Druckgraphiken zu Dantes Göttlicher Komödie Höllenschwarz und Sternenlicht

by Geschichtenzeichnerin Celina

Die Son­der­aus­stel­lung „Höl­len­schwarz und Ster­nen­licht – Dan­tes Gött­li­che Komö­die in Moderne und Gegen­wart“ ist noch bis 08. Mai 2022 im Kup­fer­stich­ka­bi­nett in Ber­lin zu sehen. Es wer­den beein­dru­ckende Druck­gra­phi­ken gebo­ten. Geschich­ten­zeich­ne­rin Celina war dort und hat sich dazu das Begleit­jour­nal durchgelesen.

Anlass der Aus­stel­lung ist der 700. Todes­tag von Dante Ali­ghieri (1265−1321) im Sep­tem­ber 2021. Es kön­nen ver­schie­dene Druck­gra­phi­ken zu Dan­tes Gött­li­cher Komö­die bestaunt wer­den. Im Fokus ste­hen die Lin­ol­schnitte der Dänin Ebba Holm (1889−1967) und die Holz­schnitte des Nord­deut­schen Klaus Wrage (1891−1984) aus den 1920er-Jah­ren sowie die far­bi­gen, am PC gezeich­ne­ten Digi­tal­dru­cke vom Ber­li­ner Andreas Siek­mann (geb. 1961). Somit sind Künstler*innen sowohl der Moderne als auch der Gegen­wart vertreten.

Ausstellungsraum Höllenschwarz und Sternenlicht

Foto: Geschich­ten­zeich­ne­rin Celina

Dar­über hin­aus wer­den ein­zelne wei­tere Künstler*innen und Druck­gra­phi­ken prä­sen­tiert, die die Dante-The­ma­tik auf­grei­fen. Dar­un­ter fal­len etwa eine Radie­rung von Gust­ave Doré und eine Litho­gra­fie von Odi­lon Redon. Die Dru­cke von Holm und Wrage hän­gen an den Wän­den, mit den ent­spre­chen­den Text­pas­sa­gen aus Dan­tes Werk dane­ben. Ebenso gibt es Vitri­nen, die noch­mal spe­zi­fi­sche Aspekte auf­grei­fen, wie die ori­gi­na­len Holz­druck­plat­ten von Wrage. Siek­manns Dru­cke sind in der Mitte des Rau­mes angeordnet.

Glei­ches Thema und doch so verschieden

Ver­gleicht man die vie­len Dru­cke von Holm, Wrage und Siek­mann, fällt beson­ders auf, wie ein­zig­ar­tig jede/r an die gra­fi­sche Umset­zung von Dates Werk her­an­ge­gan­gen ist. Nicht nur die Wahl der Tech­nik fällt unter­schied­lich aus, son­dern ebenso die gra­fi­sche Dar­stel­lungs­art. Aller­dings schei­nen Holms und Wra­ges mehr Gemein­sam­kei­ten auf­zu­wei­sen, da beide in Schwarz-Weiß dru­cken und ein Hoch­druck­ver­fah­ren ver­wen­den. Hier­bei wer­den die hoch­ste­hen­den Linien auf dem Papier sicht­bar. In den Linol­dru­cken von Holm erschei­nen geo­me­tri­sche For­men und ebenso figür­li­che und land­schaft­li­che Kom­po­si­tio­nen. In ihren Gra­phi­ken schafft sie es, spe­zi­fi­sche Stim­mun­gen der Dan­te­pas­sa­gen pas­send widerzuspiegeln.

In Wra­ges Holz­schnit­ten scheint es teils, als sei auf schwar­zem Grund mit Weiß gezeich­net wor­den. Durch die schwar­zen Hin­ter­gründe und ebenso durch die räum­li­che Dar­stel­lung wird eine Tie­fen­wir­kung erzeugt. Auch Wrage setzt teils geo­me­tri­sche Anord­nun­gen ein und zeigt figür­li­che Darstellungen.

Siek­mann bezieht sich in sei­nen Dru­cken auf Zeich­nun­gen von San­dro Bot­ti­celli zur Gött­li­chen Komö­die. Diese sind hier ein­zig durch ihre Kon­tur­li­nien prä­sent. Bot­ti­cel­lis Figu­ren setzt er in seine far­bi­gen Bil­der­werke ein. Dadurch ent­ste­hen neue Zusam­men­hänge und er greift wei­ter­füh­rende The­men, wie die euro­päi­sche Grenz- und Flücht­lings­po­li­tik, auf.

Cover Höllenschwarz und SternenlichtUnbe­dingt anschauen

Die Aus­stel­lung ist in jedem Fall sehens­wert und jeder und jedem zu emp­feh­len, der/die sich gerne Kunst und Illus­tra­tio­nen anschaut. Dazu ist ein Begleit­jour­nal erschie­nen, das für 10€ erwor­ben wer­den kann. Ent­hal­ten sind wei­ter­füh­rende Infor­ma­tio­nen unter ande­rem zur Rezep­ti­ons­ge­schichte und den Kon­tex­ten der Künstler*innen. Die Druck­gra­phi­ken sind in den Tex­ten pas­send abge­druckt, aber nicht – wie man es von einem Kata­log kennt – wie in der Aus­stel­lung ange­ord­net. Auch die ent­spre­chen­den Text­pas­sa­gen von Dante sind hier nicht vor­han­den. Den­noch lohnt sich der Kauf des Jour­na­les, das noch einen tie­fe­ren Blick auf die Aus­stel­lung erlaubt.

Höl­len­schwarz und Ster­nen­licht – Dan­tes Gött­li­che Komö­die in Moderne und Gegen­wart. Her­aus­ge­bende: Andreas Schal­horn, Sil­via Massa. Kup­fer­stich­ka­bi­nett – Staat­li­chen Museen zu Ber­lin. 2021.

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