Lara Croft ist … Tomb Raider

by Satzhüterin Pia

Cover Tomb Raider…und das seit nun­mehr 20 Jah­ren. 1994 ent­wi­ckelte der bri­ti­sche Com­pu­ter­spie­le­ent­wick­ler und Cha­rak­ter-Desi­gner Toby Gard die Figur Lara Croft und brachte damit eine Ikone der Spiel‑, Film- und Buch­welt her­vor, die vor allem eines ist: aben­teu­er­lus­tig und sport­lich. – Von Satz­hü­te­rin Pia

An Lara, unse­rer Lieb­lings­ar­chäo­lo­gin, kommt kaum jemand vor­bei. Sie führt den „Guin­ness World Record“-Titel des „most reco­gni­zed female video game cha­rac­ter “ und bis heute sind zahl­lose Spiele, Bücher, Comics und Filme erschie­nen. 1996 wurde das erste Spiel: „Tomb Rai­der fea­turing Lara Croft“ ver­öf­fent­licht, im letz­ten Jahr der bis dato aktu­ellste Teil: „Rise of the Tomb Rai­der“. Egal wel­ches Medium, eines ist Lara immer: unfass­bar sportlich.

Rennen, Springen, Klettern…

Das Spiel­prin­zip der Tomb Rai­der-Reihe hat die Ent­wick­lung der Video­spiele maß­geb­lich geprägt. Wäh­rend die Welt der Com­pu­ter- und Kon­so­len­spiele in der Anfangs­zeit beson­ders durch Ego-Shoo­ter domi­niert wur­den, kam mit Lara nicht nur eine sehr starke, unab­hän­gige und kluge Frau­en­fi­gur in eine Haupt­rolle, son­dern zudem ein revo­lu­tio­nä­res Game­play her­aus: Action-Adven­ture in einer Third-Per­son-Per­spek­tive mit einer maxi­ma­len Bewegungsfreiheit.

Lara muss ren­nen, sprin­gen, klet­tern und sie kämpft – mit Fäus­ten und Köpf­chen. Denn der Name Tomb Rai­der ist Pro­gramm: Grab­räu­be­rin. Es gibt optio­nale – also für den Ver­lauf der Geschichte nicht zwin­gend erfor­der­li­che – Grä­ber, deren Rät­sel mit (spie­le­ri­schem) Geschick und Hirn­schmalz gelöst wer­den können.

Im Wandel der Zeit

Die Spiel­reihe, inklu­sive aller Erwei­te­run­gen und Spin-offs, sowie ihre aben­teu­er­su­chende Hel­din haben im Laufe der letz­ten zwei Jahr­zehnte mehr als nur einen Wan­del durch­ge­macht. Neben der Gra­fik, wel­che den aktu­el­len, tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen folgt und ste­tig aus­ge­feil­ter und anspruchs­vol­ler für die Gra­fik­kar­ten wird, hat sich auch das Spiel­prin­zip immer wie­der leicht verändert.

Die Grund­idee bleibt jedoch die­selbe: Die junge Archäo­lo­gin löst über­all auf der Welt zumeist leicht mythi­sche Rät­sel, wobei sie kör­per­li­ches Geschick auf­brin­gen und den einen oder ande­ren har­ten Kampf gegen wilde Tiere oder böse Men­schen durch­ste­hen muss. Die Geschich­ten sind stets gut durch­dacht und span­nend. In den bei­den neu­es­ten Spie­len hat die kampf­erprobte, junge Frau eine Ver­jün­gungs­kur durch­lau­fen. Das Reboot zeigt Lara in ihrer Anfangs­zeit nach dem Stu­dium, noch in der Ent­wick­lung zu der Lara, die Spie­ler der ers­ten Stunde ken­nen und lie­ben gelernt haben.

