Eine inszenierte Lesung für Groß und Klein

by Zeichensetzerin Alexa

Fast zwei Jahre ist der Erschei­nungs­ter­min des Bil­der­bu­ches „Lind­bergh: Die aben­teu­er­li­che Geschichte einer flie­gen­den Maus“ her. Als Tor­ben Kuhl­manns Debüt­werk im Januar 2014 im Nord­Süd Ver­lag ver­öf­fent­licht wurde, fand es eine begeis­terte Leser­schaft, die sich in Rezen­sio­nen und Kom­men­ta­ren in sozia­len Netz­wer­ken spie­gelte. Dane­ben erhielt das Werk große Aner­ken­nung durch Preise. Kaum erschie­nen, wurde es mit dem Leip­zi­ger Lese­kom­pass aus­ge­zeich­net und von der Stif­tung Buch­kunst als eines der 25 schöns­ten deut­schen Bücher 2014 gekürt. Die­ses Jahr wurde das Buch für den Deut­schen Jugend­li­te­ra­tur­preis 2015 nominiert.

Im Okto­ber ist schließ­lich ein Hör­spiel zum Buch erschie­nen; eine insze­nierte Lesung mit Bas­tian Pas­tewka in allen Rol­len und der klei­nen, schon aus dem Bil­der­buch bekann­ten Maus Char­lie als Haupt­fi­gur. Der rote Faden hält sich noch an die Vor­lage: Es geht um eine kleine Maus, die sich in Ham­burg auf­grund von lau­ern­den Gefah­ren durch Kat­zen und Eulen sowie Mau­se­fal­len nicht mehr sicher fühlt und ihren Mau­se­freun­den nach Ame­rika fol­gen will. Um ihr Ziel zu errei­chen, über­legt sie sich, ein Flug­ge­rät zu bauen. Nicht ein­fach, wie sie bald fest­stel­len muss, doch so schnell will sie nicht aufgeben…

Sind es beim Bil­der­buch die Illus­tra­tio­nen, wel­che der Geschichte Farbe ver­lei­hen, ist es beim Hör­spiel die Spre­cher­stimme. Bemer­kens­wert viel­sei­tig ist die Stimme Pas­tews­kas, sodass beim Hören der Ein­druck ent­steht, es han­dele sich hier­bei um meh­rere Spre­cher. Die Rol­len, die er spricht, sind auch jene, die so im Bil­der­buch nicht vor­kom­men. Hier mel­den sich näm­lich der Zeich­ner und der Geschich­ten­er­zäh­ler zu Wort – und natür­lich hat auch Char­lie etwas zu sagen. Das beson­dere daran: alle drei Cha­rak­tere kom­mu­ni­zie­ren nicht nur mit den Zuhö­rern, son­dern auch unter­ein­an­der, was so man­ches Mal zum Schmun­zeln und Lachen bringt. Wenn dann näm­lich Char­lie den Zeich­ner darum bit­tet, ihm etwas Nütz­li­ches zu zeich­nen, mit dem er wei­ter­ar­bei­ten kann, oder darum, etwas schnel­ler zu skizzieren.

Unter­halt­sam und vol­ler Witz wird hier eine etwas andere Geschichte gestal­tet als es im Bil­der­buch der Fall ist, auch wenn der Plot an sich der glei­che bleibt. Nicht zuletzt wird das Hör­spiel außer­dem durch Geräu­sche und Musik zu einem Kopf­kino: man hört den Blei­stift auf Papier scha­ben, Tier­laute und span­nende, schnelle Musik, wenn die Situa­tion brenz­lig wird sowie ruhige Musik, sobald sich alles gelegt hat.

Es gibt Hör­spiele, die eher Kin­der oder Erwach­sene anspre­chen. Die­ses gehört zu der Kate­go­rie „Hör­spiel für die ganze Fami­lie“ und eig­net sich her­vor­ra­gend als Ergän­zung zum Buch. Wer schon das Bil­der­buch gerne gele­sen hat oder sowieso Hör­spiele mag, der sollte unbe­dingt auch zu die­sem Hör­spiel greifen.

Zei­chen­set­ze­rin Alexa

Ab Herbst 2016: „Arm­strong“

Lind­bergh: Die aben­teu­er­li­che Geschichte einer flie­gen­den Maus. Tor­ben Kuhl­mann. Spre­cher: Bas­tian Pas­tewka. Regie: Mar­lene Breuer. Bear­bei­tung: Gud­run Hart­mann. der Hör­ver­lag. 2015. Ab 5 Jah­ren. Wei­tere Infor­ma­tio­nen: Lind­bergh: Die aben­teu­er­li­che Geschichte einer flie­gen­den Maus (Bil­der­buch) | Maul­wurf­stadt | Inter­view mit Tor­ben Kuhl­mann | www​.tor​ben​-kuhl​mann​.com

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Ein Schatz in den Tiefen des Meeres – Bücherstadt Kurier 3. August 2019 - 11:06

[…] Edi­son / Rezen­sion: Lind­bergh / Rezen­sion: Maul­wurf­stadt / Rezen­sion: Lind­bergh-Hör­spiel / Rezen­sion: Arm­strong / Rezen­sion: Arm­strong-Hör­spiel / Tor­ben Kuhl­mann im […]

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