Der T‑Rex-Kult geht in die fünfte Runde

Dino­sau­rier ret­ten oder nicht ret­ten? Das ist die zen­trale Frage, wel­che sich der der­zeit in den Kinos lau­fende Film „Juras­sic World“ von Regis­seur J. A. Bayona stellt. Wie wird nun „Juras­sic World“ (2015) fort­ge­setzt und wie steht der Film mit den alten Tei­len von „Juras­sic Park“ (1993 – 2001) in Ver­bin­dung? Geschich­ten­zeich­ne­rin Celina geht die­sen Fra­gen auf den Grund.

„Juras­sic World 2“ setzt drei Jahre nach der Zer­stö­rung des Erleb­nis­parks „Juras­sic World“ auf der Isla Nublar ein, wo gerade ein Vul­kan aus­bricht und die dort noch leben­den Dino­sau­rier bedroht. Soll die Mensch­heit diese Tiere ret­ten? Trotz vie­ler Stim­men, die dage­gen spre­chen – dar­un­ter auch Dok­tor Ian Mal­colm – setzt Claire Dea­ring (Bryce Dal­las Howard), die frü­here Lei­te­rin des Erleb­nis­parks, alles ein, um dies mög­lich zu machen.

Ben­ja­min Lock­wood, der ehe­ma­lige Geschäfts­part­ner von John Ham­mond, will das auch und so pla­nen sie, gemein­sam mit Eli Mills, einem Part­ner von Lock­wood, eine Expe­di­tion auf die Insel. Eben­falls über­zeugt sie Owen Grady (Chris Pratt), sich der Gruppe anzu­schlie­ßen. Nur er ist fähig dazu, den intel­li­gen­ten Velo­ci­rap­tor Blue aus­fin­dig zu machen. Jedoch sind sie nicht die ein­zi­gen, wel­che die Urzeit­tiere von der Insel brin­gen wol­len, zumal diese Truppe ein ande­res pri­mä­res Ziel ver­folgt als die Dino­sau­rier zu retten.

Vom „Juras­sic Park“ zur „Juras­sic World“

Der erste Teil von „Juras­sic World“ von Regis­seur und Dreh­buch­au­tor Colin Tre­vor­row wirkt wie eine inhalt­li­che Neu­auf­lage von „Juras­sic Park“ – nur action­rei­cher. Im aktu­el­len Teil wird die Geschichte wei­ter­erzählt, über­nimmt aller­dings mehr die ruhige Kame­ra­füh­rung von Spiel­bergs alter Tri­lo­gie, beson­ders vom ers­ten Teil. Zudem kehrt Jeff Gold­blume als Dok­tor Mal­colm im der­zei­ti­gen Film zurück und es sind wei­tere Anspie­lun­gen und Details zu erkennen.

Trotz der Action­sze­nen wur­den lang­same Moment­auf­nah­men, teils fast schon Stand­bil­der, gewählt, um Span­nung auf­zu­bauen. Zum Bei­spiel wenn sich ein Velo­ci­rap­tor lang­sam her­an­pirscht. Die­ses Stil­mit­tel ist im ers­ten „Juras­sic Park“ und „Juras­sic World 2“ zu erken­nen. Es fällt beson­ders ins Auge, zumal in den bei­den Fort­set­zun­gen von „Juras­sic Park“ diese Ruhe etwas zu kurz kam und die Geschichte sowie die Urzeit­ge­schöpfe recht hek­tisch wirkten.

Wei­ter­hin ist zu sehen, dass in bei­den Neu­ver­fil­mun­gen die Dino­sau­rier als Lebe­we­sen prä­sen­tiert wer­den. Es sind nicht nur aggres­sive Geschöpfe, die den Men­schen scha­den, son­dern auch Tiere, die bei­spiels­weise einen Beschüt­zer­in­stinkt haben. Hinzu kommt, dass der Ein­griff des Men­schen in die Natur the­ma­ti­siert wird. Jedoch wird hier noch­mal ein wei­te­rer Aspekt mit ein­ge­bracht. Es geht nicht nur darum, die alten Dino­sau­rier zu rekon­stru­ie­ren, son­dern auch neue Spe­zies zu erschaf­fen, wel­che als Waf­fen genutzt wer­den können.

Auch darf die Kin­der­be­set­zung nicht feh­len. Wie in jedem bis­he­ri­gen Teil kommt einem Kind oder meh­re­ren Kin­dern eine Schlüs­sel­rolle zu. In „Juras­sic World 2“ ist dies Mai­sie, die Enke­lin von Lock­wood, die ihren Teil dazu bei­trägt, die Ant­ago­nis­ten auf­zu­hal­ten. In puncto des Bestehen­blei­bens, hält sich eben­falls die Rolle des sagen­um­wo­be­nen T‑Rex. Aller­dings agiert er nun – wie im ers­ten „Juras­sic Park“ und „Juras­sic World“– nicht nur blutrünstig.

Wie gewon­nen, so zerronnen

So beein­dru­ckend und inhalt­lich nach­voll­zieh­bar der Film beginnt, ist wohl der größte kri­ti­sche Punkt sein letz­tes Drit­tel. Es wird zu sehr der Fokus auf die bösen Machen­schaf­ten des Ant­ago­nis­ten und eine Jagd mit einem ein­zi­gen Mutan­ten gesetzt, wobei die ande­ren Dino­sau­rier ganz außer Acht gelas­sen wer­den. Zudem ist der Ort, an dem das letzte Drit­tel spielt, auf ein ein­zi­ges grö­ße­res Haus beschränkt, sodass der Spiel­raum – im Gegen­satz zu einem Erleb­nis­park – zu stark mini­miert wurde. Vie­les wirkt in die­sem Abschnitt in die Länge gezo­gen und wie ein span­nungs­auf­bau­en­der Tea­ser zum drit­ten Teil. Die Fort­set­zung bezie­hungs­weise der Abschluss der „Jurassic-World“-Trilogie ist bereits für 2021 geplant.

Urzei­t­rie­sen in 3D

Es sind auch viele Neu­hei­ten in der „Juras­sic World“–Reihe zu erken­nen. So wird bei­spiels­weise zwar immer noch mit detail­rei­chen Dino­sau­rier-Pup­pen gedreht, aber durch den Fort­schritt in der Ani­ma­tion ist natür­lich heute noch viel mehr mög­lich. Daher wir­ken die Bewe­gun­gen der Dino­sau­rier flüs­si­ger und rea­li­täts­nä­her. Aller­dings müs­sen diese Filme nicht unbe­dingt in 3D geschaut wer­den. Auch in 2D kommt man auf seine Kosten.

Gut unter­hal­ten wird man alle­mal und gleich­falls an die alte „Juras­sic Park“-Trilogie erin­nert. Doch wo die­ses aktu­elle Aben­teuer in „Juras­sic World 2“ dies­mal endet, schaut ihr euch, wenn ihr min­des­tens 12 Jahre alt seid, am bes­ten selbst an.

Juras­sic World – Das gefal­lene König­reich. Regie: J. A. Bayona. Dar­stel­ler: Chris Pratt, Bryce Dal­las Howard, Jeff Gold­blume u.a. Uni­ver­sal Pic­tures. 2018.

Bil­der: Uni­ver­sal Pictures

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