Ein tödlicher Podcast „Das letzte, was du hörst“ | #Todesstadt

by Seitentänzerin Michelle-Denise

Cover Das letzte, was du hörstNach­dem sich Sei­ten­tän­ze­rin Michelle-Denise bereits mit dem inter­ak­ti­ven Hör­aben­teuer „Hör­ge­fühlt“, einem Pre­quel zu „Das Letzte, was du hörst“, auf den neuen Thril­ler von Andreas Win­kel­mann ein­ge­stimmt hat, ist sie nun in die Haupt­hand­lung eingetaucht.

Mar­tina, eine treue Höre­rin des Pod­casts „Hör­ge­fühlt“, droht Sui­zid zu bege­hen. Ihre neu­ge­won­nene Freun­din Roya ver­sucht ver­zwei­felt, sie von die­sem Unter­fan­gen abzu­hal­ten und zu ret­ten, jedoch ver­ge­bens. Warum war die junge Frau so hoff­nungs­los und warum starb sie mit Ear Pods im Ohr, auf denen ihr Lieb­lings­pod­cast lief? Der Thril­ler star­tet direkt mit einem mys­te­riö­sen Todes­fall, der fesselt.

Unabhängiger Thriller

The­ma­tisch und zeit­lich knüpft das Buch „Das Letzte, was du hörst“ direkt an das Pre­quel „Hör­ge­fühlt“ an. Das Buch beginnt da, wo das Hör­aben­teuer endete, näm­lich bei der Frage „Wo ist Mar­tina?“ Zwar ist die Vor­ge­schichte, die online als kos­ten­lo­ses inter­ak­ti­ves Hör­aben­teuer zur Ver­fü­gung steht, durch­aus inter­es­sant, jedoch nicht zwin­gend not­wen­dig, um sich in der Geschichte von Win­kel­manns neuem Thril­ler zurechtzufinden.

Die Prot­ago­nis­tin Roya, die im Pre­quel noch als Neben­fi­gur agierte, ist ein viel­schich­ti­ger Cha­rak­ter, der zunächst etwas kühl und unnah­bar scheint. Anfangs erhält man ledig­lich durch ihre mit­füh­lende Art gegen­über Mar­tina einen Ein­druck von Royas ver­letz­li­chem See­len­le­ben. Warum ihr gerade Mar­ti­nas Schick­sal am Her­zen liegt, obwohl sie die Frau erst kurz und kaum kennt, offen­bart sich ganz lang­sam. Seite für Seite.

Hörbuch statt Printausgabe

Ich habe bereits früh ver­sucht, eine Ver­bin­dung zwi­schen der Prot­ago­nis­tin Roya und dem offen­sicht­li­chen Ant­ago­nis­ten Marc Maria Hagen, dem Pod­cas­ter von „Hör­ge­fühlt“, dem Lieb­lings­pod­cast von Mar­tina, her­zu­stel­len. Lei­der bin ich dabei rela­tiv schnell auf die Lösung gesto­ßen und emp­fand den Thril­ler im wei­te­ren Ver­lauf als weni­ger span­nend, da ich bereits ahnte, in wel­chem Zusam­men­hang Roya und Hagen zuein­an­der ste­hen. Hier­bei hat mir jedoch nicht mein Vor­wis­sen aus dem Pre­quel „Hör­ge­fühlt“ gehol­fen, denn dort lag der Fokus nicht auf der Prot­ago­nis­tin Roya, son­dern auf einem ande­ren Cha­rak­ter, der allein für das Hör­aben­teuer geschaf­fen wurde. Es war ein­fach zu offen­sicht­lich, was ich sehr schade finde, denn Win­kel­manns Thril­ler glän­zen eigent­lich stets durch raf­fi­nierte unvor­her­seh­bare Wen­dun­gen, die bis zur letz­ten Seite mit­fie­bern lassen.

Nichts­des­to­trotz über­zeugt „Das Letzte, was du hörst“ durch die inno­va­tive Ver­schmel­zung von Pod­cas­tele­men­ten und Buch. Lei­der habe ich mich statt des Hör­buchs für die Print­aus­gabe von „Das Letzte, was du hörst“ ent­schie­den. Die Audio­ver­sion würde sich hier aber durch­aus anbie­ten, da man so auch akus­tisch in den Genuss der Worte des Pod­cas­ters Marc Maria Hagen ein­tau­chen könnte, der inner­halb der Geschichte stets für seine ange­nehme Stimme gelobt wird.

Das Letzte, was du hörst. Andreas Win­kel­mann. Rowohlt. 2022.

Hier geht’s zum Inter­view mit Andreas Winkelmann.

Ein Bei­trag zur Todes­stadt. Hier fin­det ihr alle Beiträge.

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