Eine verzaubernde Geschichte „Emerald Witches – Ahnenmond“ von Laura Labas

by Bücherstadt Kurier

Cover Emerald Witches Band 1In Seoul gibt es sie­ben Hexen­zir­kel, von denen jeder eine Anwär­te­rin für die Nach­folge der Yeoh­wang (Köni­gin) stellt. Aber die jet­zige Köni­gin, eine Hexe aus dem Opal­zir­kel, denkt gar nicht daran, ihre mäch­tige Posi­tion auf­zu­ge­ben. Bücher­städ­te­rin Isa lässt uns an ihrem Lese­er­leb­nis teilhaben.

„Eme­rald Wit­ches“ erzählt uns die Geschichte von Hana. Sie und ihre bei­den Freun­din­nen Subin und Jisoo gehö­ren zum Sma­ragd­zir­kel, der in der Rang­folge der sie­ben Hexen­zir­kel der letzte und schwächste ist und sich des­halb kaum über Was­ser hal­ten kann. Seit lan­ger Zeit haben die nach­kom­men­den Hexen im Zir­kel immer weni­ger Macht, des­halb liegt alle Hoff­nung auf Hana. Sie ist die erste Hexe seit Genera­tio­nen, deren Poten­zial so groß ist, dass sie selbst die Macht der Köni­gin übersteigt.

Seit jeher fin­det wäh­rend des Ahnen­mon­des ein Ritual statt, in dem sich eine der sie­ben Anwär­te­rin­nen durch­setzt und die neue Yeoh­wang wird. Hana wurde ihr gan­zes Leben auf die­sen einen Moment vor­be­rei­tet und behü­tet, damit ihrer Ernen­nung nichts im Wege steht. Um die­sem Käfig ein letz­tes Mal zu ent­kom­men, zieht sie am Vor­abend der Zere­mo­nie mit Subin und Jisoo durch das nächt­li­che Seoul und trifft auf den Dämon Bobby, der die jah­re­lange Vor­be­rei­tung zunichtemacht.

Es ist nicht alles wie es scheint

Laura Labas hat mit Hana eine inter­es­sante Haupt­fi­gur geschaf­fen, in die ich mich gut hin­ein­ver­set­zen und der ich fol­gen konnte. Ihre Gedan­ken und Hand­lun­gen sind nach­voll­zieh­bar und haben mich mit­fie­bern lassen.

Die Autorin ist für die Recher­che zu die­sem Roman zwei­mal nach Seoul gereist. Wäh­rend sie bei ihrem ers­ten Auf­ent­halt wegen der Corona-Pan­de­mie kaum Men­schen auf den Stra­ßen gese­hen hatte, war es bei der zwei­ten Reise das genaue Gegen­teil. Man merkt den Beschrei­bun­gen im Buch an, dass Laura Labas vor Ort war und, wie sie selbst sagt, sich ver­liebt hat. Im Ein­band des Buches ist eine Karte mit allen wich­ti­gen Schau­plät­zen zu fin­den, so dass man eine Ver­bin­dung zu den beschrie­be­nen Orten her­stel­len kann. Zusätz­lich fin­den sich immer wie­der ein­zelne korea­ni­sche Voka­beln, deren Über­set­zung im Glos­sar am Ende des Buches auf­ge­lis­tet ist.

Beson­ders gefal­len hat mir der Per­spek­tiv­wech­sel, der das „So war es schon immer und wird rich­tig sein“ zur Seite schiebt und auf­zeigt, dass es immer mehr als eine Seite gibt. Hana hin­ter­fragt ihr Han­deln und ihr Gelern­tes immer wei­ter und gewinnt dadurch eine Sicht, die sie ansons­ten nie bekom­men hätte.

Vorhersehbar? Nein Danke!

Nach­dem ich mit dem Lesen begon­nen hatte, habe ich nur drei Tage gebraucht, um das Buch zu been­den. Immer wenn ich dachte „jetzt wird es vor­her­seh­bar“, nahm die Geschichte eine völ­lig andere Wen­dung und hat die Begeis­te­rung noch vergrößert.

Wie in den meis­ten Büchern gibt es auch hier Ver­liebt­hei­ten und Gefühle, aber sie ste­hen weder im Vor­der­grund noch domi­nie­ren sie die Geschichte. Gerade das ist etwas, das mich oft an Büchern stört, hier dage­gen gekonnt umge­setzt wurde.

Mir sind zwei Wider­sprü­che auf­ge­fal­len, die ich im Gesamt­pa­ket aber guten Gewis­sens igno­rie­ren kann, da sie nichts an der eigent­li­chen Hand­lung ändern.

Ins­ge­samt ist Eme­rald Wit­ches ein groß­ar­ti­ges Buch, das ich gerne wei­ter­emp­fehle. Ich freue mich schon auf Band 2 („Sei­den­blume“), der am 26.01.2023 ver­öf­fent­licht wird. Bis dahin kann ich mir gut vor­stel­len, auch andere Bücher von Laura Labas zu lesen.

Eme­rald Wit­ches – Ahnen­mond. Laura Labas. Piper Ver­lag GmbH. 2022.

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