Mariah Carey und „Die Weihnachtsprinzessin“ (mit Verlosung) Schwermut und eine Prise Weihnachtszauber | #LitAdvent

by Seitentänzerin Michelle-Denise

Cover Die WeihnachtsprinzessinAlle Jahre wie­der ver­zau­bert Mariah Carey mit ihrem Welt­hit „All I Want For Christ­mas Is You“ die besinn­li­che Zeit des Jah­res. Mit ihrem ers­ten Mär­chen „Die Weih­nachts­prin­zes­sin“ tat sich Sei­ten­tän­ze­rin Michelle-Denise zunächst schwer – war dann aber doch entzückt.

Mariah lebt mit ihrer Mut­ter und dem Papa­gei Mike in einer schie­fen Hütte am Ende einer stei­ni­gen Straße, unweit eines Vil­len­vier­tels. Wie das Haus, wirkt auch das kleine Mäd­chen völ­lig fehl am Platz. Unbe­ach­tet in den eige­nen vier Wän­den, die sich Zuhause nen­nen sol­len, wird sie dar­über hin­aus von den ande­ren Kin­dern nicht akzep­tiert und unent­wegt geär­gert. Trotz all der Schi­ka­nen ver­liert sie jedoch nie ihren Wunsch nach fried­li­chen und fröh­li­chen Weih­nach­ten und ent­deckt dabei die Kraft ihrer unver­gleich­li­chen Stimme.

Schwermütige Kindheitserlebnisse prägen

Als Vor­wort des Buches ist ein Brief von Mariah Carey an die Prot­ago­nis­tin Mariah abge­druckt. In den per­sön­li­chen Zei­len macht Carey dem klei­nen Mäd­chen Mut, dass seine schwere Kind­heit und die unzäh­li­gen Hän­se­leien irgend­wann ein Ende fin­den wer­den. Es wird eines Tages den Geist der Weih­nacht ver­brei­ten und die Her­zen der Men­schen für sich erwär­men. Die­ser Brief umfasst im Grunde genom­men schon die kom­plette Geschichte des Buches.

Die wil­den dun­kel­blon­den Locken, das mar­kante Mut­ter­mal leicht unter­halb des Mun­des und der große Augen­auf­schlag: Mariah ist unver­kenn­bar eine kleine Ver­sion von Mariah Carey. Nicht nur äußer­lich ähnelt die Prot­ago­nis­tin der Musi­ke­rin, auch inhalt­lich sind Ein­flüsse aus ihrer eige­nen Kind­heit in die Geschichte ein­ge­flos­sen. So wuchs auch Carey in ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen bei ihrer Mut­ter auf, die als Opern­sän­ge­rin ihr Geld ver­diente. Zudem musste sie unent­wegt die gemei­nen Worte ande­rer Kin­der ertra­gen, die sie auf Grund ihres Aus­se­hens mie­den. Sie war kein „wei­ßes Mäd­chen“ wie die ande­ren. Zu wild waren die Locken, zu arm war die Fami­lie. Diese Trau­rig­keit spie­gelt sich auch in der Geschichte der klei­nen Mariah im Buch wider. Ein schlech­ter Moment jagt den nächs­ten. Ich bekam beim Lesen das Gefühl, dass die Schwer­mut nie­mals nach­las­sen würde und Mariah in ihrem Leben kein Moment der Freude ver­gönnt sein sollte. Düs­tere Zeich­nun­gen ver­stär­ken diese Tristesse.

Eine Mutter, wie sie als Stiefmutter im Buche steht

Die Rolle der Mut­ter nahm ich äußerst zwie­ge­spal­ten wahr. Unent­wegt ver­hält sie sich ihrer Toch­ter gegen­über so kühl und distan­ziert, wie man es nur von typi­schen Dar­stel­lun­gen der Stief­mut­ter aus alten Mär­chen kennt. So zog ich cha­rak­ter­lich schnell einen Ver­gleich zur bösen Stief­mut­ter von Aschen­put­tel. Optisch erin­nerte sie mich durch ihre düs­tere Schön­heit jedoch stark an die ebenso ego­is­ti­sche und bös­ar­tige Stief­mut­ter von Schnee­witt­chen. Ich war­tete nur auf den Hin­weis, dass es sich hier­bei nicht um Mariahs leib­li­che Mut­ter handle, aber sie ist es und in weni­gen Momen­ten sind sie und ihre Toch­ter sich nahe. Bei der Vor­be­rei­tung auf das bevor­ste­hende Weih­nachts­fest erkennt man, dass die bei­den ein­an­der, trotz der emo­tio­na­len Distanz, lie­ben und Mariah nicht ohne ihre Mut­ter sein möchte.