Intermedial

Wie so oft bei erfolg­rei­chen Pro­duk­tio­nen bleibt ein Sprung in andere Medien nicht aus. Aus­flüge in die Welt der Filme, Han­dy­spiele, Bücher und Comics gibt es viele. Im Jahre 2001 und 2003 wur­den Geschich­ten um die Video­spie­li­kone mit Ange­lina Jolie in der Haupt­rolle ver­filmt. Die Filme kamen bei den Fans nicht so gut an und so wird es 2017 eine neue Ver­fil­mung geben, die, ähn­lich den neu­es­ten Spie­len, zurück zu den Wur­zeln gehen soll. Der nor­we­gi­sche Regis­seur Roar Uth­aug, bekannt durch „The Wave“, möchte mit der schwe­di­schen Schau­spie­le­rin Ali­cia Vikan­der („Ex Machina“) als Lara Croft eben­falls von ihrem Ursprung erzäh­len. Einen sehr sym­pa­thi­schen Auf­tritt hatte Lara zudem in dem Video zu „Män­ner sind Schweine “ der deut­schen Band „Die Ärzte“. Auch in Comics ist Lara gerne gesehen.

Lara Croft und die Artefakte des Bösen

Die­ses Jahr erschien bei Dani Books der Sam­mel­band „Lara Croft und die Arte­fakte des Bösen – ein Tomb Rai­der-Aben­teuer“. In einem Museum wird ein uraltes Arte­fakt unter mys­te­riö­sen Umstän­den gestoh­len und Lara macht sich zusam­men mit Car­ter Bell auf die Suche danach. Schnell sum­mie­ren sich Unge­reimt­hei­ten und auf der Suche nach Spu­ren jagen Lara und Car­ter bei­nahe um die ganze Welt: Belize, Ari­zona, Kroa­tien… Ein unheim­li­cher Kult droht die Welt zu ver­nich­ten und Lara steht vor der schier unmög­li­chen Auf­gabe, die Apo­ka­lypse abzuwenden.

Der Sam­mel­band umfasst die kom­plette fünf­tei­lige Mini­se­rie von Dark Horse – bud­get­spa­rend und ohne War­te­zei­ten kann so die gesamte Geschichte gleich kom­plett gele­sen wer­den. Fans der Spiele kom­men ebenso wie Neu­linge auf ihre Kos­ten. Der Stil der drei ver­schie­de­nen Zeich­ner und Zeich­ne­rin­nen har­mo­niert prima und ist eben­falls für Ein­stei­ger geeig­net: Klar und klas­sisch, auch im Auf­bau, für einen maxi­ma­len Über­blick durch die Geschichte. Diese ist durch­aus span­nend, zeigt aber auch, wes­halb das emp­foh­lene Lese­al­ter bei zwölf Jah­ren liegt. Trotz der net­ten Action­ele­men­ten und des über­sinn­li­chen Ambi­en­tes unter­for­dert die Geschichte zum Bei­spiel Fans der ers­ten Stunde. Mit die­sem Sam­mel­band kann man nichts falsch machen, denn er bie­tet die Mög­lich­keit, sich an einer klas­si­schen und authen­ti­schen Lara zu erfreuen. Beson­ders schön sind die Cove­r­il­lus­tra­tio­nen und Zwi­schen­ti­tel von Jean-Sébas­tien Rossbach.

Doch ins­ge­samt ist und bleibt Lara eine Video­spie­li­kone und Comics wie diese blei­ben dahin­ter zurück. Denn beson­ders die neu­es­ten Spiele sor­gen durch die anschau­li­che Gra­fik, die tol­len Geschich­ten um Laras Anfangs­zeit und das beliebte Game­play für einen maxi­ma­len Spielspaß!

Lara Croft und die Arte­fakte des Bösen. Story: Corinna Bechko Zeich­nung: Randy Green (1, 3, 5), Car­men Car­nero (2), Robert Atkins (4). Über­set­zung: Arne Voigt­mann. Dani books. 2016.

Die­ser Text erschien erst­mals in der Aus­gabe 22 unter dem Thema „Sport“.

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