Drachenelfen – Die gefesselte Göttin

by Bücherstadt Kurier

Die Tat­sa­che, dass er nicht nur die Elfen, son­dern ein­fach alles, über das er schreibt, mit so viel Liebe und Gefühl in Wör­ter bet­tet wie kein zwei­ter, macht ihn für mich zu einem der bes­ten Fan­tasy-Autoren aller Zeiten.

*Klick* ama​zon​.de; Cover © Heyne

Erneut griff Deutsch­lands Fan­ta­sy­t­i­tan zur Feder und Stift und beschenkte die Leser­schaft mit dem Fol­ge­ro­man von „Dra­chen­el­fen“ und „Dra­chen­el­fen – Die Wind­gän­ge­rin“. Raus gekom­men ist dabei ein rund 900 Sei­ten star­kes Buch, das an die Geschichte und Legen­den um das Elfen­volk anknüpft und in des­sen His­to­rie spielt, nur um uns Lesern Stück für Stück gleich­sam einem Puz­zle seine ver­zerr­ten Geheim­nisse preiszugeben.

In „Dra­chen­el­fen – Die gefes­selte Göt­tin“ begeg­nen uns erneut die Haupt­ak­teure aus den vori­gen Büchern. Vie­les spielt wie auch in den vori­gen Tei­len aus der Sicht von Nan­da­lee, der trot­zi­gen Jäge­rin, die ihren eige­nen Weg gehen will, bis sie zur Dra­chen­elfe beru­fen wird. Dra­chen­el­fen sind die treus­ten Die­ner der Dra­chen und herr­schen als Ver­tre­ter der Alben über Alben­mark. Sie gel­ten als genauso herrsch­süch­tig und durch­trie­ben wie ihre Wider­sa­cher, die Devan­t­har, die über das Men­schen­reich regie­ren sol­len. Doch auch diese bei­den Groß­mächte haben eine unge­heu­er­li­che Angst vor dem Fall und wer­den sich die­ser nur allzu bewusst, als einer der Dra­chen von den Devan­t­har ermor­det wird. Als sei dies nicht genug, tritt eine neue Macht in die Welt, mit der so nie­mand gerech­net hat und ent­puppt das Geheim­nis um die dritte Welt und warum diese als „Grenz­strei­fen“ zwi­schen den Groß­mäch­ten gilt.

Spie­le­risch balan­ciert Herr Hen­nen zwi­schen die­sen Mäch­ten, ihren Unter­ta­nen und die anschei­nend unend­lich vie­len, klei­nen Geschich­ten, die seine Bücher mit so viel Leben fül­len. Mit Sorg­falt und Argus­au­gen sor­tiert er die Abläufe, um den Leser ste­tig zum Nach­den­ken anzu­re­gen. Dabei wer­den dem Leser gewisse Par­al­le­len zu unse­rer eige­nen Ver­gan­gen­heit und den Welt prä­gen­den Ereig­nis­sen, die sich mit sozia­lem, poli­ti­schem und vor allem mora­li­schem Gedan­ken­gut beschäf­ti­gen, nicht ver­bor­gen blei­ben – Pro­ble­ma­ti­ken, die er gekonnt in Meta­phern klei­det, um andere Sicht­wei­sen auf ver­schie­dene Situa­tio­nen auf­zu­wei­sen. Jeg­li­che Facet­ten des Lebens und sogar die Moral des Lebens und wel­chen Wert es für einen sel­ber oder für die mora­li­schen Wert­vor­stel­lun­gen hat, wer­den debat­tiert, dis­ku­tiert, doch nie­mals bewertet.

Dass er sein Hand­werk beherrscht, hat der „Herr der Elfen“ aber­mals unter Beweis gestellt. Viel mehr noch. Die Tat­sa­che, dass er nicht nur die Elfen, son­dern ein­fach alles, über das er schreibt, mit so viel Liebe und Gefühl in Wör­ter bet­tet wie kein zwei­ter, macht ihn für mich zu einem der bes­ten Fan­tasy-Autoren aller Zei­ten. Auch wenn unver­gleich­bar – Bern­hard Hen­nen kann vie­len bedeu­ten­den Autoren das Was­ser rei­chen: Clive Stap­les Lewis (Nar­nia), J.R.R.Tolkien (Herr der Ringe), George R.R.Martin (Lied von Eis und Feuer), Lewis Car­rolls (Alice im Wun­der­land) und ande­ren, die Genera­tio­nen mit ihren Geschich­ten in den Bann ziehen.

Rezen­sio­nen zu „Dra­chen­el­fen“ und „Dra­chen­el­fen – Die Wind­gän­ge­rin“ sowie ein Inter­view mit Bern­hard Hen­nen fin­det ihr in der 10. Ausgabe!

Diungo

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