Die Abenteuer der tapferen Buchmesser

by Zeilenschwimmerin Ronja

Frank­furt. Volle S‑Bahnen, über­füllte Roll­trep­pen, rat­ternde Kof­fer und eine ganze Menge Bücher. Das kann nur eines bedeu­ten: Es ist wie­der Zeit für eine Buch­messe. Vom 14. bis 18. Okto­ber waren die Frank­fur­ter Mes­se­hal­len belegt von eif­ri­gen Buch­be­geis­ter­ten. Fünf wag­hal­sige Bücher­städ­te­rin­nen haben sich für euch in den Tru­bel gestürzt, auf die Gefahr hin nie wie­der aus die­sem ver­lo­cken­den Laby­rinth der Lite­ra­tur her­aus zu finden.

Mitt­woch, 14. Okto­ber: Mittag

Das Pres­se­zen­trum der Frank­fur­ter Buch­messe war eine Oase der Ruhe neben den beleb­ten und geschäf­ti­gen Hal­len. Eine ein­same Per­son war­tete an der Bar. Sie blickte auf ihr Handy. Sie wühlte in ihrer Tasche. Und war­tete. Und wartete.
Da end­lich! Sie erblickte das erst bekannte Gesicht an der Tür. Beide begrüß­ten sich erfreut. Es war einige Monate her, seit sie sich gese­hen hat­ten. Nun dau­erte es nicht mehr lange bis sich erst eine dritte und dann eine vierte Per­son dazu gesellte. Die fröh­li­che Gruppe war kom­plett. Darf ich vor­stel­len? Die Buch­mes­ser: Fuß­no­ta­rin Nata­lie, in der Rolle der War­ten­den. Bücher­bän­di­ge­rin Eli­sa­beth, Bücher­horte­rin Clau­dia und meine Wenig­keit, Zei­len­schwim­me­rin Ronja. So begann unser Abenteuer.

Mit hel­den­haf­tem Mut ver­lie­ßen wir das sichere Pres­se­zen­trum und zogen hin­aus in die Wei­ten des Mes­se­ge­län­des. Schon nach weni­gen Metern trennte sich unser Weg zum ers­ten Mal. Wäh­rend die ande­ren sich auf­mach­ten, die Hal­len 3 und 4 zu erkun­den, bog ich ab und sah beim „Blauen Sofa“ vor­bei. Dort wurde gerade Thees Uhl­mann inter­viewt. Sein ers­tes Buch „Sophia, der Tod und ich“ ist gerade im KiWi-Ver­lag erschie­nen. Mit einem Augen­zwin­kern erklärte er, dass er wenigs­tens ein wei­te­res Buch noch schrei­ben müsse, denn eines von die­sen schi­cken schwarz-weiß Autoren­por­traits, die im Ver­lags­ge­bäude hän­gen, bekommt man bei Kie­pen­heuer & Witsch erst mit dem zwei­ten Buch.

Inseln der Literatur

Danach folgte auch für mich der obli­ga­to­ri­sche erste Rund­gang. Etwas plan­los lief ich durch die Hal­len 5 und 6, inter­na­tio­nale Ver­lage, dann ein­mal durch Halle 4, Bil­dung, Sach­buch, Lite­ra­tur. Dort sollte angeb­lich auch die anti­qua­ri­sche Abtei­lung sein. Ich fand sie nicht. In Halle 3 sind fast alle gro­ßen Ver­lage unter­ge­bracht. In der obe­ren Etage die Erwach­se­nen-Lite­ra­tur und unten auch noch­mal zusam­men mit den Kin­der- und Jugend­bü­chern. Das sollte für die erste Ori­en­tie­rung rei­chen. Alles kann man am ers­ten Tag sowieso nicht sehen.

