Jahresrückblick: Unser (Lese-)Jahr 2022 #bklopptlesen

by Bücherstadt Kurier

„Ereig­nis­reich“ ist wohl das neue „Nor­mal“ in unser aller Leben. Es war mal wie­der viel los bei den bücher­städ­ti­schen Team­mit­glie­dern. Babys, Bil­dung, Beruf und dazwi­schen immer wie­der die Bücher­stadt als unser kon­stan­ter Wohl­fühlort: Es gab auch 2022 wie­der Nach­wuchs bei eini­gen Team­mit­glie­dern, andere waren wei­ter­hin im Stu­dium pha­sen­weise stark aus­ge­las­tet oder haben ein neues Stu­dium begon­nen. Und man­che sind beruf­lich ein­ge­spannt. Gele­sen haben wir aber wei­ter­hin viel! So sah unser Jahr aus:

Zei­len­schwim­me­rin Ronja:

Mit mei­nem Lese­jahr 2022 bin ich ganz zufrie­den. Wahr­schein­lich werde ich wie­der etwa 90 gele­sene Bücher errei­chen. Durch­schnitt­lich waren sie ver­mut­lich dün­ner als in den Vor­jah­ren, aber es zäh­len ja bekannt­lich die inne­ren Werte! Eines mei­ner Pro­jekte in die­sem Jahr waren die ers­ten fünf Wachen­ro­mane von Terry Prat­chett, um end­lich Teil sechs lesen zu kön­nen, den ich mir vor Jah­ren ahnungs­los aus dem Regal einer Buch­hand­lung gezo­gen hatte. Wei­tere High­lights des Jah­res waren „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blau­bär“ und „Der Bücher­dra­che“ von Wal­ter Moers, „Der Tod sitzt mit im Boot“ von Alan Brad­ley, die neue illus­trierte Aus­gabe von Astrid Lind­grens „Mio, mein Mio“, „Nimona“ von N.D. Ste­ven­son, Jasper Ffor­des Reihe „Die Dra­chen­tö­te­rin“ und „Die wil­den Pirog­gen­pi­ra­ten“ von Māris Putninš.

Unsere Les­echal­lenge 2022 habe ich zwi­schen­drin völ­lig aus den Augen ver­lo­ren. Da musste ich jetzt schnell noch ein paar Titel nach­tra­gen und konnte schließ­lich doch ins­ge­samt 13 Punkte abha­ken. Über­rascht hat mich am Ende aber vor allem, dass ich die­ses Jahr kein Buch mit einer Land­schaft auf dem Cover dabei hatte. Das wirkte eigent­lich wie ein Punkt, den man sehr leicht erle­di­gen kann.

Mein BK-Jahr sah etwas anders aus als die vori­gen. Anfang des Jah­res über­nahm ich die stell­ver­tre­tende Redak­ti­ons­lei­tung und sorge seit­dem mit dafür, dass unsere Bei­träge online gehen. Dane­ben habe ich mich haupt­säch­lich mit dem Lek­to­rat beschäf­tigt, aber selbst kaum Zeit gefun­den, um Texte zu schrei­ben. Wie alle ande­ren in der Redak­tion habe auch ich immer mehr andere Dinge im Kopf – das Leben, ihr wisst schon – und ver­su­che wei­ter­hin eine gute Balance zwi­schen eige­nen Erwar­tun­gen und neuen Lebens­si­tua­tio­nen zu fin­den. Ein lang­wie­ri­ger Pro­zess. Aber wir fin­den da schon unse­ren Weg. Nun aber freue ich mich erst ein­mal auf die Win­ter­pause und ein neues Lesejahr!

Worte­we­be­rin Annika:

Mein Lese­jahr 2022 hatte einige High­lights und neue Lieb­lings­bü­cher zu bie­ten: Sharon Dodua Otoos „Adas Raum“ zum Bei­spiel (erstaun­li­cher­weise wahn­sin­nig wit­zig!), „Auf See“ von Dörte Han­sen, Lucy Fri­ckes „Die Diplo­ma­tin“ und „Der große Som­mer“ von Ewald Arenz. Einige Bücher kamen die­ses Jahr genau zur rich­ti­gen Zeit, obwohl ich ins­ge­samt sehr wenig Zeit für Bücher hatte. So komme ich die­ses Jahr wohl nur auf etwas mehr als 30 gele­sene Bücher und hoffe, im neuen Jahr neue Lese­rou­ti­nen ent­wi­ckeln zu kön­nen. Trotz­dem kann ich bei der dies­jäh­ri­gen Les­echal­lenge ganze 17 Punkte abha­ken. Es sind die klei­nen Erfolgserlebnisse ...

Sehr wenig Zeit hatte ich lei­der auch für den Bücher­stadt Kurier – hier wird es im neuen Jahr eben­falls Zeit für neue Rou­ti­nen. Bis dahin bin ich froh, dass die Bücher­stadt dank ande­rer tol­ler Team­mit­glie­der auch mit einer ver­plan­ten, über­mü­de­ten und abwe­sen­den Chef­re­dak­teu­rin gut funktioniert!

