Harley Quinn als Heldin? Stephanie Phillips: „Harley Quinn – Die Heldin von Gotham“

by Geschichtenzeichnerin Celina

Cover Harley Quinn 1Im DC-Uni­ver­sum wurde eine Har­ley-Quinn-Reihe in der neuen Ära der „Infi­nite Fron­tier“ gestar­tet. Den ers­ten Band „Har­ley Quinn – Die Hel­din von Got­ham“ hat sich Geschich­ten­zeich­ne­rin Celina angeschaut.

Har­ley Quinn ist nach Got­ham zurück­ge­kehrt. Sie möchte sich bei denen ent­schul­di­gen, die sie zuvor ver­letzt hat, und Wie­der­gut­ma­chung leis­ten. Zum Bei­spiel bei Kil­ler Croc, jedoch kommt es nur zur Klop­pe­rei zwi­schen den bei­den. Ihren Plan umzu­set­zen, scheint gar nicht so ein­fach sein, zumal zur­zeit die Bürger*innen von Got­ham nach einem Clowns­krieg nicht gut auf Clowns zu spre­chen sind, zu denen sie auch Har­ley zäh­len. Har­ley trifft auf Kevin, der in einer ähn­li­chen Lage ist wie sie: Auch er hat sich von Clowns beein­flus­sen las­sen und Dinge getan, die er nun bereut. Er weiß aber nicht recht, was er tun soll, und sucht Hilfe bei Har­ley. Als Wider­sa­cher tritt Dr. Hugo Strange nicht nur für Bat­man, son­dern auch für Har­ley und Kevin in Erschei­nung. Er will die Ord­nung in Got­ham auf seine Weise wie­der­her­stel­len. Dazu fängt er „Clowns“ und nimmt Expe­ri­mente an ihnen vor. Har­ley möchte allen Clowns hel­fen und agiert dabei mehr als Psychologin.

Hä?

Etwas ver­wir­rend ist, dass der Comic­band mit dem One-Shot „Fri­sche Wur­zeln – Bat­man: Legends 1“ beginnt, bevor die eigent­li­che Hand­lung der Har­ley-Quinn-Reihe beginnt. Diese kurze Geschichte hat – zumin­dest bis­her – nicht direkt etwas mit dem Fol­gen­den zu tun. Hier wird eine Love­story zwi­schen Har­ley und Ivy dar­ge­stellt. Die­ser kurze Comic ist von Laura Braga gezeich­net und die danach star­tende Reihe von Riley Rossmo.

WOW, diese Zeichnungen

Riley Ross­mos Zeich­nun­gen sind ein ech­ter Hin­gu­cker. Sie wir­ken ver­zerrt und ver­ein­facht. Ebenso haben sie etwas Car­toon­ar­ti­ges an sich, da einige Cha­rak­tere über­spitzt dar­ge­stellt wer­den. Die Ges­tik und Mimik der Figu­ren sind gelun­gen her­aus­ge­ar­bei­tet. Ein wei­te­rer posi­ti­ver Punkt ist das Spiel mit dem Comic als Medium. Die Panels sind ver­setzt, schräg und unter­schied­lich groß ange­ord­net – man kann jedoch allem noch gut fol­gen. Aber somit ent­steht, pas­send zu den Zeich­nun­gen, eine zusätz­li­che Dyna­mik und die „Schräg­heit“ von Har­ley wird unter­stri­chen. Wei­ter­hin bie­ten die Far­ben von Ivan Plas­cen­cia die dazu pas­sende Licht- und Schatteneffekte.

Immer lustig…HAHAHA

Der Comic­band spielt in der neuen Ära der „Infi­nite Fron­tier“. Diese neue Line-Up ist ähn­lich wie beim „Rebirth“-Zyklus gedacht. Dabei wird zwar nicht alles auf null gestellt, jedoch einige Figu­ren so weit zurück­ge­setzt, dass man Geschich­ten mit die­sen Figu­ren erzäh­len kann, wie sie in der vori­gen Zyklus­form nicht mög­lich gewe­sen wären.

Wenn man natür­lich extra noch­mals an einen bestimm­ten Punkt zurück­kehrt, dann möchte man auch Geschich­ten erzäh­len, die etwas Neues bie­ten. Zum Teil erscheint es so, als ob dies vor allem mit lus­ti­gen Sprü­chen ver­sucht wird, die Har­ley bringt. Im Kon­trast ste­hen hierzu eigent­lich alle ande­ren Figu­ren, wie bei­spiels­weise der eher nach­denk­li­che Kevin. Auf mich wir­ken die lus­tig gemein­ten Sprü­che teils zu gewollt und auf­ge­setzt. Was aller­dings inhalt­lich nicht so über­zeu­gen kann, wird optisch wie­der wett gemacht. Die car­toon­hafte Dar­stel­lung sowie die wit­zige und dyna­mi­sche Insze­nie­rung von Riley Rossmo geben dem Comic das gewisse Etwas, das ihm ansons­ten feh­len würde. Denn auch ins­ge­samt ist die Geschichte bis­her nicht über­zeu­gend – aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Har­ley Quinn – Die Hel­din von Got­ham. Ste­pha­nie Phil­lips. Zeich­nun­gen und Tusche: Riley Rossmo und Laura Braga. Über­set­zung: Jörg Fass­ben­der. Panini. 2022.

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