10 Jahre BK – Ein Blick zurück, ein Blick nach vorn

by Zeichensetzerin Alexa
Bücherstadt mit fliegenden Büchern

Bild: Alexa S. / Midjourney

10 Jahre Bücher­stadt Kurier. Uiuiui. Das ist eine lange Zeit! Wer hätte damals gedacht, dass aus einer klei­nen Idee so etwas Gro­ßes ent­ste­hen würde? Nun gut, wie es das (unge­schrie­bene) Gesetz will, wird es Zeit, ein wenig aus dem Näh­käst­chen zu plau­dern. Lasst uns gemein­sam einen Blick zurück und einen Blick nach vorn wer­fen! – Von Zei­chen­set­ze­rin Alexa

Ok, eigent­lich ist der Bücher­stadt Kurier, wäh­rend ich die­sen Text tippe, bereits 10,5 Jahre alt. Aber wie das immer so ist: In der Bücher­stadt ist immer so viel los, dass man auch mal das eine oder andere Vor­ha­ben ver­gisst. Die­sen Text zu schrei­ben zum Bei­spiel. Der Ent­wurf ist irgendwo zwi­schen hohen Papier­sta­peln ver­schwun­den (ich könnte jetzt auch behaup­ten, der Buch­fink hätte meine Noti­zen gefres­sen, aber das wäre ihm gegen­über doch unfair). Stän­dig kam etwas dazwi­schen: Text 1, Text 2, Text 3, … ihr kennt das! Jetzt aber! Jetzt, wäh­rend drau­ßen uner­träg­li­che Hitze herrscht, ist die Zeit gekom­men, ein wenig in Erin­ne­run­gen zu schwel­gen. Also gut, genug geschwa­felt! Ich will euch nicht län­ger langweilen.

Eine Stadt erwacht

Und so begin­nen wir mit einer Rück­blende ins Jahr 2012: Es war ein­mal im Januar. Die Welt stand still, als die Bücher in den Rega­len zu flüs­tern began­nen und immer lau­ter wur­den. Sie woll­ten nicht län­ger Staub­fän­ger sein, sie for­der­ten, gele­sen, gehört und betrach­tet zu wer­den. Ihre Geschich­ten und Gedan­ken soll­ten mehr Raum bekom­men. Also folgte ich mit eini­gen ande­ren Neu­gie­ri­gen an mei­ner Seite dem geheim­nis­vol­len Flüs­tern und fand mich vor den gro­ßen Toren einer Stadt wie­der: der Bücher­stadt. Nur schwer lie­ßen sich die alten, ver­ros­te­ten Tore öff­nen, doch mit ver­ein­ten Kräf­ten schaff­ten wir es. Lang­sam tra­ten wir ein. Der Anblick, der sich uns bot, war beängs­ti­gend: dunkle Schat­ten, zer­störte Häu­ser, über­all zer­ris­sene Bücher, schrille Schreie und eisige Kälte – eine Todes­stadt (die seit­dem jähr­lich im Herbst für kurze Zeit erwacht) …

Wir beschlos­sen, die Bücher­stadt wie­der auf­zu­bauen, und sam­mel­ten erste Ideen im gro­ßen Bücher­stadt­turm, der schon bald als der Ort bekannt sein würde, an dem die Bücher­stadt Kurier-Redak­tion ihrer Arbeit nach­ge­hen sollte. Damals bezeich­ne­ten wir die­sen Ort noch als „Forum“.

„Mach doch einfach!“

Dass die Bücher­stadt wie­der zum Leben erwachte, ver­brei­tete sich schnell, und so schlos­sen sich uns immer mehr Lese­be­geis­terte an. Wir nann­ten uns fortan „Bücherstädter*innen“ und ver­brei­te­ten unsere Lei­den­schaft für Lite­ra­tur mit­hilfe eines Online-Maga­zins, das wir viele Jahre als PDF-Aus­ga­ben herausgaben.

Von Anfang an war es uns wich­tig, uns stets wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Das Kon­zept wurde immer wei­ter ange­passt, die Idee eines Lite­ra­tur­ma­ga­zins erwei­tert und die Gestal­tung ver­än­dert. Die Bücher­stadt wurde zu einem leben­di­gen Ort vol­ler krea­ti­ver Köpfe, die einem moti­vie­ren­den Motto fol­gen: „Mach doch ein­fach!“ Mit die­sen drei Wör­tern im Hin­ter­kopf haben wir uns aus­ge­lebt und erste oder wei­tere Erfah­run­gen als Reporter*innen, Kritiker*innen und Illustrator*innen gemacht – und spä­ter den Bücher­stadt e.V. gegrün­det, um Lite­ra­tur auch außer­halb der Bücher­stadt zu fördern.