Das Forum beher­bergt neben der ARD-Bühne, auf der sich regel­mä­ßig bekannte und wich­tige Leute nie­der­las­sen, immer auch das Gast­land. Die­ses Jahr war das Indo­ne­sien. Der größte Insel­staat der Welt warb mit Sprü­chen wie „Island of Ima­gi­na­tion“ und „Island of Illu­mi­na­tion“ und setzte diese gran­dios in der Hal­len­ge­stal­tung um. Die Halle des Gast­lan­des war abge­dun­kelt. Von der Decke hin­gen vier­eckige, sanft in Grün- und Blau­tö­nen beleuch­tete Röh­ren bis fast auf den Boden. Es wirkte wie ein dich­ter Wald. Dazwi­schen fan­den sich kleine Vitri­nen und Tische, auf denen antike und aktu­elle Bücher des Lan­des aus­ge­stellt wur­den: Kleine Inseln der Lite­ra­tur. Es herrschte eine andäch­tige Ruhe, obwohl Men­schen umher­lie­fen und sich unter­hiel­ten. Nur einen Schritt aus der Halle her­aus und selbst die­ser weni­ger bevöl­kerte Bereich der Messe wirkte laut.
Nach einem kur­zen Tref­fen aller Buch­mes­ser war der erste Tag auch schon vor­bei. Unsere Füße dank­ten uns jeden Sitz­platz, den wir ergat­tern konnten.

Don­ners­tag, 15. Okto­ber: 10:00 Uhr

Die ande­ren waren noch nicht da, denn ihr Weg zur Messe war wei­ter als mei­ner. So musste ich erst mal allein auf der Messe umher­strei­fen. Dem Mor­gen wid­mete ich ganz Halle 3. Dort war gerade das mor­gend­li­che Gespräch „Les­art“ von Deutsch­land­ra­dio Kul­tur im Gange. Zu Gast war – neben Richard David Precht, Lena Gore­lik und Jenny Erpen­beck – auch Paul Maar, der auf die Ein­gangs­frage, ob er wisse, wie viele Schu­len mitt­ler­weile nach ihm benannt sind, lächelnd ant­wor­tete: „Ja. 14 Schu­len und ein Kindergarten.“
Neben dem Buch „Der Gali­mat und ich“ (Oetin­ger, 2015), das schon auf der dies­jäh­ri­gen Leip­zi­ger Buch­messe vor­ge­stellt wurde, sprach Maar auch über den neuen Sams-Band „Ein Sams zu viel“ (Oetin­ger, 2015). Keine Fort­set­zung der bekann­ten Geschich­ten, wie er betonte, son­dern viel­mehr eine Ergän­zung. Denn hier geht es nicht um Herr Taschen­bier und sein Sams, son­dern darum, wie es zur Hoch­zeit von Frau Rot­kohl und Herr Mohn kam.

Lese­pro­ben sind verzichtbar

Schließ­lich: Mein ers­ter offi­zi­el­ler Auf­tritt als Ver­tre­tung des Bücher­stadt Kuriers gegen­über einem Ver­lag. Frau M. von Kie­pen­heuer & Witsch gab mir einen klei­nen Aus­blick auf die Neu­erschei­nun­gen im Früh­jahr 2016. Mehr darf noch nicht ver­ra­ten wer­den. Nur so viel: Ich freue mich schon dar­auf, wenn ich ein paar die­ser Bücher lesen darf.
Nach die­sem Ter­min folgte ein wei­te­rer Rund­gang, der mir ein paar Lese­pro­ben zutrug. Mit die­sen sind die Ver­lage jedoch spar­sam gewor­den. Die meis­ten fin­det man mitt­ler­weile nur noch online. Auch wenn ich das anfangs schade fand, hat sich meine Mei­nung geän­dert. Denn mal ehr­lich: Eine Tasche vol­ler klei­ner Lese­pro­ben hat auch ihr Gewicht, das man nicht den gan­zen Tag her­um­tra­gen möchte und hat noch dazu einige Bäume gekos­tet. Und eine Wer­be­ta­sche, aus der die Pro­spekte und Wer­be­ge­schenke fast her­aus­quel­len, macht nicht gerade einen pro­fes­sio­nel­len Ein­druck. Das meiste davon lan­det am Ende eh im Müll. Wieso also mitnehmen?

