Das kleine Waldhotel: Mit Mona Maus durchs Jahr (mit Verlosung)

by Zeichensetzerin Alexa

Früh­ling, Som­mer, Herbst, Win­ter – mit Mona Maus kön­nen die Lese­rIn­nen durch die Jah­res­zei­ten wan­dern und unter­schied­li­che Aben­teuer erle­ben. Zei­chen­set­ze­rin Alexa ist für einige Wochen in „Das kleine Wald­ho­tel“ gezo­gen, um den Geschich­ten der muti­gen Maus zu lau­schen. Dort ist sie viel Herz­lich­keit, Freund­schaft und Mut begegnet.

Ach­tung, die­ser Text ent­hält Spoiler!

Die Lese­rIn­nen beglei­ten Mona Maus durch die vier Jah­res­zei­ten. Das erste Buch beginnt im Herbst, das letzte Buch der Reihe endet somit im Som­mer. Zwar ist es mög­lich, die Bücher auch unab­hän­gig von­ein­an­der zu lesen, es ist jedoch emp­feh­lens­wert, die chro­no­lo­gi­sche Rei­hen­folge ein­zu­hal­ten. So kann bes­ser nach­voll­zo­gen wer­den, wie sich bei­spiels­weise die Freund­schaft zwi­schen Mona und Tilda, einem Eich­hörn­chen­mäd­chen, ent­wi­ckelt. Oder wie genau es dazu kommt, dass Til­das Bru­der wie­der auf­ge­taucht ist.

Ins­be­son­dere die ers­ten bei­den Bände, die im Herbst und im Win­ter spie­len, über­zeu­gen atmo­sphä­risch: Die Kälte und Dun­kel­heit die­ser Jah­res­zei­ten hal­ten einige schöne, aber auch gefähr­li­che Momente bereit und stel­len die Wald­be­woh­ne­rIn­nen vor einige Her­aus­for­de­run­gen. Dadurch ent­steht deut­lich mehr Span­nung als im drit­ten und vier­ten Band.

Auf der Suche nach einem Zuhause

„Zu Hause ist dort, wo das Herz eine Hei­mat fin­det, das hatte sie zumin­dest so gehört. Mona, die Maus, war jedoch bis­her nir­gendwo zu Hause gewe­sen, zumin­dest nicht für lange.“ (Band 1, S. 9) Mit die­sen Sät­zen beginnt Monas Geschichte und die Lese­rIn­nen erfah­ren bald, dass Mona ihre Eltern und ihr Zuhause wegen eines star­ken Stur­mes ver­lo­ren hat. Sie sucht sich mal hier, mal dort einen Unter­schlupf, muss aller­dings immer wie­der wei­ter­zie­hen, wenn das Unwet­ter ihr Ver­steck zer­stört. Bis sie irgend­wann auf das Wald­ho­tel stößt, das dem Motto folgt: „Tiere, die in Frie­den kom­men, sind im Wald­ho­tel will­kom­men. Denn wir beschüt­zen hier auch das aller­kleinste Tier.“ (Band 1, S. 19)

Mona fühlt sich hier direkt wohl, auch wenn Tilda anfangs sehr unfreund­lich zu ihr ist, sie im Wald­ho­tel nicht akzep­tiert und ihr das Leben schwer macht. Dass Mona genauso wie sie als Zim­mer­mäd­chen arbei­ten und im Wald­ho­tel blei­ben darf, gefällt ihr über­haupt nicht – Tilda fühlt sich dadurch bedrängt und in ihrer Rolle bedroht. Erst als Mona beweist, wie wich­tig ihr das Wald­ho­tel ist und dass sie alles daran setzt, es vor gefähr­li­chen Tie­ren zu schüt­zen, begreift Tilda, wie sehr sie sich geirrt hat. Das ist der Beginn einer gro­ßen Freund­schaft, die im Laufe der Bände immer tie­fer wird. Mona fin­det im Wald­ho­tel daher nicht nur ein neues Zuhause, son­dern auch Freunde, die für sie zur Fami­lie werden.

