiert.

Die buck­lige Ver­wandt­schaft rückt an

Nach den tur­bu­len­ten Ereig­nis­sen der ers­ten bei­den Bände ist Har­mo­nie und Ruhe in Moor­wood Castle ein­ge­kehrt – schein­bar. Mal­vinas Tante und Onkel nebst ihrem klei­nen Cou­sin hau­sen nun in dem gro­ßen Schloss. Was am Anfang noch recht hei­me­lig klang, ent­wi­ckelt sich schnell zu einem Pro­blem – und zwar zu einem ziem­lich gro­ßen: Mal­vina fällt in eine tiefe Grube, wort­wört­lich. Das faule Gemüse und der Mist flie­gen tief – eben­falls wort­wört­lich, und Mal­vina ist sich ziem­lich sicher, dass die neu ange­rückte Ver­wandt­schaft dahin­ter steckt und sie in diese Falle gelockt hat. Als dann auch noch ihre bei­den Schwes­tern fast von einem Stier zer­malmt wer­den und ein Fami­li­en­mit­glied bewusst­los auf­ge­fun­den wird, ist klar: Irgend­et­was stinkt hier gewal­tig zum Him­mel! Eine neue mys­te­riöse Pro­phe­zei­ung lässt Düs­te­res erah­nen. Alle Zei­chen deu­ten dar­auf hin, dass sich die buck­lige Ver­wandt­schaft das Anwe­sen unter den Nagel rei­ßen will und dabei keine Rück­sicht auf Ver­luste nimmt.

Malvina Moorwood 3Immer mehr Merk­wür­dig­kei­ten ereig­nen sich (um genau zu sein, Merk­wür­dig­kei­ten, die dem Grad „merk­wür­dig hoch drei mal neun plus vier“ ent­spre­chen). Klar, dass Mal­vina und Tom das nicht auf sich sit­zen las­sen und ihre Ermitt­lun­gen auf­neh­men. Die Spu­ren füh­ren dies­mal bis nach Schott­land zum sagen­um­wo­be­nen Loch Ness. Gemein­sam mit Mal­vinas Bru­der Tris­tan und des­sen Kum­pel machen sich die zwei Hob­by­de­tek­tive auf den Weg – immer der Spür­nase nach. Denn eins ist klar: Ein „har­ter Keks“ wie Mal­vina lässt sich nicht so schnell unterkriegen!

Und? Wie war‘s?

Chris­tian Löf­fel­bein gelingt mit dem drit­ten Band ein erneu­tes Meis­ter­werk der Unter­hal­tung. Span­nung und Spaß hat er sich dabei wie­der ganz groß auf die Fahne geschrie­ben. Ich weiß, mitt­ler­weile klingt es so, als habe die Platte einen Sprung, da ich es nun schon zum drit­ten Mal erwähne (pro Rezen­sion min­des­tens ein­mal), aber Mal­vina Moor­wood und Tom Bax­ter gehö­ren defi­ni­tiv zu mei­nen liebs­ten Buch­cha­rak­te­ren. Spu­ren­su­che mit den bei­den ist ein­fach ein ein­zi­ges Fest. Die Kom­bi­na­tion aus Ermitt­lungs­ar­bei­ten und Wort­witz ver­sprüht wie schon in den ers­ten bei­den Bän­den jede Menge Charme.

Neben den Cha­rak­te­ren ist natür­lich auch das Aben­teuer wie­der ein gro­ßes Ver­gnü­gen: rasante Hand­lung, ein Hau­fen mys­te­riöse Rät­sel, herr­lich komi­sche Dia­loge und natür­lich die obli­ga­to­ri­sche Pro­phe­zei­ung des alten Lords, die das Ganze noch fes­seln­der macht.

Der Haupt­schau­platz ist dies­mal nicht nur Moor­wood Castle. Wir beglei­ten, wie schon erwähnt, Mal­vina und Tom bis nach Schott­land. Diese Umge­bung ist nicht nur für die Leser:innen neu, son­dern auch für die zwei Hob­by­de­tek­tive. Das ver­leiht der Geschichte noch­mal eine beson­dere Würze, denn Mal­vina und Tom ermit­teln außer­halb ihrer gewohn­ten Umge­bung und müs­sen sich auf eini­ges gefasst machen.

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wie­der­ho­len (wie ihr in den Rezen­sio­nen zu Band eins und zwei hier nach­le­sen könnt), müs­sen an die­ser Stelle natür­lich die groß­ar­ti­gen Illus­tra­tio­nen von Julia Chris­ti­ans erwähnt wer­den. Sie fan­gen die beschrie­be­nen Sze­nen per­fekt ein und las­sen die Cha­rak­tere leben­dig erschei­nen. Dass die Illus­tra­tio­nen nicht far­big sind, tut dem Gan­zen kei­nen Abbruch. Erstaun­lich ist, wie Julia Chris­ti­ans mit simp­len Ele­men­ten die Atmo­sphäre der Geschichte, die Wesens­züge der Cha­rak­tere ein­fängt und ihnen Leben ein­haucht. Die Zeich­nun­gen blei­ben ein ech­ter Augenschmaus!

Ten­den­zi­ell kön­nen die Bände unab­hän­gig von­ein­an­der gele­sen wer­den, da die Fälle an sich abge­schlos­sen sind. Einige Details, die Ent­wick­lung der Cha­rak­tere oder das Anwe­sen Moor­wood Castle betref­fend, wür­den einem dann aber ent­ge­hen (ebenso wie die Toma­ten­theo­rie, siehe unten). Das Ver­ständ­nis wird dadurch jedoch nicht beein­flusst. Für den vol­len Genuss soll­ten die Bände aber in der rich­ti­gen Rei­hen­folge gele­sen werden.

Und, was ist nun mit der Tomatentheorie?

Toma­ten­theo­rie? Was soll das denn sein? Nun, da ich bei den ers­ten bei­den Bän­den öfter über das Wort „Tomate“ gestol­pert bin (im ers­ten Band spiel­ten Toma­ten­klopse eine durch­aus ent­schei­dende Rolle und in Band zwei waren Toma­ten­witze ein Run­ning-Gag), habe ich natür­lich auch bei die­sem Band nach einem roten (!) Faden Aus­schau gehal­ten. Ob ich ihn gefun­den habe, müsst ihr selbst nach­le­sen. Das wird an die­ser Stelle nicht ver­ra­ten. Nur so viel, als klei­nes Appe­tit­häpp­chen sozu­sa­gen: Die Toma­ten flie­gen tief!

Der ein­zige Wer­muts­trop­fen: Im Gegen­satz zu den ande­ren Bän­den ist im drit­ten Band kein Hin­weis auf einen vier­ten Band ver­merkt … Ich hoffe, die Reihe wird fort­ge­setzt, denn ich kann gar nicht genug bekom­men von Mal­vina, Tom und omi­nö­sen Prophezeiungen!

Ver­dammte Axt zum drit­ten Mal! Wie­der eine klare Lese­emp­feh­lung für Band drei! Ab 9 Jah­ren und natür­lich weit dar­über hinaus.

Mal­vina Moor­wood – Der Schre­cken von Loch Ness. Chris­tian Loef­fel­bein. Mit Illus­tra­tio­nen von Julia Chris­ti­ans. Cop­pen­rath. 2022.

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