Buchtipp – ohne „Germanistenscheiß“

by Zeichensetzerin Alexa

Bilder deiner großen LiebeBis zu sei­nem Tod hat Wolf­gang Herrn­dorf an sei­nem Roman „Bil­der dei­ner gro­ßen Liebe“ geschrie­ben, aber nicht mehr geschafft, ihn zu been­den. Dem Ver­lag blie­ben das frag­men­ta­ri­sche Manu­skript und vie­ler­lei Noti­zen, wel­che noch umge­setzt wer­den soll­ten – ohne „Ger­ma­nis­ten­scheiß“, war Herrn­dorfs Vor­gabe. Sein Wunsch, jemand anders könne den Roman been­den, wurde nicht erfüllt. Schließ­lich sollte sein Werk in sei­nem Stile bestehen blei­ben und nicht in dem eines ande­ren ver­fasst sein.

Und so endet das Buch mit­ten in der Geschichte, wel­che aus der Sicht eines Mäd­chens erzählt wird: Über eine Reise, die The­men wie Liebe und Leben streift und den Weg als Ziel ver­steht. Wer also zu „Bil­der dei­ner gro­ßen Liebe“ greift, sollte sich bewusst sein, dass die­ser Roman hier und da lücken­haft, brü­chig und unschlüs­sig ist. Er erhebt nicht den Anspruch einer run­den Geschichte und trotz­dem fin­det sich die eine oder andere Stelle, die in Erin­ne­rung bleibt:

„Und das alles ist auch nicht wich­tig. Nicht wich­tig, wie sie hieß und wie sie aus­sah und ob Ferien waren oder nicht. Nicht wich­tig, bis auf die Liebe, und im Grunde war auch die Liebe nicht wich­tig. Son­dern der Weg zu ihr. Das war das größte Glück.“

Zei­chen­set­ze­rin Alexa

Bil­der dei­ner gro­ßen Liebe. Wolf­gang Herrn­dorf. Rowohlt. 2014.

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