Worum es geht

Im ers­ten Band „Ein Zuhause für Mona Maus“ geht es darum, dass Mona in ihrem neuen Zuhause ankommt. Es wer­den das Wald­ho­tel und alle wich­ti­gen Figu­ren vor­ge­stellt, Mona muss sich als neues Zim­mer­mäd­chen bewei­sen und das Wald­ho­tel vor gefähr­li­chen Tie­ren schüt­zen. Hier­bei wird neben­bei the­ma­ti­siert: Wie gefähr­lich sind Bären und Wölfe wirk­lich? Wel­che Gefah­ren lau­ern im Wald? Und wie kann ein so klei­nes Tier wie eine Maus alle ande­ren retten?

In „Ein Win­ter­wun­der für Mona Maus“, dem zwei­ten Band, geht es unter ande­rem ums Über­le­ben im Win­ter. Wäh­rend einige Tiere Win­ter­schlaf hal­ten, sor­gen sich andere um die Fut­ter­vor­räte, die plötz­lich nach und nach ver­schwin­den. Was hat das zu bedeu­ten? Wer ist der Dieb? Mona erfährt außer­dem mehr über Tilda und ihre Fami­lie – vor allem, als deren Bru­der Henry wie­der auftaucht.

Im drit­ten Band „Ein Blü­ten­fest für Mona Maus“ hat Mona sehr mit Eifer­sucht zu kämp­fen. Denn seit Henry wie­der da ist, ver­bringt Tilda mehr Zeit mit ihrem Bru­der als mit ihr. Statt Tilda jedoch dar­auf anzu­spre­chen, lässt sie ihre Gefühle an Henry aus und bringt dadurch einige unan­ge­nehme Situa­tio­nen ins Rol­len. Sor­gen berei­tet Mona aber auch die anste­hende Eröff­nung eines neuen Hotels in der Nähe. Wird das Wald­ho­tel dadurch seine Gäste ver­lie­ren? Wäh­rend der Inha­ber des Wald­ho­tels, Herr von Walde, im Urlaub ist, ver­an­stal­ten die Ange­stell­ten des Wald­ho­tels ein Blü­ten­fest, das Gäste anlo­cken soll, im End­ef­fekt aber auch die Auf­merk­sam­keit gefähr­li­cher Tiere erregt …

Der letzte Band „Ein Som­mer­gast für Mona Maus“ wid­met sich vor­der­grün­dig der Geschichte von Monas Fami­lie: Eine Mäu­se­dame besucht das Wald­ho­tel und löst viele Fra­gen aus, ins­be­son­dere, weil Mona immer mehr Hin­weise zu ihren Eltern fin­det. Han­delt es sich bei der Mäu­se­dame um eine Ver­wandte? Kannte sie Monas Eltern? Die Fra­gen und Ant­wor­ten müs­sen aller­dings war­ten, denn durch einen Blitz wird ein Wald­brand aus­ge­löst, der alle Tiere in Gefahr bringt.

Aus­ge­zeich­net mit dem Leip­zi­ger Lesekompass

Kal­lie Geor­ges „Das kleine Wald­ho­tel: Ein Zuhause für Mona Maus“ wurde ver­gan­ge­nes Jahr zu Recht mit dem Leip­zi­ger Lese­kom­pass aus­ge­zeich­net. Die Begrün­dung: „Das kleine Mau­se­mär­chen wird viele Kin­der anspre­chen: Mit Humor, einer span­nen­den Hand­lung und vie­len ver­schie­de­nen Figu­ren mit Iden­ti­fi­ka­ti­ons­po­ten­zial. Hier darf mit­ge­lacht und mit­ge­bangt wer­den! Durch die über­schau­ba­ren Kapi­tel lässt sich das Buch gut in Etap­pen vor­le­sen und die schwarz-wei­ßen Illus­tra­tio­nen lockern den Text zusätz­lich auf.“ (Quelle: stif​t​ung​le​sen​.de)

Diese Aus­sa­gen brin­gen den ers­ten Band der vier­tei­li­gen Reihe sehr gut auf den Punkt, könn­ten aber auch genauso für die Fol­ge­bände gel­ten. Zusätz­lich über­zeu­gen alle vier Bücher nicht nur mit den The­men, die ver­ar­bei­tet wer­den, son­dern auch mit dem locke­ren Schreib­stil in der Über­set­zung von Karo­lin Visen­e­ber. Die Bücher lesen sich locker­leicht weg und eig­nen sich daher auch für Lesemuffel.

