Ein Ermittler für besondere Fälle #Todesstadt

by Wortspieler Nico

Gril­len zir­pen, gele­gent­lich ruft ein Käuz­chen, Schrit­ten sind zu hören, plötz­lich ein grel­ler Frau­en­schrei und zum Abschluss ein dämo­ni­sches Lachen. So beginnt jede der 107 Fol­gen von „Geis­ter­jä­ger John Sin­c­lair“ vom Ton­stu­dio Braun. Als Jugend­li­cher hat Wort­spie­ler Nico diese Hör­spiele gerne gehört und tut dies auch heute noch.

Wenn ich an Hör­spiele mit Geis­tern und Dämo­nen denke, fällt mir immer wie­der eine Hör­spiel­se­rie ein: „Geis­ter­jä­ger John Sin­c­lair“. In den Geschich­ten beglei­ten wir John Sin­c­lair, Ermitt­ler von Scot­land Yard. Die­ser kommt zum Ein­satz, wenn es über­na­tür­lich wird und geht jeder noch so absur­den Geschichte auf den Grund. Mensch­li­che Gano­ven jagt er keine mehr, nur noch Hexen, Vam­pire, Wer­wölfe und Dämo­nen gehö­ren zu sei­nem Arbeits­all­tag. Immer dabei: seine mit Sil­ber­ku­geln gela­dene Beretta und ein Kreuz, um Dämo­nen zurück­zu­drän­gen. Denn seine Wider­sa­cher trach­ten nach Sin­c­lairs Leben, doch kann er jedes Mal ent­wi­schen und ihnen das Hand­werk legen – bezie­hungs­weise sie für die Nach­welt unschäd­lich machen … in wel­cher Form auch immer. Allein kämpft es sich schlecht gegen die Welt der Dämo­nen, des­we­gen schließt sich häu­fig der Auf­trag­ge­ber mit an. Aber es gibt auch wie­der­keh­rende Freunde, die John auf sei­nen Aben­teu­ern begleiten.

Wie es in allen Hör­spie­len üblich ist, tau­chen die Spre­che­rIn­nen nicht nur ein­mal auf, son­dern mimen immer wie­der Figu­ren – so auch in der Welt Sin­c­lairs. In der einen Folge spricht jemand noch eine gru­se­lige Hexe und in der nächs­ten eine unschul­dige, ver­ängs­tigte Mandantin.

Fun Facts am Rande

Die – für mich – ein­zig wah­ren John Sin­c­lair Fol­gen sind die Ori­gi­nale vom Ton­stu­dio Braun. Die spä­ter pro­du­zier­ten Serien „Sin­c­lair Clas­sics“ und „John Sin­c­lair 2000“ haben mich nie so gefes­selt wie die erste Serie. Pro­du­ziert wurde die Serie von 1981 bis 1991. Mit dem Urteil nach einem ver­lo­re­nen Rechts­streit erwirkte der Bas­tei-Ver­lag, dass nur noch die Rest­be­stände sämt­li­cher Fol­gen ver­kauft wer­den durf­ten. Selbst das Nach­pro­du­zie­ren der bereits auf­ge­nom­me­nen Fol­gen wurde dem Ton­stu­dio Braun unter­sagt. Somit sind Fans in den Geschmack von 107 Fol­gen gekom­men. Drei wei­tere Fol­gen wur­den bereits pro­du­ziert, durf­ten aber nie erschei­nen. Die Hoff­nung steckt jetzt im Bas­tei-Lübbe-Ver­lag, dass diese nicht nur die Ori­gi­nal­fol­gen digi­tal über­ar­bei­tet auf den Markt brin­gen, son­dern auch die drei nie erschie­ne­nen Fol­gen noch ver­öf­fent­licht werden.

Alle Hör­spiele sind nach den zuvor erschie­nen Roman­vor­la­gen pro­du­ziert wor­den, aller­dings nach der Eig­nung für den Hör­spiel­markt. Heißt: Die Rei­hen­folge wurde ver­än­dert oder einige Romane wur­den gar nicht ver­tont. Dies hat den Nach­teil, dass in den Hör­spie­len etwas the­ma­ti­siert wird, das man nur aus den Roma­nen ken­nen kann. Diese Romane wur­den von Hel­mut Rel­ler­gerd, Richard Wun­de­rer, Fried­rich Ten­krat geschrie­ben. Sie alle ver­öf­fent­lich­ten unter dem Pseud­onym Jason Dark.

Nicht mehr ganz zeitgenössisch

Was mir jetzt beim erneu­ten Hören der Hör­spiele sauer auf­ge­sto­ßen ist, sind die teil­weise ras­sis­ti­schen und frau­en­feind­li­chen Kom­men­tare und Hand­lun­gen gegen­über den Neben­cha­rak­te­ren. Zum Bei­spiel wird in der zwei­ten Folge um eine Frau gewor­ben. Als diese ihren „Ver­eh­rer“ abblit­zen lässt, wird er ihr gegen­über hand­greif­lich und hat die grö­lende Menge auf sei­ner Seite. Dies wird erst unter­bun­den, als John Sin­c­lair auf­taucht und dazwi­schen geht. Dadurch wird zwar zusätz­lich der Zwist zwi­schen Sin­c­lair und dem Play­boy ange­heizt (denn sie gera­ten noch häu­fi­ger anein­an­der), aber das hätte man – aus heu­ti­ger Sicht – auch anders dar­brin­gen können.

Sobald ich die Fol­gen anma­che und den Anfang höre, sitze ich gedank­lich wie­der in mei­nem Jugend­zim­mer und fie­bere mit. Die erste Folge habe ich damals mit 16 Jah­ren, 14 Jahre nach­dem die Serie schon abge­setzt war, von einem Kol­le­gen aus der Aus­bil­dung emp­foh­len und als MP3-Kopie bekom­men. Was dazu führte, dass ich nicht genug von der Serie bekom­men konnte und mir alle Fol­gen geholt habe. Heute fin­det man diese unter ande­rem bei Ama­zon Music oder auch bei Audible.

Geis­ter­jä­ger John Sin­c­lair. Jason Dark (Hel­mut Rel­ler­gerd, Richard Wun­de­rer, Fried­rich Ten­krat). Ehe­mals Ton­stu­dio Braun, heute Bas­tei-Lübbe-Ver­lag. 1981–1991. CD, Ama­zon Music, Audi­ble, Spo­tify. Ab 16 Jahren.

Ein Bei­trag zum Spe­cial #Todes­stadt. Hier fin­det ihr alle Beiträge.

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