Lesekompass 2022: Bilderbücher (Teil 1)

by Bücherstadt Kurier

Lesekompass 2022: nominierte Bücher

Worte­we­be­rin Annika, Zei­chen­set­ze­rin Alexa und Satz­hü­te­rin Pia freuen sich jedes Jahr auf die Liste der Titel, die mit dem Lese­kom­pass aus­ge­zeich­net wur­den. Da ihre Kin­der im pas­sen­den Alter sind, haben sie sich durch die Kate­go­rie „2 bis 6 Jahre“ gelesen.

„Wo ist Theatrine?“

Im Opern­haus wird ein geheim­nis­vol­les Paket abge­ge­ben. Adres­siert ist es an Thea­t­rine, und weil sein Papa, der Pfört­ner, gerade schläft, macht sich kur­zer­hand Mat­theo auf die Suche nach der Unbe­kann­ten. Mat­theo nimmt uns mit hin­ter die Kulis­sen des Thea­ters: in den Maler­saal, zum Damen­schnei­der, in die Kan­tine … Doch nir­gendwo kennt man Thea­t­rine! Dafür kön­nen wir Leser*innen viel ent­de­cken und über die Welt des Thea­ters ler­nen. Und zum Schluss wer­den wir doch noch fündig!

„Wo ist Thea­t­rine?“ ist in lus­ti­gen Rei­men geschrie­ben, so dass man es toll vor­le­sen kann und Kin­der gut fol­gen kön­nen. Die Illus­tra­tio­nen in Blau- und Rot­tö­nen sind wit­zig, detail­ver­liebt und zei­gen die Viel­falt der (Bühnen-)Welt. Die Mache­rin­nen ken­nen sich beide gut im Thea­ter aus. Genau das rich­tige Buch also für neu­gie­rige Entdecker*innen ab 4 Jah­ren oder frü­her – mein Kind liebt es schon mit 20 Mona­ten! (wa)

Wo ist Thea­t­rine? Die Welt rund um die Bühne. Text: Cor­ne­lia Boese. Illus­tra­tion: Dorota Wünsch. Gers­ten­berg Ver­lag. 2021. BK-Alters­emp­feh­lung: Ab 3 Jahren.

„Hat der Bagger einen Po?“

So ein Schul­weg kann schon lang­wei­lig wer­den – jeden Tag die glei­che Stre­cke, die glei­chen Dinge, die man zu sehen bekommt. Der Prot­ago­nist in „Hat der Bag­ger einen Po?“ ist aber eine neu­gie­rige kleine Per­son und stellt auf besag­tem Schul­weg sei­nem Papa viele Fra­gen – damit kommt Schwung in den Spa­zier­gang: „Heute will ich von ihm wis­sen: Wer hat alles einen Po?“

Ob Schmet­ter­linge, Bunt­stifte, Wol­ken oder Geis­ter, der kleine Junge fragt zu so ziem­lich allem, ob die­ses oder jenes einen Po habe, und sein Papa hat zu jeder Frage eine schlag­fer­tig gereimte Ant­wort. Dabei geht es nicht um (ana­to­misch) kor­rekte Infos und Dar­stel­lun­gen, son­dern um eine erfri­schende Wahr­neh­mung der Welt. Auch das vor­dere und hin­tere Vor­satz­pa­pier sym­bo­li­siert diese Ver­än­de­run­gen des Blick­win­kels: Zuerst sehen wir die all­täg­li­chen Dinge, wie einen Müll­ei­mer, eine Taube oder eine Park­bank. Am Ende jedoch sehen wir auch Hin­tern in die­sen Gegen­stän­den. Dabei ist das Buch gran­dios läs­sig illus­triert (gezeich­net und getuscht) und zeigt Men­schen unter­schied­li­cher Haut­far­ben sowie viele Gim­micks wie einer Pride-Flagge oder einem Black-Lives-Mat­ter-Schild. Und natür­lich jede Menge Hin­tern! (sp)

Hat der Bag­ger einen Po? Text: Derick Wil­der. Illus­tra­tio­nen: K‑Fai Steele. Über­set­zung: Hans-Chris­tian Schmidt. Klett Kin­der­buch. 2022. Ab 3 Jahren.