Mona Maus als Kinderbuchheldin

Die Stärke der Reihe liegt aber vor allem in der Dar­stel­lung der Prot­ago­nis­tin Mona Maus, die als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­fi­gur sehr viel Herz­lich­keit, Freund­lich­keit und Wärme aus­strahlt. Es fällt nicht schwer, sich in ihre Situa­tion ein­zu­füh­len, ihre Hand­lun­gen, Ängste und Sor­gen nach­zu­voll­zie­hen. Manch­mal wünscht man sich beim Lesen, dass alles gut gehen wird – und obwohl man weiß, dass es am Ende mit sehr gro­ßer Wahr­schein­lich­keit ein Happy End geben wird, fragt man sich, wie Mona es schafft, aus ihrer ver­zwick­ten Lage zu kom­men, ihre Freunde zu ret­ten oder eine Lösung für ein Pro­blem zu finden.

Mona Maus ist eine Kin­der­buch­hel­din mit vie­len posi­ti­ven Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten. Sie beweist sich in den vier Büchern immer wie­der als eine Per­sön­lich­keit, die man bewun­dern und als Vor­bild neh­men kann. Oft­mals han­delt sie selbst­los, ist für andere da, sieht nur das Gute in ande­ren und gibt ver­schie­de­nen Tie­ren damit die Chance, Vor­ur­teile zu wider­le­gen. Wäh­rend alle ande­ren Tiere den Bären als gefähr­li­ches Tier betrach­ten, lernt Mona ihn als hilfs­be­reit und freund­lich ken­nen. Man kann viel von ihr ler­nen: Geduld, vor­ur­teils­freies Den­ken, Herz­lich­keit, Nächs­ten­liebe. So jeman­den wie Mona Maus möchte man gerne um sich haben, denn sie akzep­tiert andere so wie sie sind.

Die Hör­bü­cher

Par­al­lel zu den Büchern sind auch die Hör­buch­ad­ap­tio­nen erschie­nen. Auch wenn die Inhalte gleich blei­ben, so wer­den die Stim­mung und die Atmo­sphäre der Geschich­ten stark beein­flusst von der Spre­cher­stimme. Andreas Fröh­lich liest zwar ruhig, ver­leiht den Figu­ren jedoch eine Cha­rak­ter­stimme, die nicht zwangs­läu­fig mit der in den Büchern asso­zi­ier­ten über­ein­stim­men muss. So wir­ken die Stim­men von bei­spiels­weise Tilda und Herrn von Walde ste­reo­ty­pi­siert, wodurch sich auch deren Cha­rak­ter ver­än­dert. Wäh­rend die Figu­ren in den Büchern ruhi­ger und lie­be­vol­ler erschei­nen, sind sie in den Hör­bü­chern dyna­mi­scher. Auch fal­len beim Hören der Hör­bü­cher sti­lis­ti­sche Schwä­chen wie Wort­wie­der­ho­lun­gen eher auf als beim Lesen der Bücher. Ange­nehm sind hin­ge­gen die musi­ka­li­schen Ein­schübe. Die Kom­po­si­tio­nen pas­sen zur Geschichte und lockern die Lesung etwas auf.