Tag der gro­ßen Namen

Beim Mit­tag­essen hörte ich einem Gespräch auf der ARD-Bühne zu und erfuhr erstaunt, dass der ehe­ma­lige Tages­the­men-Mode­ra­tor Ulrich Wickert nicht nur Sach­bü­cher, son­dern auch schon meh­rere Kri­mis geschrie­ben hat. Der neuste Band heißt „Das Schloss in der Nor­man­die“ und ist im Ver­lag Hoff­mann und Campe erschie­nen. Schließ­lich fiel mir auf, dass am Tisch schräg gegen­über der Hör­buch-Spre­cher Oli­ver Rohr­beck (bekannt gewor­den, durch seine Rolle als Jus­tus bei den „Drei ???“) saß. Als auf dem Weg zu den ande­ren Buch­mes­sern in Halle 4 auch noch Helge Schnei­der an mir vor­bei lief, erklärte ich die­sen Tag zum Tag der gro­ßen Namen.

In Halle 4 lausch­ten wir Buch­mes­ser einer Dis­kus­sion der indo­ne­si­schen Sci­ence-Fic­tion-Autoren Djo­ko­le­lono und Tere Liye und hat­ten unse­ren Spaß dabei. Mehr dar­über wird Fuß­no­ta­rin Nata­lie noch berich­ten. Anschlie­ßend ver­schlug es mich erneut zum Blauen Sofa. Dies­mal hatte dort Isa­bell Allende Platz genom­men. „Der japa­ni­sche Lieb­ha­ber“ (Suhr­kamp, 2015) erzählt ähn­lich wie „Das Geis­ter­haus“ (Suhr­kamp, 1984) nicht nur die Geschichte der Haupt­fi­gu­ren, son­dern auch die Geschichte einer Epoche.

Bücher­horte­rin Clau­dia dage­gen zog es in eine andere Rich­tung. Als gro­ßer Hai-Fan hatte sie den Stand der Mee­res­schutz­or­ga­ni­sa­tion Shark­pro­ject Inter­na­tio­nal e.V. natür­lich sofort ent­deckt: Mit vie­len Hai­re­pli­ken und in mari­ti­mer Optik bewarb die Orga­ni­sa­tion nicht nur ihre viel­fäl­ti­gen Buch­ver­öf­fent­li­chun­gen, allem voran das inter­ak­tive Buch „Blind Dates“ vom Grün­der und Prä­si­den­ten der Orga­ni­sa­tion Ger­hard Weg­ner, son­dern ver­deut­lichte auch, was für eine Kraft in Büchern ste­cken kann. Die Kraft, für die Erhal­tung aus­ster­ben­der Arten zu kämpfen.

Der Homo Sapi­ens Buchmessus

Etwas spä­ter folgte am Blauen Sofa gro­ßes Stüh­le­rü­cken. Auf­nah­me­lei­ter, Kame­ra­leute und Beleuch­ter berei­te­ten alles eif­rig vor für eine Dis­kus­si­ons­runde zu der Frage, ob man Astrid Lind­grens Werk nach Erschei­nen drei neuer Bücher anders betrach­ten müsse. Astrid Lind­grens „dunkle Seite“ – wie in der Dis­kus­sion ihre Nach­denk­lich­keit und ihre ers­te­ren Schrif­ten ein­mal genannt wur­den – ist jedoch auch vor­her nicht unbe­kannt gewe­sen. Die drei neu erschie­ne­nen Bücher sind: „Die Mensch­heit hat den Ver­stand ver­lo­ren. Kriegs­ta­ge­bü­cher 1939–1945“ (Ull­stein, 2015), „Astrid Lind­gren. Ihr Leben“ von Jens Ander­sen (Deut­sche Ver­lags Anstalt, 2015) und „Deine Briefe lege ich unter die Matratze. Ein Brief­wech­sel 1971–2002“ von Astrid Lind­gren und Sara Schwardt (Oetin­ger, 2015).

Zum Abschluss des Tages ver­sam­mel­ten sich die Buch­mes­ser noch ein­mal. Wir gin­gen zum Emp­fang der unab­hän­gi­gen Ver­lage und beob­ach­te­ten ein typi­sches Ver­hal­ten des Homo Sapi­ens Buch­mes­sus. Die unab­hän­gi­gen Ver­lage sind in einer Halle unter­ge­bracht, in der es meis­tens eher ruhig zugeht. Es sind dort weni­ger Men­schen unter­wegs als z.B. in Halle 3. Nun war da aber ein Emp­fang, jedoch nur in einem Gang. Wäh­rend die ande­ren Gänge genauso leer – wenn nicht gar noch lee­rer – waren wie zuvor, quoll der Emp­fangs-Gang schier über. Ein Durch­kom­men war unmög­lich. So bogen wir ab und kamen schließ­lich an einem klei­nen Stand vor­bei, der fas­zi­nie­rende Buch­skulp­tu­ren aus­stellte. Aus dem einen Buch schaute ein Mar­der her­vor und ein ande­res war halb in eine Koralle ver­wan­delt. Die Buch­ob­jekte stam­men vom Künst­ler Mar­tin Schwarz, mit dem wir uns eine Weile unter­hiel­ten. Über diese und andere Werke von ihm wird dem­nächst noch ein Bericht fol­gen. Wer mag, kann sich aber hier schon mal einen ers­ten Ein­druck holen.

