Mats und die Streifenmäuse

by Zeichensetzerin Alexa

„Es gibt immer meh­rere Mög­lich­kei­ten mit­ein­an­der umzu­ge­hen. Es liegt an uns, wel­chen Weg wir wählen...“

Cover © Nord­Süd Verlag

Mar­cus Pfis­ters „Mats und die Strei­fen­mäuse“ wurde erst­mals 1997 im Nord­Süd-Ver­lag ver­öf­fent­licht. Nun erschien die über­ar­bei­tete, vierte Auflage.

Mats ist ein klei­ner Mäu­se­rich, der auf der klei­nen Fel­sen­in­sel lebt. Eines Tages packt ihn die Neu­gier und er beginnt sich zu fra­gen, was wohl jen­seits des Mee­res liegt. Da hat er eine Idee: Er will ein Boot bauen und damit hin­aus aufs weite Meer fah­ren. Viele Mäuse hel­fen ihm beim Bau des Boo­tes. Abends, wenn es dun­kel wird, holen sie ihre Wun­der­steine. Diese glit­zern und leuch­ten und hel­fen ihnen dabei, auch nachts wei­ter­ar­bei­ten zu kön­nen. Als das Boot fer­tig ist, machen sich einige mutige Mäuse mit Mats auf den Weg.

Nach drei Tagen See­fahrt sehen sie eine Insel vor sich und gehen an Land. Dort emp­fan­gen sie die grü­nen Mäuse, die Bewoh­ner die­ser Insel. Nun hat der Leser die Mög­lich­keit zwi­schen zwei Enden zu ent­schei­den: dem trau­ri­gen oder dem glück­li­chen Ende. Bei der Bil­der­buch­be­trach­tung in der KiTa haben sich die Kin­der zunächst für das trau­rige Ende ent­schie­den. Man könnte jetzt psy­cho­lo­gisch ran­ge­hen und sich fra­gen, warum Kin­der sich eher für das trau­rige Ende ent­schei­den, man kann es aber auch ein­fach sehen: wenn man das trau­rige kennt, kann man immer noch das glück­li­che lesen und mit einem guten Gefühl das Buch wie­der schließen.

Um die Aus­sage des Bil­der­bu­ches jedoch rich­tig zu ver­mit­teln, ist es rat­sam, beide Enden zu lesen. Auf diese Weise sehen die Kin­der, dass es zwei Mög­lich­kei­ten gibt, mit­ein­an­der umzu­ge­hen. Die eine Mög­lich­keit ist es, sich zu strei­ten, die andere, zu reden. Wenn man aus unter­schied­li­chen Kul­tu­ren kommt, kann es schon mal pas­sie­ren, dass man etwas falsch ver­steht. Die Mäuse in die­sem Bil­der­buch glau­ben, die frem­den Insel­be­woh­ner hät­ten sie mit ihren Bee­ren ver­gif­ten wol­len. Aber stimmt das? Ohne den Gedan­ken zu hin­ter­fra­gen grei­fen sie die grü­nen Mäuse an und ver­las­sen die Insel. Mats ist trau­rig und erkennt: „Wir hät­ten von­ein­an­der ler­nen kön­nen. Nun sind wir als Feinde aus­ein­an­der gegangen.“

Das glück­li­che Ende zeigt genau diese Erkennt­nis: die Mäuse reden, erzäh­len von ihren Inseln und was es mit den Bee­ren und den Wun­der­stei­nen auf sich hat. Sie ler­nen von­ein­an­der und gehen als Freunde aus­ein­an­der. Bald wol­len auch die grü­nen Mäuse die Fels­in­sel­mäuse besu­chen kom­men. Und als diese wie­der nach Hause kom­men, haben sie den ande­ren Mäu­sen viel zu erzählen.

Es gibt immer meh­rere Mög­lich­kei­ten mit­ein­an­der umzu­ge­hen. Es liegt an uns, wel­chen Weg wir wäh­len. Manch­mal trifft man fal­sche Ent­schei­dun­gen und muss mit ihnen leben, aus den Feh­lern ler­nen. Manch­mal kann man diese aber auch ver­mei­den, ein­fach, indem man mit­ein­an­der redet. Das lehrt uns Mats in die­sem Bil­der­buch, das hof­fent­lich noch viele, viele Leser findet.

Alexa

Titel: Mats und die Streifenmäuse
Autor: Mar­cus Pfister
Ver­lag: Nord­Süd Verlag
Erschei­nungs­jahr: 2014

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