Satz­hü­te­rin Pia

Für mich war 2022 ein gelun­ge­nes Lese­jahr – obwohl ich beruf­lich ein­ge­spann­ter denn je war. Ich erkenne ein Mus­ter, denn schon im letz­ten Jahr ging es mir so, die­ses Jahr gibt es noch mehr Ver­ant­wor­tung im Job und noch ein biss­chen mehr gele­sene Bücher. Ich komme auf gut 70 Bücher, wovon ich mehr als eines als High­lights bezeich­nen würde. Beson­ders gut gefal­len haben mir bei­spiels­weise die ers­ten bei­den Über­set­zun­gen von Stine Pil­gaard, die auch auf der Liste zu zwei Punk­ten pas­sen: „Meine Mut­ter sagt“ hat ein offe­nes Ende und „Meter pro Sekunde“ eine Land­schaft auf dem Cover (wobei sich das auch tau­schen ließe). Nicht zuletzt das Jah­res­thema #Own­VoicesBK hat mich zu eini­gen tol­len Titeln grei­fen las­sen, zum Bei­spiel „Schwarz wird groß­ge­schrie­ben“ (Lies ein Buch einer Schwar­zen Autorin/ eines Schwar­zen Autors). Mein Blind Date mit „Der Bauch des Oze­ans“ war auch ein vol­ler Erfolg. Wei­tere Lieb­linge waren unter ande­rem „Der Gesang der Fluss­krebse“ (Delia Owens), „Licht“ (Chris­toph Meckel) oder auch „Damen­bart“ (Sarah Pines) und „Das Unwohl­sein der moder­nen Mut­ter“ (Mareice Kai­ser). Ja, da war viel Tol­les dabei und ich bin schon jetzt vol­ler Vor­freude auf die Bücher in 2023!

Ins­ge­samt pas­sen zu der Rea­ding Chal­lenge 15 Titel und die Liste zum Jah­res­ende noch ein­mal in die Hand zu neh­men, das Lese­jahr zu resü­mie­ren und ein paar Dinge nach­zu­tra­gen, run­det für mich das Jahr stim­mig ab. Vor­ge­nom­men hatte ich mir unter ande­rem noch mehr Autorin­nen zu lesen und das konnte ich defi­ni­tiv umset­zen. Es sind deut­lich weni­ger Titel von Män­nern dabei gewesen.

Jetzt bin ich sehr gespannt, wie sich das neue Jahr gestal­tet. Es bleibt her­aus­for­dernd, aber ich merke auch, wie sich eine gewisse Übung ein­stellt. Das Kind wird grö­ßer, die Ver­ant­wor­tung bei der Arbeit trage ich ein biss­chen leich­ter und bei mei­ner Lek­tü­re­aus­wahl ent­wickle ich einen immer bes­se­ren Rie­cher. Frü­her habe ich mich jeden­falls durch mehr „hin­durch­ge­ar­bei­tet“, heute genieße ich das Lesen mehr denn je. Und für alles bin ich dankbar!

Zei­chen­set­ze­rin Alexa:

Tat­säch­lich habe ich die­ses Jahr nur wenig gele­sen. Seit das Baby da ist, ist mein Tag durch­struk­tu­riert, da bleibt wenig Zeit für ande­res. Dafür habe ich jede Menge Hör­bü­cher und Hör­spiele gehört – das geht neben­her meist ganz gut. Zu mei­nen High­lights gehö­ren „Die Wut, die bleibt“, „Kra­bat – Das Hör­spiel“ und „Ere­bos“ (Teil 1 und 2). Außer­dem habe ich die „Holy Klas­si­ker“ ent­deckt und mich vor allem in die erste Folge „Der kleine Prinz“ ver­liebt. Die Hör­spiele sind sehr span­nend gemacht – da freue ich mich, dass es ins­ge­samt 37 Fol­gen gibt und ich noch einige vor mir habe.

Man­che Hör­bü­cher finde ich ein­fach so gut, dass ich sie mehr­mals hören kann. „Gut gegen Nord­wind“ und „Alle sie­ben Wel­len“ habe ich mit eini­gen Jah­ren Abstand nun zum drit­ten Mal gehört – genauso wie die Reihe „Kan­na­wo­ni­wa­sein“. Drei Tipps gebe ich euch noch mit: Hör­bü­cher, die ich sehr gerne zwi­schen­durch gehört habe, sind „Anders – Das Hör­spiel“, „Len­chens Geheim­nis“ und „Hallo, Herr Eis­bär“. Ich bin gespannt, wel­che Titel mich nächs­tes Jahr erwarten!

Geschich­ten­zeich­ne­rin Celina:

Mein Jahr war durch­wach­sen, mal kam ich zum Lesen und mal wie­der gar nicht. In mei­nem län­ge­ren Kran­ken­haus- und Reha-Auf­ent­halt und auch noch danach war ich sehr mit mir und mei­nem Kör­per beschäf­tigt. Zum Teil hatte ich zu Beginn des Jah­res so große Schmer­zen, dass lesen gar keine Option war, da ich mich gar nicht dar­auf kon­zen­trie­ren konnte. Immer­hin konnte ich im Laufe des Jah­res noch ein paar Bücher lesen und komme bei der Les­echal­lenge auf 6 Punkte. Meine High­lights dar­un­ter waren „Stern­wan­de­rer“ von Neil Gai­man und „Tanz mit dem Schafs­mann“ von Haruki Murakami.

