Da brat mir doch einer ‘nen Horker!

by Fabelforscher Christian

„Frü­her war ich ein Aben­teu­rer, doch dann hab ich einen Pfeil ins Knie bekom­men und jetzt darf ich hier…“ kochen! Welch ein Glück, dass es jetzt auch das pas­sende Koch­buch für echte Dra­chen­blü­ter gibt. Fabel­for­scher Chris­tian hat sich an den hei­mi­schen Herd bege­ben und ist in die Gau­men­freu­den Tam­ri­els eingetaucht.

Ebenso zahl­reich wie die Völ­ker und Kul­tu­ren Tam­ri­els sind auch ihre Geschmä­cker. So lie­ben die käl­te­trot­zen­den Nord wär­mende Bra­ten aus Mam­mut­fleisch und dazu Süß­spei­sen, die den Som­mer in ihre Her­zen zurück­zu­brin­gen ver­mö­gen. Die Orsi­mer hin­ge­gen bevor­zu­gen eine ein­fa­chere, rus­ti­ka­lere Kost aus Wild­fleisch und selbst­ge­sam­mel­ten Kräu­tern und Gewür­zen. Bei alles in allem zehn behan­del­ten Völ­kern und über 70 Rezep­ten ist für jeden Geschmack etwas dabei: ver­schie­dene Fleisch­sor­ten, Fisch, Süß­spei­sen, Getränke…

Für viele der Gerichte wird eine von drei Gewürz­mi­schun­gen benö­tigt, deren Her­stel­lung in einem extra Kapi­tel beschrie­ben ist. Hier wird auch ihr prin­zi­pi­el­les Anwen­dungs­ge­biet („Köst­lich ist diese Würz­mi­schung zu…“) erklärt, wodurch sie sich auch sehr gut für Gerichte eig­nen, die nicht aus die­sem Koch­buch stammen.

Abtau­chen in Himmelsrand

Die Rezepte sind gut nach­voll­zieh­bar geschrie­ben und mit Kreuz­ver­wei­sen auf andere Rezepte ver­se­hen, die sich zum Bei­spiel gut als Bei­lage oder Vor­speise eig­nen. Lei­der taucht ein paar Mal die Zutat Sirup bezie­hungs­weise dunk­ler Sirup auf, die ich erst nach län­ge­rer Inter­net­re­cher­che ein­deu­tig bestim­men konnte. Das scheint aber nur mei­nem regio­na­len Hin­ter­grund geschul­det zu sein, ein paar Freunde mein­ten im Gespräch sofort: „Klar, kenn ich. Das gibt’s in so gel­ben Becher­chen.“ Wie­der was gelernt! Ansons­ten gibt es an den Rezep­ten wenig aus­zu­set­zen, es sei aber erwähnt, dass im All­ge­mei­nen recht viel Ched­dar zum Ein­satz kommt. Wer ihn nicht mag, kann ihn wie ich ein­fach erset­zen. Wer das nicht möchte, sollte das Buch bes­ser nicht kaufen.

Das Buch ist ins­ge­samt sehr schön gestal­tet und die stim­mungs­vol­len Fotos ver­mit­teln das Gefühl, als wären sie tat­säch­lich an Tafeln in Him­mels­rand oder Mor­ro­wind auf­ge­nom­men. Für Vege­ta­rier, Vega­ner oder Men­schen mit Glu­ten­un­ver­träg­lich­keit gibt es auf der letz­ten Seite eine Tabelle, die anzeigt, wel­che Gerichte geeig­net sind bezie­hungs­weise sich ohne gro­ßen Auf­wand ent­spre­chend anpas­sen lassen.

Der Nerd in uns

Was Rezepte aus Wel­ten des Fan­tasy-Gen­res betrifft, ist Chel­sea Mon­roe-Cas­sel alles andere als eine Anfän­ge­rin: Von ihr stam­men unter ande­rem „A Game of Thro­nes – Das offi­zi­elle Koch­buch“, „The Shire Cook­book“ und „World of War­craft – Das offi­zi­elle Koch­buch“.

Noch ein wenig nerdige Kri­tik zum Schluss, etwas, das wirk­lich nur den­je­ni­gen auf­fal­len wird, die in Him­mels­rand bezie­hungs­weise Tam­riel zu Hause sind: Einige der Orts­na­men auf den Kar­ten im Vor­satz sind ver­scho­ben und lie­gen irgendwo im Nir­gendwo oder gar in der fal­schen Pro­vinz. Das tut der Qua­li­tät des Buches aber defi­ni­tiv kei­nen Abbruch.

The Elder Scrolls – Das offi­zi­elle Koch­buch. Rezepte aus Him­mels­rand, Mor­ro­wind und ganz Tam­riel. Chel­sea Mon­roe-Cas­sel. Aus dem Eng­li­schen von Andreas Kas­przak. Panini. 2019.

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1 comment

X 5. März 2021 - 16:59

Und was genau ist der Sirup jetzt??
Ein­fach Zucker­si­rup oder Agavendicksaft?

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