Die Opfer: junge Frauen. Die Mordwaffe: ein Eisengebiss

by Poesiearchitektin Lena

Jo Nesbø hat nach drei Jah­ren span­nungs­vol­len War­tens sei­ner Fans einen neuen Psy­cho­thril­ler her­aus­ge­bracht. Es ist das 11. Buch der Harry-Hole-Reihe und genau so span­nend wie die bereits erschie­ne­nen. Mit „Durst“ mel­det sich der Erfolgs­au­tor aus Nor­we­gen zurück. Poe­sie­ar­chi­tek­tin Lena geht mit Harry Hole auf Verbrecherjagd.

Harry Hole ist glück­lich. Was braucht man dafür? Einen Lebens­part­ner und einen neuen Job. Er unter­rich­tet nun die jun­gen Poli­zis­ten in der Aus­bil­dung, anstatt aktiv Seri­en­mör­der zu fas­sen. War­tet da das Unglück nicht bereits? Lei­der ja. Der Poli­zei­haupt­kom­mis­sar lässt Hole keine Wahl. Ent­we­der er hilft der Poli­zei bei dem aktu­el­len Fall, bei dem sie nicht wei­ter­kom­men, oder sein Sohn wird aus der Aus­bil­dung geschmis­sen. Seine Alp­träume sind erneut zu sei­ner Rea­li­tät geworden.

Tat­ort: Eine Woh­nung, in die nicht ein­ge­bro­chen wurde. Opfer: Eine junge Anwäl­tin. Tat­waffe: Ein Eisen­ge­biss. Motiv: Psy­chose. Hin­ter­las­sene Spu­ren: Keine. Hole stellt sich ein klei­nes Team zusam­men. Ein ganz fri­scher Azubi, ein Psy­cho­loge, der sich dem Vam­pi­ris­mus ver­schrie­ben hat, und einen Patho­lo­gen. Sie bera­ten sich in einem Kel­ler­raum in einem Stuhl­kreis. Nicht sehr pro­fes­sio­nell, aber effek­tiv. Vier Män­ner, vier ver­schie­dene Berei­che und vier Talente dis­ku­tie­ren, rät­seln und ana­ly­sie­ren. Erst als der Mör­der absicht­lich Spu­ren hin­ter­lässt, beginnt das Katz- und Maus­spiel. Gut und Böse ste­hen sich sogar gegen­über. Wer kann sich bes­ser in den ande­ren hin­ein­ver­set­zen? Wer kann dem ande­ren einen Schritt vor­aus sein? Gibt es even­tu­ell noch einen zwei­ten Mörder?

„Durst“ ist ein Buch, wel­ches die Leser in die Irre führt. Das Thema „Tin­der“ wird anfangs extrem the­ma­ti­siert. Das vir­tu­elle Ken­nen­ler­nen ist gefähr­lich. Jeder kann sich dort ver­ste­cken und als jemand ande­res aus­ge­ben. Man fühlt sich ange­spro­chen. Es ist aktu­ell und es kann einen sel­ber tref­fen. Das Thema des Inter­net­da­tings und den ver­steck­ten Per­sön­lich­kei­ten wird nie lang­wei­lig. Die Dating­app rückt aber in „Durst“ schnell in den Hin­ter­grund und ist nicht mehr von Wich­tig­keit. Es kommt mir so vor, als wurde diese The­ma­tik genutzt, um die Leser­schaft anzulocken.

Nesbø hat das abso­lut nicht nötig, denn das Buch ist sehr kom­plex und span­nend. Man muss sich erst einen Über­blick ver­schaf­fen, um die vie­len Per­so­nen aus­ein­an­der­zu­hal­ten. Aber jede ein­zelne ist gut aus­ge­ar­bei­tet und sie lesen sich, als wären sie real. Man ist gefes­selt. Lei­det mit, liest man­che Stel­len schnel­ler, weil man unbe­dingt wis­sen will, wie es wei­ter­geht, und wird am Ende hin­ters Licht geführt, bleibt ver­blüfft und nach­denk­lich über das Buch gebeugt sit­zen. Wer nicht bereits die vor­he­ri­gen Bücher aus der Harry-Hole-Reihe gele­sen hat, ist defi­ni­tiv nach die­sem hier an der Vor­ge­schichte interessiert.

Durst. Ein Harry-Hole-Krimi 11. Jo Nesbø. Aus dem Nor­we­gi­schen über­setzt von Gün­ther Frau­en­lob. Ull­stein Ver­lag. 2017.

Weiterlesen

2 comments

KrimiMeldungen 23042018, 12.38 Uhr – DIE KRIMILADY 23. April 2018 - 12:39

[…] Die Opfer: junge Frauen. Die Mord­waffe: ein Eisen­ge­biss „Jo Nesbø hat nach drei Jah­ren span­nungs­vol­len War­tens sei­ner Fans einen neuen […]

Reply
Kitchie Cash 24. April 2018 - 20:32

Eine bril­lante Rezension!

Reply

Leave a Comment

Diese Seite verwendet Cookies. Mit der Nutzung unserer Website erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Erfahre mehr