Städteumbau

Seit 2012 hat sich die Bücher­stadt nicht nur ver­än­dert, son­dern ist auch gewach­sen: Zu den bedeu­tends­ten Orten kamen neben Buch­pran­ger, Krea­tiv­la­bor und Skrip­to­rium das Film­thea­ter, die Spiel­straße und das Audi­to­rium hinzu. Jetzt, 10 Jahre spä­ter, sind das Krea­tiv­la­bor und das Skrip­to­rium nur noch Teil eines Muse­ums, in dem krea­tive Geschich­ten und selbst­ge­stal­tete Comics archi­viert und prä­sen­tiert wer­den. Dazu gehö­ren „Krea­tive Häpp­chen“, das Schreib­pro­jekt „100 Bil­der – 100 Geschich­ten“, Kurz­ge­schich­ten und Comicstrips.

Das Museum ist rund um die Uhr geöff­net und kann jeder­zeit besucht wer­den. Krea­tive Pro­jekte wer­den nun unab­hän­gig vom Bücher­stadt Kurier über den Bücher­stadt e.V. in Form von bei­spiels­weise eBooks umge­setzt. Ein eBook, das darf an die­ser Stelle schon ein­mal ver­ra­ten wer­den, ist gerade in Arbeit! Auf der Ver­eins­seite wer­den wir euch dies­be­züg­lich auf dem Lau­fen­den halten.

Die Menschen dahinter

10 Jahre sind eine unglaub­lich lange Zeit, in der wir in groß­ar­ti­ger Team­ar­beit Spe­cials, The­men­wo­chen und PDF-Aus­ga­ben gestal­tet, Ver­lo­sun­gen orga­ni­siert und unzäh­lige Texte geschrie­ben haben. Ich erin­nere mich an so viele schlaf­lose Nächte, in denen Sei­ten­künst­ler Aaron und ich am Lay­out der Aus­ga­ben saßen, und wie stolz wir alle am Ende waren, als die Aus­ga­ben ver­öf­fent­licht wurden.

Schrei­ben, illus­trie­ren, lek­to­rie­ren, lay­ou­ten – ohne Team­work wäre all das, was wir erreicht haben und bis heute leis­ten, nie­mals, nie­mals, nie­mals mög­lich gewe­sen. Hier ist viel Herz­blut geflos­sen, die Zusam­men­ar­beit an einem ehren­amt­li­chen Pro­jekt, das uns wich­tig ist, hat uns zusam­men­ge­schweißt. Es haben sich nicht nur Freund­schaf­ten ent­wi­ckelt; ich habe auch mei­nen Mann über den Bücher­stadt Kurier ken­nen­ge­lernt. In all den Jah­ren war der Bücher­stadt Kurier für mich immer ein siche­rer Hafen, an den ich immer wie­der zurück­keh­ren konnte – und das ist bis heute so geblie­ben. Die Bücher­stadt war und ist ein fried­li­cher Ort. Ein Ort der Begeg­nun­gen, Gesprä­che, Krea­ti­vi­tät, Sprach­ex­pe­ri­mente und so vie­ler Ideen, dass wir manch­mal nicht wis­sen, wel­che wir zuerst umset­zen wol­len (und uns gerne mal ver­zet­teln). Lang­wei­lig wird uns hier ver­mut­lich nie­mals werden.

10 Jahre – das ist für mich nicht nur ein guter Anlass, mich an die Anfänge zu erin­nern, son­dern auch den Stab wei­ter­zu­rei­chen und Ver­ant­wor­tung abzu­ge­ben. Für fri­schen Wind in der Chef­re­dak­tion sor­gen nun Worte­we­be­rin Annika und Zei­len­schwim­me­rin Ronja. Ich freue mich auf neue Her­aus­for­de­run­gen und Auf­ga­ben und alles, was sonst noch auf uns zukom­men wird!

Die Redaktionsmitglieder haben das Wort

Ich sitze aben­de­lang am Web­stuhl und mache aus Wör­tern Texte. Beim Schrei­ben sor­tiere ich meine Gedan­ken über Bücher, Texte und die Welt. Außer­dem lek­to­riere und orga­ni­siere ich gerne, in der Chef­re­dak­tion, als Res­sort­lei­te­rin des Stadt­ge­sprächs und überhaupt.

Mein Lieb­lings­platz in der Bücher­stadt: Vom Redak­ti­ons­turm hat man eine herr­li­che Aus­sicht. Aber am Buch­pran­ger schaue ich auch gerne vor­bei, oder ich streife durch die Gäss­chen und lau­sche auf das Stadt­ge­spräch. Die Bücher­stadt ist groß und viel­fäl­tig – kann man da wirk­lich nur einen Lieb­lings­ort haben?

