Große Liebe im Schuppenkleid – mit Pups-Button

by Bücherstädterin Kathrin

Ich habe mich unsterb­lich ver­liebt. Er ist recht klein (zumin­dest wenn man von sei­ner Spe­zies im All­ge­mei­nen aus­geht), hat Schup­pen – aller­dings sehr far­ben­präch­tige, die wie ein Regen­bo­gen schil­lern – einen leich­ten Über­biss und er lei­det unter Fla­tu­len­zen. Außer­dem hat er einen zuge­ge­be­ner­ma­ßen recht unge­wöhn­li­chen Namen: Fur­zi­pups, der Knat­ter­dra­che. Er spielt die Haupt­rolle im neuen Kin­der­buch von Kai Lüft­ner mit gleich­na­mi­gem Titel. – Von Bücher­städ­te­rin Kathrin

Das alles wirkt eher lie­bens­wert als absto­ßend auf mich. Für euch klingt das jedoch nicht son­der­lich attrak­tiv? Warum ihr euch den­noch von dem klei­nen Dra­chen ver­zau­bern las­sen soll­tet, erfahrt ihr im Fol­gen­den. Eine Rezen­sion in Form einer Liebeserklärung.

Ein Dra­che mit einem klit­ze­klei­nen Pro­blem, das es in sich hat

Dra­chen spu­cken Feuer. So war es schon immer und so kennt man es aus diver­sen Geschich­ten, Legen­den und Mythen. Doch Fur­zi­pups hat ein Pro­blem. So sehr er sich auch anstrengt, das Gas, wel­ches eigent­lich für die Flamme sor­gen soll (übli­cher­weise vorne oder, groß­zü­gig bemes­sen, zumin­dest in Rachen­nähe) schießt bei ihm in Form von übel­rie­chen­den, rie­si­gen Pup­sen hin­ten her­aus, die sogar grüne Dunst­schwa­den her­auf­be­schwö­ren. Diese Tat­sa­che macht ihn zum Außen­sei­ter, denn er ist der ein­zige Dra­che, dem die­ses – nun, nen­nen wir es Mal­heur – pas­siert. Fur­zi­pups expe­ri­men­tiert mit ver­schie­de­nen Spei­sen wie zum Bei­spiel Feu­er­boh­nen und extra schar­fen Chi­li­scho­ten, mit diver­sen Ver­ren­kun­gen und täg­li­chem har­ten Trai­ning. Doch egal, was er auch aus­pro­biert, das Gas ent­weicht immer am fal­schen Ort.

All dies beschreibt Kai Lüft­ner in humor­vol­len, kurz­wei­li­gen Ver­sen in sei­nem neuen Kin­der­buch. Die wun­der­vol­len und – ich kann es nicht anders sagen – unfass­bar nied­li­chen Illus­tra­tio­nen von Wiebke Rau­ers beglei­ten den Text dabei. Auf den ganz­sei­ti­gen Bebil­de­run­gen gibt es viel zu ent­de­cken. Text und Illus­tra­tion sorg­ten dafür, dass ich Fur­zi­pups trotz sei­nes offen­sicht­lich etwas unap­pe­tit­li­chen Pro­blems schnell in mein Herz schloss. Und ich denke, dass es nicht nur mir so ergeht. Wenn ihr ihm eine Chance gebt, wer­det auch ihr ihn lie­ben lernen.

Pups-But­ton inklusive

Neben Text und Zeich­nun­gen hat das Buch noch ein wei­te­res High­light zu bie­ten: Es kommt mit einem extra Pups-But­ton zum Mit­ma­chen daher, der wun­der­bar beim Vor­le­sen in die Geschichte ein­ge­baut wer­den kann – aber natür­lich auch ein­fach so Spaß macht. Nicht nur Kin­der wer­den an den fünf ver­schie­de­nen, urko­mi­schen Pups­lau­ten ihre Freude haben. Sich an trö­ten­den und prö­ten­den Furz­ge­räu­schen zu ergöt­zen, mag an die­ser Stelle etwas infan­til klin­gen, aber wir reden hier von einem Kin­der­buch und: Ich habe es selbst aus­pro­biert, getes­tet und mich köst­lich amü­siert – obwohl meine Kin­der­gar­ten- und Vor­schul­zeit schon etwas wei­ter zurück­liegt. Zusätz­lich zu die­sem Spaß ver­mit­telt das Buch noch eine wich­tige Bot­schaft: Du bist anders? – Na und!

Wer jetzt gespannt ist, wie Fur­zi­pups seine etwas andere Art des Gas­aus­sto­ßes für sich zu nut­zen weiß und mehr über den klei­nen Dra­chen erfah­ren möchte, oder auch, wer neu­gie­rig auf den Pups-But­ton ist, greift am bes­ten sel­ber zu die­sem gran­dio­sen Kin­der­buch. Gebt Fur­zi­pups eine Chance, er wird euch nicht ent­täu­schen. Drachenehrenwort.

In die­sem Sinne: Prö-ö-ö-ö‑t!

Fur­zi­pups, der Knat­ter­dra­che. Kai Lüft­ner. Illus­triert von Wiebke Rau­ers. Cop­pen­rath. 2019.

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