„Der wilde Garten“: Die Natur ruft!

by Worteweberin Annika

Der wilde GartenEine kleine Stadt, ein Gemein­schafts­gar­ten und die Wild­nis dahin­ter: „Der wilde Gar­ten“ ist ein Bil­der­buch, das in die Natur ein­lädt. Worte­we­be­rin Annika ist der Ein­la­dung gefolgt und hat einen Bil­der­buch­schatz entdeckt.

Neben der klei­nen Stadt liegt ein gro­ßer Gar­ten, in dem die Einwohner*innen flei­ßig Salat, Möh­ren und Kür­bisse anpflan­zen. Doch Julie, ihr Opa und der Hund Bleu sind noch viel lie­ber im Wald, am Wei­her und auf den Wie­sen hin­ter der Stadt­mauer. Dort gibt es zu bei­nahe jeder Zeit etwas zu ent­de­cken und auch zu ern­ten: Tier­kin­der im Früh­ling, wilde Him­bee­ren im Som­mer, im Herbst Nüsse und bun­tes Laub. Nach dem Win­ter aller­dings wol­len die Städter*innen ihren Gar­ten erwei­tern. Julie und Opa machen sich Sor­gen, dass bald streng geord­nete Beete die wil­den Pflan­zen und Tiere ver­drän­gen wer­den. Doch sie haben schon eine Idee …

Bunte The­men­viel­falt

Cyn­thia Cliffs Bil­der­buch über­zeugt in sei­ner The­men­viel­falt: Es weckt die Lust an der Natur, am natur­na­hen Gärt­nern, aber auch am Ent­de­cken der Wild­nis. Außer­dem ler­nen wir Leser*innen viel über die Jah­res­zei­ten und dar­über, wie man für seine Ideale ein­ste­hen und in wert­schät­zen­dem Umgang mit­ein­an­der Kom­pro­misse fin­den kann.

Der Gar­ten der Städter*innen und die Natur hin­ter der Stadt­mauer wer­den pro Jah­res­zeit auf zwei Dop­pel­sei­ten neben­ein­an­der­ge­stellt, ohne dass eine Art des Umgangs mit Flora und Fauna ver­ur­teilt würde. Die Lösung, die sich am Ende ergibt, funk­tio­niert für alle Betei­lig­ten am besten.

Bunte Bil­der

Die Illus­tra­tio­nen sind far­ben­froh und bie­ten viele Mög­lich­kei­ten, Tiere und andere Details zu ent­de­cken: Im Teich schwimmt ein Biber, auf dem Baum ver­birgt sich ein Vogel­nest, aus der Erde streckt sich ein Regen­wurm … Beson­ders toll finde ich, wie viel­fäl­tig die dar­ge­stell­ten Figu­ren sind. Es gibt alte und junge Men­schen mit ver­schie­de­nen Haut­far­ben, ver­schie­de­ner Klei­dung und auch im Roll­stuhl. Alle sind im Gar­ten und in der Natur unter­wegs und bil­den eine gut zusam­men­ar­bei­tende Gemein­schaft. Die har­mo­ni­sche Bezie­hung zwi­schen Julie und ihrem Groß­va­ter funk­tio­niert sehr gut, ohne dass the­ma­ti­siert wer­den muss, warum die Eltern nicht Teil der Fami­lie sind. Ganz selbst­ver­ständ­lich ler­nen wir hier ein ande­res Fami­li­en­mo­dell kennen.

„Der wilde Gar­ten“ ist für Groß und Klein ein beson­de­res Bil­der­buch, das nicht nur die Lust weckt, raus­zu­ge­hen, son­dern das auch schön zu betrach­ten und vor­zu­le­sen ist.

Der wilde Gar­ten. Text und Illus­tra­tion: Cyn­thia Cliff. Aus dem Eng­li­schen von Ute Löwen­berg. Pres­tel junior Ver­lag. 2022. BK-Alters­emp­feh­lung: ab 3 Jahren.

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