Diversität in Videospielen

by Satzhüterin Pia

Sims 4

Wäh­rend Bücher, Filme und Serien inzwi­schen ein wach­sen­des Spek­trum an LGBTQ-The­men, star­ken Frau­en­bil­dern sowie Diver­si­tät in alle mög­li­chen Rich­tun­gen auf­wei­sen, schei­nen Spiele hier noch deut­lich hin­ter­her­zu­hin­ken. Oder? Satz­hü­te­rin Pia und Feder­schrei­be­rin Kris­tina geben einen klei­nen Ein­blick in Video­spiele, die Diver­si­tät aufweisen.

„Life is strange: Before the storm“ und „Over­watch“ beinhal­ten les­bi­sche (Haupt-)Figuren – „Sky­rim“, „Sims“, „Fall­out 4“, „Mass Effect“ sind neben ande­ren Bei­spie­len alles RPG-Spiele, in denen die Figu­ren das glei­che Geschlecht hei­ra­ten kön­nen. Im rea­len Leben bes­ten­falls selbst­ver­ständ­lich, in Video­spie­len tat­säch­lich noch selten.

„Sims 4“: Hier kön­nen Spie­le­rin­nen und Spie­ler nicht mehr nur, wie bei den Vor­gän­gern der erfolg­rei­chen Reihe, gleich­ge­schlecht­li­che Figu­ren zusam­men­brin­gen und ver­hei­ra­ten. EA Games bricht in dem aktu­ells­ten Teil der Reihe (Erst­ver­öf­fent­li­chung 2014) die Geschlech­ter­gren­zen voll­ends auf: Männ­li­chen Spiel­fi­gu­ren ist es mög­lich, Frau­en­klei­dung zu tra­gen, wäh­rend weib­li­che Figu­ren Anzüge im Stil von Ellen DeGe­ne­res tra­gen kön­nen – aber vor allem macht die Lebens­si­mu­la­tion es mög­lich, trans Men­schen zu erstel­len und zu spie­len. Revo­lu­tio­när – für Videospiele.

„Dream Daddy“: Vor einem Jahr erschien die­ser „Dad Dating Simu­la­tor“ von Game Grumps. Offen und humor­voll wird hier das Thema „schwule, allein­er­zie­hende Väter“ behan­delt. Wobei sie zwar durch­weg als „gay“ bezeich­net wer­den, mög­li­cher­weise aber auch Bi zutref­fend wäre. Somit wer­den zwei The­men ver­eint, die auf den ers­ten Blick nicht ver­ein­bar scheinen.

Es gibt immer wie­der pop­kul­tu­relle Anspie­lun­gen und unter­schwel­lige Pro­ble­ma­ti­ken, die zwar nicht offen ange­spro­chen wer­den, die Spie­len­den aber immer wie­der hin­ter­fra­gen lässt: Was tue ich hier eigent­lich gerade? Ins­be­son­dere wenn man die Option hat, einen ver­hei­ra­te­ten Pries­ter zu daten. Oder wenn man die „Dad­dys“ auf den ers­ten Blick viel­leicht nicht mag, sie aber beim nähe­ren Ken­nen­ler­nen dann doch plötz­lich mit ande­ren Augen sieht. Dazwi­schen steht natür­lich auch die eigene Toch­ter, die man nicht ver­nach­läs­si­gen sollte. Das Game hat weit­aus mehr zu bie­ten als es auf den ers­ten Blick scheint. Dar­über hin­aus kommt es ohne Sex­sze­nen aus. Das aus­schließ­lich eng­lisch­spra­chige Spiel ist zum Bei­spiel bei Steam erhältlich.

„Com­ing out on Top“: Ein Stu­dent outet sich vor sei­nen bei­den bes­ten Freun­den (und Mit­be­woh­nern) und möchte sein letz­tes Jahr am Col­lege offen aus­le­ben. Reden wir nicht drum herum: Das Game ist voll­ge­packt mit Sex­sze­nen. Man kann sie bei Bedarf aber auch ver­pi­xeln oder aus­schal­ten. Daran wird aber schon deut­lich, dass sich die­ses Game an ein älte­res Publi­kum wen­det, sich dabei aber nicht so ernst nimmt – und trotz­dem noch Dinge anspricht, die wich­tig sind. Der Humor ist stark an ame­ri­ka­ni­schen Sit­coms ori­en­tiert, passt aber zum Set­ting… Auch die­ses Spiel (2014, Obscu­ra­soft) ist bei Steam zu fin­den – mit Altersbegrenzung.

„Hell­blade: Senua’s Sacri­fice“: Die Hel­din die­ses Spiels lei­det an einer Psy­chose und wird immerzu von Stim­men in ihrem Kopf beglei­tet. Das 2017 erschie­nene Action-Adven­ture (Ninja Theory) zeigt direkt zu Spiel­be­ginn eine War­nung, die auf die dras­ti­schen Dar­stel­lun­gen die­ser Psy­cho­sen hin­weist und dass diese beson­ders auf selbst betrof­fene Spie­ler „ver­stö­rend“ wir­ken könn­ten. Das Spiel wurde gleich zu Beginn immens erfolg­reich, was zeigt, dass The­men die­ser Art deut­lich mehr in Medien wie Video­spie­len in den Fokus gerückt wer­den soll­ten. Spie­lende wer­den für The­men, die sie nie­mals ganz nach­voll­zie­hen kön­nen, solange sie nicht davon betrof­fen sind, sensibilisiert.

Diese Über­sicht ist natür­lich unvoll­stän­dig … Kennt ihr wei­tere (Bei)Spiele, die hier unbe­dingt noch auf­ge­führt wer­den soll­ten? Schreibt uns gerne unter spielstrasse@​buecherstadtkurier.​com an oder hin­ter­lasst hier einen Kommentar!

Ein Bei­trag zum Spe­cial #Kun­ter­bunt. Hier fin­det ihr alle Beiträge.
Bild: Sims 4, EA

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