Kurz über ... einen Film, den ich immer wieder schauen kann

by Bücherstadt Kurier

Wir ent­de­cken gerne neue Filme – aber es gibt auch diese Schätze, von denen wir ein­fach nicht genug bekom­men kön­nen. Geschich­ten­be­wah­re­rin Michaela, Geschich­ten­er­zäh­ler Adrian, Geschich­ten­zeich­ne­rin Celina und Worte­we­be­rin Annika erzäh­len von ihren All-Time-Favourites.

Geschichtenbewahrerin Michaela: „Die 12 Geschworenen“ (1957)

Schwarz-Weiß-Filme wer­den immer weni­ger im Fern­se­hen gezeigt. Umso erfreu­ter war ich, als vor kur­zem „Die 12 Geschwo­re­nen“ lief. Ein jun­ger Puerto-Rica­ner aus den New Yor­ker Slums wird ange­klagt, sei­nen Vater ermor­det zu haben. Die 12 Geschwo­re­nen zie­hen sich zurück, der Fall scheint klar und man rech­net mit einer schnel­len Ent­schei­dung. Die muss ein­stim­mig sein. Doch für den Geschwo­re­nen Nr. 8 ist der Fall nicht so klar. Er kann nicht mit abso­lu­ter Sicher­heit sagen, dass der Ange­klagte unschul­dig ist, aber auch nicht, ob er schul­dig ist. Zu schwam­mig sind für ihn die Indi­zien. Im Laufe der hit­zi­gen Dis­kus­sio­nen zwi­schen den unter­schied­li­chen Män­nern stellt sich her­aus, dass die Indi­zien ebenso falsch sind wie die Zeu­gen­aus­sa­gen. Nach und nach stim­men immer mehr Geschwo­rene für nicht schuldig.

Die Atmo­sphäre ver­dich­tet sich im Laufe des Films. Die Luft wird zuneh­mend schwü­ler in der Enge des Geschwo­re­nen­zim­mers, die Dis­kus­sio­nen wer­den aggres­si­ver. Um diese dichte Atmo­sphäre zu erzeu­gen, wer­den die Gesich­ter immer näher auf­ge­nom­men und das Licht wird ste­tig dunk­ler durch das auf­zie­hende Gewitter.

Die 12 Geschwo­re­nen. Regie: Sid­ney Lumet. Dreh­buch: Regi­nald Rose. Mit: Henry Fonda, Mar­tin Bal­sam, John Fied­ler u.a. USA. 1957. FSK 12.

Geschichtenzeichnerin Celina: „10 Dinge, die ich an dir hasse“ (1999)

Ich habe meh­rere Filme, die ich immer wie­der schauen könnte. Einer davon ist „10 Dinge, die ich an dir hasse“. So ein lus­ti­ger und ebenso lie­bens­wer­ter Film, der mich bis heute immer wie­der zum Lachen bringt.

Durch den Humor und die Cha­rak­tere sowie ihre Kon­stel­la­tion wird der Film nie lang­wei­lig. Der typi­sche und hier viel­fach über­spitzt dar­ge­stellte US-ame­ri­ka­ni­sche High­school-Cha­rak­ter des Films ist ein­ma­lig. Ein­zig natür­lich merkt man, wie bei einer Viel­zahl die­ser Filme, dass einige Darsteller*innen zu alt wir­ken. Aber die­ser Komö­die tut dies kei­nen Abbruch, vor allem da ein 20-jäh­ri­ger Heath Led­ger mitspielt.

10 Dinge, die ich an dir hasse. Regie: Gil Jun­ger. Dreh­buch: Karen McCul­lah Lutz, Kirs­ten Smith. Mit: Heath Led­ger, Julia Sti­les, Joseph Gor­don-Levitt u.a. USA. 1999. FSK 12.

Geschichtenerzähler Adrian: „Ghost in the shell“ (1995)

Den einen Film, den ich immer wie­der gucken könnte, gibt es an sich nicht. Allein die Filme von Ghi­bli oder die „Herr der Ringe“-Trilogie sind immer wie­der High­lights. Jedoch werde ich mich wohl hier für den „Ghost in the Shell“-Film von 1995 ent­schei­den. Allein die Bil­der ver­ei­nen die dys­to­pi­sche Stim­mung von „Blade Run­ner“ (sowohl dem von 1982 als auch von 2017) und der japa­ni­schen Anime-Kunst. Hinzu kommt, dass die­ser Film sowohl mit einer packen­den Action besticht, als auch die phi­lo­so­phi­sche Frage nach dem Mensch-Sein pas­send durch Bild­spra­che und Dia­lo­gen in Szene setzt. Ein fan­tas­ti­scher All-Time-Favou­rite von mir.

Ghost in the shell. Regie: Mamoru Oshii. Dreh­buch: Kazu­n­ori Ito, Masa­mune Shirow. Japan. 1995. FSK 16.

Worteweberin Annika: „Notting Hill“ (1999)

„Not­ting Hill“ ist für mich der Lie­bes­film schlecht­hin: roman­tisch, lus­tig, hach ... Der Buch­händ­ler Wil­liam Tha­cker (Hugh Grant) ver­liebt sich darin in die enorm erfolg­rei­che Schau­spie­le­rin Anna Scott (Julia Roberts). Doch kann das zusam­men­pas­sen? Natürlich!

Neben dem schrägs­ten Mit­be­woh­ner aller Zei­ten und Hugh Grant mit Tau­cher­brille im Kino gibt es im Film auch eine ein­fach gran­diose Kame­ra­fahrt durch den Lon­do­ner Stadt­teil Not­ting Hill zu sehen, die ein gan­zes Jahr abbil­det. Wenn sonst nichts geht, geht die­ser Film eigent­lich immer, schon allein wegen der tol­len Beset­zung und dem Sound­track. Wieso wer­den nur heute keine Roman­ti­schen Komö­dien mehr gedreht, die es mit „Not­ting Hill“ auf­neh­men können?

Not­ting Hill. Regie: Roger Michell. Dreh­buch: Richard Cur­tis. Mit: Julia Roberts, Hugh Grant, Rhys Ifans u.a. Groß­bri­tan­nien & USA. 1999. FSK 6.

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