Diversität in Wimmelbüchern „Mimis kunterbunte Welt“ & „Mimis kunterbunte Ferien“

by Satzhüterin Pia

Mimis kunterbunte WeltWim­mel­bü­cher sind seit jeher Kin­der­ma­gnete – aber wie oft bil­den sie noch das ewig glei­che hete­ro­nor­ma­tive, weiße Bild einer Gesell­schaft ab. Anders machen es die Wim­mel­bü­cher „Mimis kun­ter­bunte Welt“ und „Mimis kun­ter­bunte Ferien“. – Von Satz­hü­te­rin Pia

Mimi, der Haupt­fi­gur die­ser Wim­mel­bü­cher, ist kein Geschlecht zuge­ord­net und Mimis Freunde sind sehr viel­fäl­tig: Es gibt ver­schie­dene Glau­bens­rich­tun­gen, Behin­de­run­gen, unter­schied­li­che Kör­per­for­men und Hautfarben.

Konsequent kunterbunt

Das erste Buch „Mimis kun­ter­bunte Welt“ kommt ganz ohne Text aus. Die auf der Rück­seite vor­ge­stell­ten Freunde von Mimi kön­nen wir Betrachter:innen auf den Dop­pel­sei­ten ent­de­cken, genauso wie viele wei­tere nette Details, die ganz wim­mel­buch­ty­pisch sind. Nur dass hier alle Lebens­rea­li­tä­ten abge­bil­det wer­den: Men­schen mit Behin­de­run­gen oder Pro­the­sen, Frauen, Män­ner, nicht­bi­näre oder trans Per­so­nen, sogar Per­so­nen mit Viti­ligo, der Weiß­fle­cken­krank­heit, kann man ent­de­cken. Man­che haben Tat­toos, männ­lich gele­sene Figu­ren tra­gen auch mal Klei­der und alle Men­schen decken alle abge­bil­de­ten Berufe ab – also gibt es bei­spiels­weise eine Frau als Baggerfahrerin.

Der Nach­fol­ger „Mimis kun­ter­bunte Ferien“ ent­hält Text, der den wim­me­li­gen Bil­dern einen geschicht­li­chen Rah­men gibt. Mimi besucht zusam­men mit Papa Tim und Mimis Freun­den Freddy und Frida, einem Schwar­zen Zwil­lings­paar, andere gemein­same Freunde. Diese Freunde leben in sehr ver­schie­de­nen Wel­ten, was eine zusätz­li­che Ebene der Diver­si­tät auf­macht. Wie unter­schied­lich kann die Lebens­rea­li­tät in einer Stadt­woh­nung, auf einem Haus­boot, Cam­ping­platz, in einer Hoch­haus­sied­lung, einem eige­nen Wohn­haus oder auf einem Bau­ern­hof aus­se­hen? Und auch die Fami­li­en­kon­stel­la­tio­nen bil­den Viel­falt ab: Der Freund Kasi­mir hat zum Bei­spiel zwei Mamas und auf dem Bau­ern­hof lebt Char­lie mit sei­ner Fami­lie in meh­re­ren Genera­tio­nen zusammen.

Sichtbarkeit ist wichtig

In den bei­den Büchern mit und über Mimi und all den Freund:innen und Mit­men­schen wird eine Welt abge­bil­det, die sicher­lich nicht allen Leser:innen so im All­tag begeg­net oder die sie so wahr­neh­men. Umso wich­ti­ger ist es, all diese Lebens­rea­li­tä­ten sicht­bar zu machen. Völ­lig selbst­ver­ständ­lich besteht die Welt von Mimi aus mehr als wei­ßen Mama-Papa-Kind-Fami­lien, wie sie so oft in (Bilder)Büchern dar­ge­stellt wer­den und wird somit unse­rer ech­ten Welt sehr viel gerech­ter als manch andere Kinderbücher.

Der Zei­chen­stil ist far­ben­froh, aber gewöh­nungs­be­dürf­tig, weil auf Pro­por­tio­nen und so etwas wie logi­sche Trep­pen­ver­läufe weni­ger geach­tet wurde. Das ist aber eine recht erwach­sene Sicht auf die Bil­der und Kin­der stört das weni­ger – letzt­end­lich lag bei den Büchern der Fokus ganz klar an ande­rer Stelle.

Die Wim­mel­bü­cher sind abso­lute Gewinne für die eige­nen Bücher­re­gale oder als Geschenk für Kita und Co. ein hei­ßer Tipp.

Mimis kun­ter­bunte Welt. Ulrike Haas, Nicola Boyne. Illus­tra­tio­nen: Shiila Lip­pold. Ulila. 2021.

Mimis kun­ter­bunte Ferien. Ulrike Haas, Nicola Boyne. Illus­tra­tio­nen: Shiila Lip­pold. Ulila. 2022.

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