„Der kleine Geist, der sein BUH verlor“ #Todesstadt

by Satzhüterin Pia

Der kleine Geist möchte nicht viel, nur ein­fach mit einem ordent­li­chen BUH! Leute erschre­cken! Aber plötz­lich ist der Titel Pro­gramm, denn er ver­liert sein BUH. Kön­nen viel­leicht ein paar Tiere wei­ter­hel­fen? – Von Satz­hü­te­rin Pia

Eine Wald­sze­ne­rie mit Zelt am Lager­feuer, ein Mäd­chen liest am Feuer sit­zend ein Buch, von hin­ten schwebt ein leuch­ten­der Geist heran, öff­net sei­nen Mund und … nichts!

„Mein BUH ist verschwunden!

Was soll ich nur tun?

Ich hab es verloren,

ich kann nicht mehr buh’n!“

Mama Geist trös­tet ihren Spröss­ling, der mit neuer Zuver­sicht los­zieht, um sein Buh wie­der­zu­fin­den. Er hört ein „HU-HU!“ und folgt dem Geräusch vol­ler Hoff­nung. So beginnt eine Reise durch den Wald, auf der das kleine Gespenst neben Eule, Täub­chen und Hahn auch eine Kuh trifft. Aber ob es auch sein BUH wiederfindet?

Großartig illustriert

Die Far­ben und Zeich­nun­gen sind aus­ge­spro­chen stim­mungs­voll und anspre­chend. Die sanfte Nacht­fär­bung besteht vor­wie­gend aus Petrol­tö­nen, aus denen der kleine Geist deut­lich her­vor­leuch­tet. Die Sil­hou­et­ten der Wald­szene sind mit schwar­zen Stri­chen, einem dunk­len Wald ent­spre­chend, dar­ge­stellt, durch Akzente in Blau­tö­nen aber in die Farb­ge­bung stim­mig ein­ge­fügt und ver­lie­ren kind­ge­recht an Bedroh­lich­keit. Der kleine Geist ist mit sei­nen gro­ßen Augen und der aus­drucks­star­ken Mimik auf Anhieb eine sym­pa­thi­sche Haupt­fi­gur, seine leuch­tende Aura und seine Bewe­gun­gen hat der Illus­tra­tor Ray­mond McGrath sehr gekonnt dargestellt.

Beson­ders viel Dyna­mik erhält das Buch aber auch durch seine span­nen­den Per­spek­ti­ven. Mal blickt man durch viel Wald auf den klei­nen leuch­ten­den Punkt, dann wie­der ist der Fokus so stark auf bei­spiels­weise den Geist und die Eule gelegt, dass man drum­herum nur eine petrolfar­bene Seite hat. Auf einer Seite geht der Blick von uns Leser:innen steil an einem Baum hin­un­ter, wäh­rend von unten Geist und Eule nach oben bli­cken und dem neuen Tier­ge­räusch nach­ge­hen. Und schließ­lich seien noch die Tier­zeich­nun­gen erwähnt: Kunst­voll und krea­tiv hat der Illus­tra­tor hier bekannte Tier­fi­gu­ren leicht abs­tra­hiert dar­ge­stellt und mit Far­ben und Ver­zie­run­gen kleine Kunst­werke geschaffen.

Vorlesefreuden

Ele­mente wie Reime und die Tier­ge­räu­sche machen das Buch zu einem sehr belieb­ten Vor­le­se­buch. Meine drei­jäh­rige Toch­ter bekam nicht genug davon und ließ es sich direkt mehr­fach vor­le­sen. Die kur­zen und durch rhyth­mi­sche Worte geprägte Texte las­sen sich sehr gut Vor­le­sen und von den klei­nen Betrachter:innen des Buches schnell auf­grei­fen. So kann auch das kleine Kind schnell mit­spre­chen und sich an den melo­di­schen Sät­zen erfreuen. Ein fei­ner Kniff am Ende holt die Kin­der beson­ders gut ab: Im Buch wird die vierte Wand auf­ge­bro­chen, wir klei­nen und gro­ßen Leser:innen wer­den also direkt ange­spro­chen. Das weckt direkt die Lust dar­auf, die Suche mit dem klei­nen Geist sofort noch ein­mal zu durchleben.

„Der kleine Geist, der sein BUH ver­lor“ ist ein wirk­lich gelun­ge­nes Vor­le­se­buch, das vom Ver­lag für Kin­der ab 4 Jah­ren emp­foh­len wird, hier aber auch schon bei einer Drei­jäh­ri­gen aus­ge­zeich­net ankommt. Für vor­le­sende Erwach­sene macht das wie­der­holte Vor­le­sen auch viel Spaß – nicht zuletzt durch die wun­der­schö­nen Illustrationen!

Der kleine Geist, der sein BUH ver­lor. Text: Elaine Bickell. Illus­tra­tion: Ray­mond McGrath. Über­set­zung: Cor­ne­lia Boese. Kne­se­beck. 2022. BK-Alters­emp­feh­lung: Ab 3 Jahren.

Ein Bei­trag zur Todes­stadt. Hier fin­det ihr alle Beiträge.

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