Erst im letz­ten Drit­tel des Buches fin­den sich all­mäh­lich kleine Licht­bli­cke in das Leben des klei­nen Mäd­chens ein, die mit dem ers­ten Schnee begin­nen. Ihre Liebe zu Weih­nach­ten und dem Gesang hel­fen ihr, auch noch so schwere Zei­ten und Hän­se­leien zu über­ste­hen. Wie genau das kleine Mäd­chen mit den wil­den Locken zur ele­gan­ten Weih­nachts­prin­zes­sin gekrönt wird, sei an die­ser Stelle nicht ver­ra­ten. Nur so viel: Mariah Carey wird eine ent­schei­dende Rolle einnehmen.

Nett gemeinte Ratschläge einer Diva

Ehr­lich gesagt habe ich eine solch schwer­mü­tige Geschichte nicht erwar­tet, als ich „Die Weih­nachts­prin­zes­sin“ in den Hän­den hielt. Durch die auto­ma­ti­sche Ver­bin­dung zu Mariah Careys Weih­nachts­klas­si­ker „All I Want For Christ­mas Is You“ lag für mich eigent­lich eine fröh­li­che Prin­zes­sin­nen­ge­schichte nahe. Auch ein­zelne Pas­sa­gen des Brie­fes von Carey an die Prot­ago­nis­tin irri­tier­ten mich. Sie ver­deut­licht darin, dass die kleine Mariah hin­sicht­lich ihrer Klei­dung und der wild gelock­ten Haare von ande­ren Men­schen gehän­selt wurde. Das Mäd­chen ver­diene aber jede Menge Con­di­tio­ner und die schöns­ten Klei­der. Hmm … An die­ser Stelle schien mir ein wenig die Diva durch­zu­schim­mern, für die Mariah Carey häu­fig gehal­ten wird. Haupt­sa­che die Fri­sur sitzt und das Out­fit überzeugt.

Ange­sichts mei­ner Erwar­tungs­hal­tung und der ein­lei­ten­den Worte hatte ich zunächst Pro­bleme, mich in die Geschichte ein­zu­fin­den, aber letz­ten Endes hat mich das Weih­nachts­mär­chen dann doch für sich gewin­nen kön­nen. Zuge­ge­ben, die anfäng­li­che Freud­lo­sig­keit mag zunächst etwas abschre­cken, aber hin­ter der Schwer­mut steckt eine wahre Geschichte, die eine gute Wen­dung nimmt und Mut machen soll. Denn trotz der schlim­men Erleb­nisse ver­liert die kleine Mariah nie ihre Freude und ihre Liebe zur Musik. Und zu Weihnachten.

Die Weih­nachts­prin­zes­sin. Mariah Carey und Michaela Angela Davis. Über­set­zung: Nadine Mann­chen. Illus­tra­tio­nen: Fuuji Taka­shi. Fischer Sauer­län­der. 2022.

Wir ver­lo­sen ein Exem­plar von „Die Weih­nachts­prin­zes­sin“. Schreibt uns bis zum15.12.2022 um 18 Uhr an stadtgespraech[at]buecherstadtkurier.com und erzählt uns, wel­ches euer liebs­tes Weih­nachts­lied ist, um in den Los­topf zu hüp­fen. Eure Daten wer­den wir aus­schließ­lich für den Ver­sand des Buchs ver­wen­den. Wir benach­rich­ti­gen die*den Gewinner*in per E‑Mail und anony­mi­siert in den Kom­men­ta­ren unter die­sem Bei­trag. Viel Glück!

Wir bedan­ken uns beim Fischer Sauer­län­der Ver­lag für die Bereit­stel­lung des Verlosungsexemplars.

Ein Bei­trag zum Spe­cial #lit­ad­vent. Hier fin­det ihr alle Beiträge.

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