Schöne Erin­ne­run­gen: Unsere Tref­fen im ech­ten Leben geben der Arbeit beim BK immer Auf­trieb und sind natür­lich gerade in den letz­ten zwei Jah­ren zu sehr beson­de­ren Erin­ne­run­gen gewor­den! Außer­dem habe ich gute Erin­ne­run­gen an unser Kun­ter­bunt-Spe­cial, die #lit­kin­der und kleine, spon­tane Aktio­nen wie das #mond­buch. Und dann natür­lich die ers­ten Besu­che in der Bücher­stadt: Als ich Alexa in der Uni ken­nen­lernte, hat sie mir von dem Pro­jekt erzählt und ich dachte: „Wie cool! Aber die sind alle so pro­fes­sio­nell, da kann ich nie­mals mit­ma­chen ...!“ Und über ein Semi­nar habe ich dann doch den Weg zum BK gefun­den und gemerkt, dass das hier vor allem Spaß macht und es gar nicht schwer ist, mitzumachen.

Ich habe kis­ten­weise Wör­ter, mit denen ich jon­gliere – mal krea­tiv, mal wis­sen­schaft­lich, mal essay­is­tisch und mal als Unsinn-Gekrit­zel, das nie­mand außer mir lesen kann. Ich habe lange im Krea­tiv­la­bor gelebt und freue mich, jetzt wie­der mehr durch die Bücher­stadt zu spazieren.

Mein Lieb­lings­platz: Ich laufe gerne durch die bun­ten Gas­sen und stö­bere durch die vie­len Texte, die über­all ange­bo­ten werden.

Schöne Erin­ne­run­gen: Ich bin neben Alexa und Aaron die, die am längs­ten #bkloppt ist, und ich habe viele schöne Erin­ne­run­gen an das ganze Pro­jekt. Am meis­ten Spaß gemacht haben mir kol­la­bo­ra­tive Schreib­pro­jekte, die Tref­fen „in real life“, aber auch zu sehen, wie die Redak­tion immer wie­der mal einen Wachs­tums­schub hatte, unter ande­rem durch die Bre­mer Uni-Semi­nare. Ich blät­tere bis heute mit Begeis­te­rung durch unsere Aus­ga­ben und staune immer wie­der dar­über, was wir alles geschafft haben und wei­ter­hin schaf­fen. Und freue mich dar­über, dass sich alle wei­ter­hin in der Bücher­stadt hei­misch fühlen.

Ich fühle mich im Buch­pran­ger-Vier­tel beson­ders hei­misch, schlen­dere aber auch gerne durch die Spiel­straße zum Film­thea­ter. Zur Ent­span­nung drehe ich dann ein paar Run­den im Wör­ter­pool oder pad­dele über den Textsee.

Von mei­ner Woh­nung über der Tin­ten­tank­stelle bis zum Redak­ti­ons­turm ist es nicht weit. Dort kleckse ich flei­ßig beim Schrei­ben und lek­to­riere herum. Als Res­sort­lei­te­rin behalte ich den Buch­pran­ger im Blick und unter­stütze seit Kur­zem Worte­we­be­rin Annika in der Chefredaktion.

Schöne Erin­ne­run­gen: Das mit Abstand Beste an der Bücher­stadt sind die Leute, denen man hier begeg­net. Buch­stap­le­rin Maike brachte mich 2015 zum Bücher­stadt Kurier. Unter den buch- und geschich­ten­ver­rück­ten Redak­ti­ons­mit­glie­dern fühlte ich mich direkt wohl. Unsere Redak­ti­ons­tref­fen, egal ob in Per­son oder digi­tal, sind immer ein klei­nes Ideen­feu­er­werk. Beson­ders gute Erin­ne­run­gen habe ich an unsere Buch­mes­sen­be­su­che, unsere Blind-Date-Aus­gabe und das Spe­cial #Phi­lo­so­phie­stadt.

Auf zukünf­tige Pro­jekte, Tref­fen und wei­tere 10 Jahre!

Ich kam eben­falls über ein Uni-Semi­nar 2015 zum Bücher­stadt Kurier, war von Anfang an mit dem Hüten der Sätze in Bücher­stadt beschäf­tigt und wirke auch heute noch gerne beim Lek­to­rat mit.

Einen Lieb­lings­ort in Bücher­stadt aus­zu­ma­chen, stellt sich als gar nicht so ein­fach her­aus. Eigent­lich ist die Bücher­stadt selbst der Lieb­lings­ort. Beson­ders viel bin ich aber rund um den Buch­pran­ger inmit­ten der Berge aus Büchern, Per­ga­ment­rol­len und spit­zen Federn zu fin­den. Ich liebe außer­dem das ein­drucks­volle Audi­to­rium oder die Spiel­straße – die Sphä­ren zwi­schen 1en und 0en haben es mir hier vor allem ange­tan, ab und an wage ich mich aber auch in die ana­lo­gen Berei­che mit all den her­um­hüp­fen­den Spiel­fi­gu­ren und flat­tern­den Kar­ten vor.

