Die Goldene Himbeere in der Bücherstadt Themenreihe: Goldene Himbeere

by Wortklauberin Erika

Habt ihr schon ein­mal einen Film gese­hen, der ein­fach nur schlecht war? Dann hat er viel­leicht eine Gol­dene Him­beere gewon­nen – auch ein schlech­ter Film hat näm­lich einen Preis ver­dient. – Von Wort­klau­be­rin Erika

Der „Gol­den Raspberry Award“, kurz „Raz­zie“, wie die Gol­dene Him­beere auf Eng­lisch genannt wird, ist ein inter­na­tio­na­ler Film­preis. Der Preis hono­riert nicht beson­ders gute oder gelun­gene Filme wie der Oscar, son­dern macht das genaue Gegen­teil. Eine Gol­dene Him­beere geht an die beson­ders schlech­ten: die schlech­tes­ten Filme, Drehbuchautor:innen, Regisseur:innen, Schauspieler:innen, und so weiter.

Von der Schmäh­rede zum Preis

John J.B. Wil­son und Mo Mur­phy sahen sich 1980 gemein­sam mit einer Gruppe Freun­den die Oscar­ver­lei­hung an und began­nen, Schmäh­re­den auf die schlech­tes­ten Filme, die sie in dem Jahr gese­hen hat­ten, zu hal­ten. So wurde die Gol­dene Him­beere gebo­ren: Ein Jahr spä­ter, 1981, wurde der Preis erst­mals offi­zi­ell ver­lie­hen. Ähn­lich wie beim Oscar gibt es auch eine Tro­phäe: eine Schaum­stoff­him­beere auf einer Film­rolle, die mit Gold über­zo­gen ist.

Der „Gol­den Raspberry Award“ hat sei­nen Namen von der eng­li­schen Phrase „to blow a raspberry“: Das ist eine Umschrei­bung dafür, wenn man ein Furz­ge­räusch mit dem Mund nach­ahmt. Die Wen­dung wird ver­wen­det, um Miss­bil­li­gung aus­zu­drü­cken und zu sagen: „Das war ein Flop!“ Die Gol­dene Him­beere als Preis drückt genau das aus. „Preise“ wer­den in zehn Kate­go­rien an den schlech­tes­ten Film, Schau­spie­ler und Neben­dar­stel­ler, die schlech­teste Schau­spie­le­rin, Neben­dar­stel­le­rin, Neu­ver­fil­mung, Fort­set­zung und Regie, an das schlech­teste Lein­wand­paar und das schlech­teste Dreh­buch ver­lie­hen. Unre­gel­mä­ßig kom­men andere Kate­go­rien dazu.

Erlö­sung!

Eine Gol­dene Him­beere ist eine zwei­fel­hafte Ehre. Davon kann etwa Adam Sand­ler ein Lied sin­gen, des­sen Film „Jack und Jill“ (2012, Regie: Den­nis Dugan, Dreh­buch: Ben Zook (story), Steve Koren und Adam Sand­ler) eine Gol­dene Him­beere in jeder Kate­go­rie gewann. Er hält damit den Rekord an „Raz­zies“.

Seit 2015 kann man mit dem „Him­bee­ren-Erlö­ser Preis“ oder „Raz­zie Redeemer Award“ die eigene Ehre wie­der­her­stel­len. Nomi­nierte haben meis­tens bereits eine Gol­dene Him­beere gewon­nen und inzwi­schen an einem sehr erfolg­rei­chen Film mit­ge­ar­bei­tet, mit dem sie gewis­ser­ma­ßen ihren guten Ruf wie­der­her­ge­stellt haben. Aus­ge­zeich­net wurde 2015 etwa Ben Affleck: Er hat 2003 für seine Haupt­rolle im Film „Liebe mit Risiko – Gigli“ (2003, Regie & Dreh­buch: Mar­tin Best) eine Gol­dene Him­beere für den schlech­tes­ten Haupt­dar­stel­ler gewon­nen. Die „Erlö­sung“ kam durch seine Regie bei „Argo“ (2012, Regie: Ben Affleck, Dreh­buch: Chris Ter­rio) und seine Haupt­rolle in „Gone Girl – Das per­fekte Opfer“ (2014, Regie: David Fin­cher, Dreh­buch: Gil­lian Flynn).

Die Gol­dene Him­beere in der Bücherstadt

Im Rah­men der The­men­reihe „Gol­dene Him­beere“, die vom 14.09. bis 20.09.20 statt­fin­den wird, steht die Bücher­stadt im Zei­chen der schlech­ten Filme: Die Redak­tion hat sich alte und neue Filme ange­schaut und hatte „gro­ßen Spaß“ dabei. Natür­lich darf „Jack and Jill“ nicht feh­len – eine Legende der Gol­de­nen Him­beere. Aber wir haben unsere Aus­wahl nicht nur auf Gewin­ner beschränkt, son­dern auch Nomi­nie­run­gen ange­schaut. Wel­che das genau sind, fin­det ihr im Rah­men der The­men­reihe heraus.

Und wer weiß – viel­leicht gewinnt auch Adam Sand­ler noch die „Erlö­sung“!

Ein Bei­trag zum Spe­cial #Gol­de­ne­H­im­beere. Hier fin­det ihr alle Beiträge.

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