Hörbücher und Hörspiele zur Winter- und Weihnachtszeit (Teil 3) Für Erwachsene | #LitAdvent

by Bücherstadt Kurier

drei HörbücherZei­chen­set­ze­rin Alexa und Satz­hü­te­rin Pia haben sich durch einige Hör­bü­cher und Hör­spiele zur Win­ter- und Weih­nachts­zeit gelauscht und Tipps zusam­men­ge­stellt, die euch (und eure Kin­der) so rich­tig schön auf diese Zeit ein­stim­men. Heute haben sie etwas für Erwachsene.

„Hinter den Spiegeln so kalt“

Liza Grimm hat mit ihrem neuen Roman „Hin­ter den Spie­geln so kalt“ eine neue, moderne Inter­pre­ta­tion des berühm­ten Mär­chens „Die Schnee­kö­ni­gin“ von Hans Chris­tian Ander­sen geschaf­fen. Anders als erwar­tet, liegt der Schwer­punkt der Hand­lung weni­ger auf den fan­tas­ti­schen Ele­men­ten, son­dern mehr auf den Protagonist:innen, ihrem Gefühls­le­ben und ihrer Bezie­hun­gen zuein­an­der. Das erscheint mir ange­sichts der Tat­sa­che, dass die Prot­ago­nis­tin Finja ihre Toch­ter Han­nah ver­liert, sehr pas­send. Seit diese plötz­lich ver­schwun­den ist, emp­fin­det Finja keine Lebens­freude mehr. Doch sie ist sich sicher: Han­nah ist noch irgendwo da drau­ßen und sie wird alles in ihrer Macht Ste­hende tun, um sie zu finden!

Der Titel „Hin­ter den Spie­geln so kalt“ ver­rät bereits, dass Spie­gel eine wich­tige Rolle spie­len, und es ist schnell klar, wohin Fin­jas Suche sie füh­ren wird. Den­noch über­rascht der Roman mit einer Wen­dung, die erschüt­tert – und da ist die zu Beginn des Hör­buchs ange­spro­chene Trig­ger­war­nung nur berech­tigt. Gele­sen wird das Hör­buch abwechs­lungs­reich von Vera Teltz in einem stets pas­sen­den Tempo, sodass ich viele Stun­den am Stück lau­schen konnte. Wer eine etwas andere Inter­pre­ta­tion von der „Schnee­kö­ni­gin“ hören möchte, abseits von gän­gi­gen Fan­ta­sy­kli­schees, ist bei „Hin­ter den Spie­geln so kalt“ genau rich­tig auf­ge­ho­ben. (za)

Hin­ter den Spie­geln so kalt. Liza Grimm. Gele­sen von Vera Teltz. Argon Ver­lag. 2022.

„Das kleine Bücherdorf: Winterglitzern“

Das win­zige schot­ti­sche Dorf Swin­ton-on-Sea ist ein vor­weih­nacht­lich-gemüt­li­cher Schau­platz für den Auf­takt der Bücher­dorf-Reihe von Autorin Katha­rina Her­zog. In „Win­ter­g­lit­zern“ ler­nen wir Vicky, eine Kunst­händ­le­rin aus Mün­chen, ken­nen, rei­sen mit ihr nach Schott­land und ver­lie­ben uns mit ihr zusam­men in die Land­schaft, die Men­schen des klei­nen Dor­fes und – natür­lich – beson­ders in einen die­ser Menschen.

Die ver­meint­lich luf­tige Geschichte hat einige Ecken und Kan­ten, die das Happy-End aber nie gefähr­den und höchs­tens das Lese- oder in die­sem Fall Hör­ver­gnü­gen schmä­lern: Auf­ge­baut ist die Hand­lung des Romans auf einer Lüge, die Vicky den Bewohner:innen von Swin­ton-on-Sea auf­tischt, was den Wohl­fühl­fak­tor unnö­tig dämpft. Außer­dem sind für mei­nen Geschmack zu viele Plottwists auf ver­stor­be­nen Partner:innen auf­ge­baut – ein Wit­wer hier, ein töd­lich ver­un­glück­ter Freund da, ein­mal sogar ein Ehe­mann, der Selbst­mord beging. Aber für kurz­wei­lige Unter­hal­tung, die bei Hörer:innen eine vor­weih­nacht­li­che Stim­mung weckt, ist ein Besuch im klei­nen Bücher­dorf ganz nett. Plus­punkt ist das buchige Thema, bei dem man sich auch auf Zitate aus Büchern wie „Alice im Wun­der­land“ oder „Der Gesang der Fluss­krebse“ freuen darf. (sp)

Das kleine Bücher­dorf: Win­ter­g­lit­zern – Das schot­ti­sche Bücher­dorf, Band 1. Katha­rina Her­zog. Gele­sen von Elena Wilms. Argon. 2022. 

„Weihnachtshaus“

Zsuzsa Bánks „Weih­nachts­haus“ fühlt sich an wie ein ent­spann­ter Auf­ent­halt im Café: Es ist Advents­zeit, drau­ßen schneit es, drin­nen ist es gemüt­lich. Kaf­fee, Kuchen, gedimm­tes Licht. Die Autorin hat nicht nur einen schö­nen, poe­ti­schen Schreib­stil, son­dern auch eine ange­nehme Stimme. Das Hör­buch liest sie ruhig – die Atmo­sphäre, die sie mit ihren Wor­ten erschafft, ist vol­ler Wärme und Har­mo­nie. Genau das Rich­tige für eine besinn­li­che Adventszeit.

Auch wenn die Prot­ago­nis­tin­nen kein sorg­lo­ses Leben haben, so schaf­fen sie es doch, ihre Hoff­nung und ihren Mut in den Vor­der­grund zu rücken. Die eine hat ihren Ehe­mann ver­lo­ren, die andere ist in jun­gen Jah­ren Mut­ter gewor­den. Das Leben ist vol­ler Schmerz und Her­aus­for­de­run­gen. Die bei­den Freun­din­nen hal­ten zusam­men und unter­stüt­zen sich als Müt­ter und als Café­be­sit­ze­rin­nen und suchen sich neue Auf­ga­ben: Sie kau­fen sich ein Wochen­end­haus und träu­men davon, in die­sem Weih­nach­ten zu feiern.

„Weih­nachts­haus“ ist sehr ange­nehm anzu­hö­ren. Ein fried­li­ches Hör­buch, bei dem man zur Ruhe kom­men kann. Zum Abschal­ten, zum Inne­hal­ten, zum Nach­den­ken. Wie ein Besuch im Lieb­lings­café, in dem man den All­tag ver­ges­sen kann. (za)

Weih­nachts­haus. Zsuzsa Bánk. Gele­sen von der Autorin. AUDIOBUCH Ver­lag OHg. 2018.

Ein Bei­trag zum Spe­cial #lit­ad­vent. Hier fin­det ihr alle Beiträge.

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