Die Jugend von heute, das Fangirl und die Superheldin

by Buchstaplerin Maike

Nach­dem Buch­stap­le­rin Maike begeis­tert den ers­ten Sam­mel­band über Mar­vels erste mus­li­mi­sche Hel­din ver­schlun­gen hat, hängt sie Ms. Mar­vel am Haken – oder eher an den Gum­mi­ar­men? „Genera­tion Fra­ge­zei­chen“ kommt gewohnt wit­zig und selbst­iro­nisch daher und stellt ganz locker sehr ernste Fragen.

Kamala Khan, nerdi­ger Teen, Toch­ter paki­sta­ni­scher Ein­wan­de­rer, Super­hel­din. Und immer eine Frage: warum ist ein Dop­pel­le­ben so schwer zu mana­gen? Ihr Kampf gegen den Inven­tor – ein Gen­un­fall zwi­schen einem Sit­tich und Tho­mas Edi­son – geht weiter.

Das böse Genie scheint über­all in New Jer­sey Tau­ge­nichtse und Jugend­li­che zu ent­füh­ren, um sie als Ener­gie­quel­len in seine Maschi­nen zu ste­cken. Doch mit der Hilfe von Wol­verine und einem über­di­men­sio­nier­ten, sab­bern­den Super-Hund kommt Kamala hin­ter das ganze Aus­maß des Ver­bre­chens. Wäh­rend sie dem Ursprung ihrer Kräfte auf der Spur ist, fragt sie sich: Ist die sprich­wört­li­che Jugend von heute wirk­lich so nichts­nut­zig wie die Medien behaupten?

Der zweite Sam­mel­band über Kamala Khan aka Ms. Mar­vel wid­met sich mehr noch als der erste den The­men zu, die Jugend­li­che von heute beschäf­tigt. Auch wenn das unter dem erfri­schen­den Slap­stick und der bun­ten Action nicht immer ganz deut­lich wird, ist die neue Ms. Mar­vel eine Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur für alle, die mit ihren Fähig­kei­ten kei­nen Platz in der Welt sehen. Sie macht Mut, gerade, weil sie selbst­stän­dig zu schei­tern droht.

In „Genera­tion Fra­ge­zei­chen“ wird Kama­las Cha­rak­ter­ent­wick­lung vor­an­ge­trie­ben, erkennt sie doch, wel­che Gefah­ren ein Dop­pel­le­ben brin­gen kann. Doch beson­ders ste­chen dies­mal zwei Neben­fi­gu­ren her­vor, die die Aben­teuer berei­chern: Einer­seits ist da ein sehr grum­me­li­ger Wol­verine, der Kama­las Men­tor wird, und ande­rer­seits der rie­sige Hund Lock­jaw, der sich tele­por­tie­ren kann und mehr mit der Hel­din gemein­sam hat als sie ahnt. Dazu kommt der Zei­chen­stil, der die Story zusätz­lich auf­lo­ckert und zum Humor bei­trägt. Wäh­rend in den Wol­verine-Kapi­teln Jacob Wyatt die Feder führt und alles redu­zier­ter und zum Teil auch nied­li­cher als aus Band 1 daher­kommt, sind die rest­li­chen Kapi­tel von Alp­hona gewohnt kari­ka­turesk, leicht krit­ze­lig und dynamisch.

Ins­ge­samt genauso wit­zig, klug und action­ge­la­den wie der erste Band. Wer sehen will, wie eine Super­hel­din beim Anblick von Wol­verine zum quiet­schen­den Fan­girl wird oder wie Kamala zusam­men mit ihrer eige­nen „Genera­tion Fra­ge­zei­chen“ auf die Suche nach einem Platz in der Welt geht – die neue Ms. Mar­vel ist die rich­tige Anlaufstelle.

Ms. Mar­vel 2: Genera­tion Fra­ge­zei­chen. G. Wil­low Wil­son. Über­set­zung: Caro­lin Hidolgo. Zeich­ner: Adrian Alp­hona u. Jacob Wyatt. Panini. 2015.

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2 comments

Liebe liegt in der Luft - der Weltuntergang auch 6. August 2019 - 16:00

[…] Ms. Mar­vel 2: Genera­tion Fragezeichen […]

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Wenn das Leben dir Zitronen gibt … – Bücherstadt Kurier 13. August 2019 - 16:09

[…] Ms. Mar­vel 2: Genera­tion Fragezeichen […]

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