Frei­tag, 16. Okto­ber: 10:30 Uhr

Die­selbe Messe. Die­sel­ben Gänge. Und wie­der Neues ent­deckt. Ver­lage und Bücher, an denen ich bestimmt schon drei­mal vor­bei­ge­lau­fen war. End­lich fand ich auch die Anti­qua­ri­ats­messe, nach­dem ich zwei Tage danach gesucht hatte.
Erste Ver­an­stal­tung die­ses Tages war für mich ein Vor­trag zur Mach­bar­keit einer Mond­be­sie­de­lung von Dr. Nebel. Recht­zei­tig zur 19. Aus­gabe des Bücher­stadt Kuriers mit dem Thema „Sci­ence Fic­tion“ wird auch zu die­sem Vor­trag noch ein Bericht erschei­nen. Wäh­rend­des­sen lausch­ten die ande­ren einem Gespräch der Süd­deut­schen Zei­tung mit Kers­tin Gier, deren Sil­ber-Tri­lo­gie nun mit „Sil­ber – Das dritte Buch der Träume“ (Fischer FBJ, 2015) abge­schlos­sen ist. Nach dem Gespräch und der anschlie­ßen­den Signier­stunde wuss­ten die drei Buch­mes­ser nur Posi­ti­ves über Buch und Autorin zu berichten.

Bücher, Bücher, Unterschriften…

Wie­der ein­mal fan­den sich fast alle Buch­mes­ser zusam­men, nur Bücher­horte­rin Clau­dia ist an einem Stand hän­gen geblie­ben und konnte sich nicht lösen. So eil­ten denn drei Bücher­städ­ter zum Stand des Carl­sen Ver­lags, wo der bri­ti­sche Illus­tra­tor Jim Kay die von ihm bebil­derte Neu­aus­gabe von „Harry Pot­ter und der Stein der Wei­sen“ signierte. Natür­lich hatte sich bereits eine Schlange gebil­det. Wäh­rend wir anstan­den, blick­ten wir natür­lich in die benach­bar­ten Bücher­re­gale. Eines der aus­ge­stell­ten Exem­plare ver­höhnte uns War­tende gna­den­los mit sei­nem Titel: „gehen, immer wei­ter“ (Thie­ne­mann, 2015). Aber schließ­lich kamen wir doch schnel­ler voran als gedacht und erhiel­ten Buch und Unter­schrift. Mit typisch bri­ti­scher Höf­lich­keit bedankte sich Jim Kay sogar bei den Anste­hen­den fürs War­ten. Dabei nimmt man doch für schöne Bücher jede War­te­zeit in Kauf.
Direkt im Anschluss folgte ein wei­te­rer Höhe­punkt: Kai Meyer las aus dem zwei­ten Band von „Die Sei­ten der Welt“ (Fischer Jugend­buch, 2015) und signierte die­sen auch gleich im Anschluss. Gute Nach­rich­ten für alle, die wis­sen wol­len wie es wei­ter geht: Der dritte Band ist „so gut wie fer­tig“. Meyer sagte, er werde das Manu­skript „in den nächs­ten Tagen“ abge­ben, sodass Teil drei recht­zei­tig zur Leip­zi­ger Buch­messe 2016 erschei­nen könne.

Mit die­sen Ein­drü­cken gin­gen die Fach­be­su­cher-Tage zu Ende. Sätz­chen­bä­cke­rin Daniela hat sich am Sonn­tag auf die Messe getraut und sie in ganz ande­rem Licht erlebt:

Kau­fen oder nicht kaufen!?