Ich habe auch in die­sem Jahr einige Comics gele­sen, dar­un­ter end­lich „Watch­men“. Das war aber auch über­fäl­lig! Zu unse­rem Jah­res­thema Own Voices konnte ich drei Bei­träge bei­steu­ern, die sehr inter­es­sant und inspi­rie­rend zugleich waren. Den­noch hat mich etwas ent­täuscht, dass ich zu bestim­men Krank­heits­bil­dern kaum Own Voices-Bücher fin­den konnte. Das hätte mich noch interessiert.

Auch ich bin gespannt, wie es im nächs­ten Jahr wei­ter geht. Ich werde aber vor­aus­sicht­lich nicht mehr schaf­fen als in die­sem Jahr, da ich mich neben der Arbeit wie­der mehr mei­nem Stu­dium wid­men möchte. Den­noch freue ich mich schon sehr auf das neue Themenjahr!

Wort­klau­be­rin Erika:

2022 ist das Jahr, in dem ich mich end­lich offi­zi­ell von der Idee ver­ab­schie­det habe, ich müsste, weil ich Lite­ra­tur­wis­sen­schaft stu­diert habe, unbe­dingt nur „Klas­si­ker“ lesen. Das schränkt so sehr ein, nach­dem viele der soge­nann­ten „Klas­si­ker“ von wei­ßen pri­vi­le­gier­ten Män­nern über genau diese Gesell­schafts­schicht geschrie­ben wur­den. Wie langweilig!

Ich habe das Jahr des­halb mit Alba De Cespe­des‘ „Ver­bo­te­nem Notiz­buch“ begon­nen, das in den 1950er Jah­ren für Auf­ruhr gesorgt hat und immer noch bewegt, und bin dann dabei geblie­ben, einen bun­ten Mix aus Lite­ra­tur von People of Color (Chi­ma­manga Ngozi Adi­chie und ihr „Blauer Hibis­kus“ allen voran!) und quee­ren Autor:innen (Casey McQuins­tons „One Last Stop“ hat den Anfang gemacht) zu lesen, wenn ich nicht gerade For­schungs­li­te­ra­tur für meine Dok­tor­ar­beit gele­sen habe. Meine Jah­res­high­lights sind neben den genann­ten Büchern auf jeden Fall T. J. Klunes „Under the Whis­pe­ring Door“, das mich tief berührt hat, und Becky Cham­bers Way­fa­rers-Serie, an der ich gerade noch lese. Ich bin ganz ver­liebt in das schöne World-Buil­ding die­ser Reihe und möchte sie allen ans Herz legen, die opti­mis­ti­sches Sci-Fi lesen wollen!

Dazu kom­men noch viele, viele Jugend- und Young-Adult-Bücher, die ich mir selbst als quee­rer Teen­ager gewünscht hätte. Umso schö­ner ist es zu sehen, dass es end­lich posi­tive Bei­spiele für die nächste Genera­tion gibt!

Klas­si­ker lese ich übri­gens immer noch, aber ohne eli­täre Ideen im Hin­ter­kopf: Die­ses Jahr war „Die Liebe in Zei­ten der Cho­lera“ dran, weil ich Lust dar­auf hatte und Gabriel Gar­cía Már­quez es ganz beson­ders schafft, Leser:innen auf Zeit­rei­sen mitzunehmen.

Fabel­for­scher Christian:

Mein Lese­jahr 2022 hat stark begon­nen und dann spä­tes­tens in der zwei­ten Hälfte lei­der auch stark nach­ge­las­sen. Ich hatte mir wie im letz­ten Jahr neben der bücher­städ­ti­schen Les­echal­lenge meine eigene „22-für-22 Chal­lenge“ gestellt. Am Ende bin ich aber nur auf 13 Titel gekom­men, die ich davon tat­säch­lich gele­sen habe. Aller­dings konnte ich damit trotz­dem 10 Punkte bei der bücher­städ­ti­schen Les­echal­lenge abha­ken – immer­hin ein klei­ner Erfolg.

Eine län­gere arbeits­be­dingte Aus­lands­reise, die Geburt unse­res zwei­ten Kin­des und all­ge­meine Unlust haben lei­der dazu geführt, dass ich den Bücher­stadt Kurier zeit­weise kom­plett aus den Augen ver­lo­ren und auf das Schänd­lichste ver­nach­läs­sigt habe. Ich hoffe, im neuen Jahr wie­der mehr Zeit und Ener­gie zu fin­den, um das zu ändern.

Ver­ra­tet uns in den Kom­men­ta­ren gerne mehr über euer Lese­jahr! Wie viele Punkte könnt ihr in der Lese-Chal­lenge 2022 abha­ken? Hier könnt ihr die Liste übri­gens finden.

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