Da es sich um unge­kürzte Lesun­gen han­delt, die abge­se­hen von der Musik keine wei­te­ren Inhalte bie­ten, eig­nen sich die Hör­bü­cher nicht unbe­dingt als Ergän­zung zu den Büchern. Es ist voll­kom­men aus­rei­chend, nur die Bücher zu lesen oder nur die Hör­bü­cher zu hören. Hier wäre es schö­ner gewe­sen, wenn die Bücher als Hör­spiele mit bei­spiels­weise unter­schied­li­chen Spre­cher­stim­men und einer natur­na­hen Geräusch­ku­lisse umge­setzt wor­den wären, um mehr Abwechs­lung zu bieten.

Fazit

Mit „Das kleine Wald­ho­tel“ ist eine span­nende Kin­der­buch­reihe gelun­gen, die lie­be­volle, wich­tige Bot­schaf­ten trans­por­tiert, vor­bild­li­che Figu­ren bereit­hält und auf ange­nehme Weise unter­hält. Die stim­mungs­volle Atmo­sphäre, die anspre­chen­den Illus­tra­tio­nen und der lockere Schreib­stil sor­gen für ein stim­mi­ges Gesamt­pa­ket, das Lese­rIn­nen ab etwa 7 Jah­ren durch das Jahr beglei­ten kann.

Bücher: Das kleine Wald­ho­tel: Ein Zuhause für Mona Maus (Band 1), Ein Win­ter­wun­der für Mona Maus (Band 2), Ein Blü­ten­fest für Mona Maus (Band 3), Ein Som­mer­gast für Mona Maus (Band 4). Kal­lie George. Illus­tra­tion: Ste­pha­nie Grae­gin. Über­set­zung: Karo­lin Visen­e­ber. Egmont Schnei­der. 2018–2019. Ab 7 Jahren.

Hör­bü­cher: Das kleine Wald­ho­tel: Ein Zuhause für Mona Maus (Band 1), Ein Win­ter­wun­der für Mona Maus (Band 2), Ein Blü­ten­fest für Mona Maus (Band 3), Ein Som­mer­gast für Mona Maus (Band 4). Kal­lie George. Spre­cher: Andreas Fröh­lich. Argon Sauer­län­der Audio. 2018–2019. Ab 6 Jahren.

Bil­der: © 2020 Egmont Schnei­der­buch / Illus­tra­ti­ons by Ste­pha­nie Graegin

Ver­lo­sung

Wir ver­lo­sen 2 Exem­plare vom vier­ten Band „Ein Som­mer­gast für Mona Maus“ und 1 Hör­buch-Paket (Band 1–4). Um an der Ver­lo­sung teil­zu­neh­men, schreibt uns bis zum 15.04.2020 (15:00 Uhr) an stadtgespraech[at]buecherstadtkurier.com und beant­wor­tet fol­gende Frage: Wie heißt die beste Freun­din von Mona Maus? Erwähnt in der E‑Mail außer­dem, ob ihr eher Inter­esse an einem Buch­ex­em­plar oder dem Hör­buch-Paket habt. Die Gewin­ne­rIn­nen infor­mie­ren wir per E‑Mail und geben sie zusätz­lich hier in den Kom­men­ta­ren bekannt. Viel Glück!

Zum Wei­ter­le­sen:

Am 12. März 2020 ver­öf­fent­lich­ten die Leip­zi­ger Buch­messe und die Stif­tung Lesen die aus­ge­zeich­ne­ten Titel des Leip­zi­ger Lese­kom­pas­ses 2020. Das Trend­thema war in die­sem Jahr die „Ver­ant­wor­tung“. Die Titel wid­men sich unter­schied­li­chen Aspek­ten wie bei­spiels­weise Umwelt­schutz, Kli­ma­wan­del, Inklu­sion und Inte­gra­tion. Wei­tere Infor­ma­tio­nen sowie alle Sie­ger­ti­tel fin­det ihr hier.

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1 comment

Bücherstadt Kurier 15. April 2020 - 19:42

Liebe Bücher­städ­te­rin­nen und Bücher­städ­ter, das Los hat ent­schie­den: Das Hör­buch­pa­ket geht an Petra H., ein Exem­plar des vier­ten Ban­des jeweils an Hans Die­ter D. und Andrea B. Herz­li­chen Glückwunsch!

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