„Kann ich bitte in die Mitte?“

Das Kind ruft: „Kommt, wir lesen ein Buch!“ Und natür­lich sind der Hams­ter, das Zebra, der Löwe, die Katze und der Storch sofort begeis­tert. Aber bis es los­ge­hen kann, war­ten noch einige Über­ra­schun­gen auf die Freund*innen – ist ja klar bei einer Geschichte von Susanne Stra­ßer! Das Papp­bil­der­buch „Kann ich bitte in die Mitte?“ über das Vor­le­sen ist gewohnt wit­zig und tur­bu­lent und lädt zum Mit- und Nach­spre­chen ein. Nicht nur, dass es darin ums Lesen geht, außer­dem zeigt es schön, wie man auch aus einer schein­bar unglück­li­chen Situa­tion etwas Tol­les machen kann. Außer­dem sind die Figu­ren erneut geschlechts­neu­tral dar­ge­stellt, so dass sich jede*r wie­der­fin­den kann. An mei­nen Favo­ri­ten „Fuchs fährt Auto“ kommt das Buch für mich nicht ganz heran: Etwas weni­ger ver­spielt sind die Texte und in den Illus­tra­tio­nen ver­steckt sich die­ses Mal kein ent­schei­den­des Detail, wohl aber ein Hin­weis auf den Aus­gang der Geschichte. Trotz­dem ist „Kann ich bitte in die Mitte?“ bei mei­nem Kind sehr beliebt – und ich mag es mit jedem Vor­le­sen noch lie­ber! (wa)

Kann ich bitte in die Mitte? Text/Illustration: Susanne Stra­ßer. Peter Ham­mer Ver­lag. 2021. BK-Alters­emp­feh­lung: Ab 1,5 Jahren.

„Karlchen und der Kapuzen-Klub“

„Karl­chen und der Kapu­zen-Klub“ ist ein Wim­mel- und Such­buch von Rot­raut Susanne Ber­ner, des­sen klas­si­sche Bunt­stift­il­lus­tra­tio­nen dem Kind und mir gut gefal­len. Die Geschichte darin ist ein­fach: Karl­chen kann mor­gens das Küken nicht fin­den und zieht mit sei­nen Freun­den los, um es über­all zu suchen: im Gar­ten, in der Stadt, am See, im Wald ... Dabei ist es doch eigent­lich immer in sei­ner Nähe! Neben dem Küken kann man auf jeder Seite andere Tiere wie Mari­en­kä­fer und Eich­hörn­chen ent­de­cken. Abge­se­hen davon ist aber wenig los, was als Gesprächs­an­lass zum Bei­spiel über Emo­tio­nen oder Akti­vi­tä­ten die­nen kann. Für mei­nen fast Zwei­jäh­ri­gen ist das aus­rei­chend, aller­dings begeis­tern ihn andere Wim­mel­bü­cher wie „Wo ist Coco, die Katze?“ mit mehr Action mehr. Für Fans der seit 2001 sehr erfolg­rei­chen Karl­chen-Reihe ist die­ses Buch eine schöne Ergän­zung, jedoch hätte man beim Lese­kom­pass auch ein diver­si­täts­be­wuss­te­res, akti­vie­ren­de­res Wim­mel­buch aus­zeich­nen kön­nen. (wa)

Karl­chen und der Kapu­zen-Klub. Ein Such- und Wim­mel­buch. Text/Illustration: Rot­raut Susanne Ber­ner. Han­ser. 2021. Ab 2 Jahren.

Hier fin­det ihr den zwei­ten Teil der Bil­der­bü­cher zum Lese­kom­pass 2022.
Eben­falls aus­ge­zeich­net in der Kate­go­rie „2−6 Jahre“: Ein klei­ner blauer Punkt. Text/Illustration: Maren Hasen­jä­ger. Magel­lan. 2021. Ab 5 Jahren.

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