Schon im Park­haus begann der Rum­mel. Ein Auto nach dem ande­ren. Dann der über­füllte Shut­tle­bus. Zum Glück haben die meis­ten Besu­cher ihr Ticket. Also rein ging‘s in die Buch­messe und in die über­füllte Halle 3. Es war Sonn­tag und damit einer der bei­den Tage, an denen die Buch­messe für das nor­male Publi­kum geöff­net war – und das merkte man direkt. Es waren viele Fami­lien mit Kin­dern da und alle schrie­ben sich durch die Mes­se­gänge oder tum­mel­ten sich vor Lese­büh­nen. Ihre dritte Lieb­lings­be­schäf­ti­gung an die­sem Tag würde ich erst spä­ter herausfinden.
Denn lange hielt man es in den vol­len Hal­len nicht aus. Ein kur­zer Abste­cher über den Mes­se­platz offen­barte unzäh­lige Essens­bu­den. Von dort aus ging es auch in die ande­ren Hal­len. Hier befand sich die andere Frank­fur­ter Buch­messe: Die inter­na­tio­na­len Ver­lage. Wäh­rend man auf dem Gang noch meinte, gleich wie­der Gedränge vor sich zu haben, erwar­te­ten einen hier leere Gänge, aber lei­der auch leere Stände. An vie­len stan­den nur noch Regale und Stühle. Ver­ein­zelt lagen dort noch Bücher.

Eine Geis­ter­messe?

Die Hal­len wirk­ten zuneh­mend ver­las­se­ner und als ich an dem Stand von Pen­guin Books vor­bei­kam, der aus einer Land­schaft von lee­ren Tischen und Stüh­len bestand, wusste ich auch, warum. In der Mitte des Stan­des befan­den sich Tische, auf denen sich Bücher sta­peln. Dane­ben ein Tre­sen mit Mit­ar­bei­tern und unzäh­lige Leute, die sich durch die Wühl­ti­sche scho­ben. Bald war klar: Hier wurde gekauft und das reichlich.
In der drit­ten Etage ent­deckte ich schließ­lich eine noch ver­las­se­nere Halle. Die Schil­der mun­kel­ten, dass sich hier Lite­ra­tur­agen­ten befan­den. Gese­hen habe ich aber kei­nen. Ich ver­mu­tete, dass sie sicher genug damit zu tun hat­ten, die Lite­ra­tur vor Böse­wich­ten zu schüt­zen. Ein wei­te­rer Blick auf die Karte ver­riet mir, warum Halle 3 eigent­lich so voll war: Es war die ein­zige Halle für deut­sche Bücher und Ver­lage. Also wie­der rein ins Getümmel.

Kara­mellbon­bons und die Freude über Bücher

Mitt­ler­weile war es Nach­mit­tag und etwas lee­rer gewor­den. Doch auch hier ging es nur um eins: Kau­fen! Die Leute tru­gen ihre Bücher zu den Kas­sen, als könnte man nir­gendwo sonst Bücher kau­fen. Bei­nahe ein Vier­tel der Halle bestand aus Mer­chan­di­sing-Stän­den. Dort konnte man Wein, Schnei­de­brett­chen, Tas­sen, Post­kar­ten und vie­les mehr kaufen.
Man sagt, die Frank­fur­ter Buch­messe sei wirt­schaft­li­cher aus­ge­rich­tet als andere Buch­mes­sen. Das gilt sowohl für Geschäfts­be­zie­hun­gen als auch für die­sen Sonn­tag. Hätte ich keine gra­tis Kara­mellbon­bons bekom­men, so hätte ich frus­triert nach die­sem Tag auf­ge­ge­ben. Meine Träume von Lite­ra­tur waren zer­stört. Doch als ich dann wie­der die Freude in den Gesich­tern der Leute sah, als sie Unter­schrif­ten von bekann­ten Schrift­stel­lern bekom­men und Bücher gekauft hat­ten, wusste ich wie­der, dass Bücher trotz der Wirt­schafts­in­dus­trie, die dahin­ter steht, etwas Tol­les sein können.

Daniela & Ronja

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Neko 22. Oktober 2015 - 5:46

Hat dies auf Nekos Geschich­ten­körb­chen rebloggt.

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