Abso­lu­tes High­light ist das Team: Die Tref­fen in live und digi­tal, der Aus­tausch mit ande­ren krea­ti­ven und enga­gier­ten Men­schen, mit denen man eine Lei­den­schaft teilt. Ich mag es, mir anzu­schauen, wie sich alles ent­wi­ckelt hat: meine ers­ten klei­nen Bei­träge, das anfäng­li­che vor­sich­tige Mit­wir­ken ... und nun wird mein Leben zu einem wirk­li­chen gro­ßen Teil mit bücher­städ­ti­scher Magie gefüllt.

Ich freue mich dar­auf, die Zukunft mit­zu­ge­stal­ten, zu sehen, wie sich die­ses span­nende Pro­jekt wei­ter­ent­wi­ckelt, wächst und ver­än­dert. Ich freue mich auf neue Men­schen, die das Pro­jekt noch mit­ge­stal­ten wer­den. Und ich freue mich auf neue Lite­ra­tur, über die ich dank der Bücher­stadt nach­den­ken werde. Das Thema für die­ses Jahr inspi­riert mich und ich bin mehr denn je dem Lesen verfallen.

Und vor allem freue ich mich auf wei­tere Tref­fen im ech­ten Leben – dies­mal aber mit eige­nem Bäl­le­bad für die vie­len neuen klei­nen Bücherstädter*innen!

Ich bin am liebs­ten im Buch­pran­ger-Vier­tel unter­wegs. Da ich bald Groß­tante werde, freue ich mich über die vie­len Kin­der­bü­cher, die in letz­ter Zeit hier ver­mehrt zu fin­den sind. Ich schlen­dere am liebs­ten durch das Vier­tel des Film­thea­ters, mache im Stadt­ge­spräch halt und schaue auch mal im Audi­to­rium vor­bei. Nur in das Vier­tel der Spiel­straße habe ich noch kei­nen Fuß gesetzt.

Wie mein Bücher­stadt­be­ruf schon sagt, liebe ich Geschichte und alte Bücher und möchte Men­schen dafür begeis­tern. Nicht nur die gro­ßen Ereig­nisse und die Klas­si­ker der Lite­ra­tur. Gerne kaufe ich alte Bücher auf dem Floh­markt oder im Anti­qua­riat aus der Zeit. Und so bestü­cke ich die Bücher­stadt mit mei­nen Fund­stü­cken. Zu mei­ner Auf­gabe gehört auch die Betreu­ung der Außen­stelle der Bücher­stadt auf Face­book. Hier teile ich die aktu­el­len Ver­öf­fent­li­chun­gen des städ­ti­schen Blat­tes Bücher­stadt Kurier und Nach­rich­ten aus der Welt der Lite­ra­tur und auch Kultur.

Ich gehe in mein vier­tes Jahr und fühle mich sehr wohl beim Bücher­stadt Kurier. Was mir zu Beginn etwas „Bauch­weh“ berei­tet hat, war die Tech­nik. Dis­cord oder Trello – kann ich das kaputt machen? Meine schönste Erin­ne­rung steht noch aus, wenn ich alle end­lich per­sön­lich treffe, so sehr ich unsere Online-Tref­fen auch genieße. Mir gefal­len die vie­len Ideen, die wir haben. Die Umset­zun­gen und die Lei­den­schaft, mit der alle dabei sind, trotz des Lebens, das ja immer wie­der dazwi­schen­kommt – und bei eini­gen sogar krabbelt.

Es ist schwer, sich auf den einen Lieb­lings­ort in der Bücher­stadt fest­zu­le­gen, weil die Bücher­stadt mit all ihren bun­ten Facet­ten eigent­lich für sich allein ein Lieb­lings­ort ist. Aber wenn ich mich fest­le­gen muss, würde ich sagen, dass ich gerne mit einem guten Buch, kof­fe­in­freiem schwar­zen Kaf­fee und selbst­ge­mach­tem Kuchen in dem klei­nen bücher­städ­ti­schen Café am Wör­ter­see sitze. Unweit des Buch­fink­wal­des und der Bücherberge.

Die meiste Zeit schwinge ich das Tanz­bein zu den lite­ra­ri­schen Klän­gen des Audi­to­ri­ums und schwofe auf­merk­sam durch das Lek­to­rat. Oft tän­zele ich mich aber auch durch die Neu­erschei­nun­gen des Buch­pran­gers von Genre zu Genre, steppe aus­ge­las­sen zu lite­ra­ri­schen Events des Stadt­ge­sprächs oder voll­ziehe eine film­reife Pirou­ette im Filmtheater.

Schöne Erin­ne­run­gen, Blick nach vorn: 2017 hat es mich durch ein Semi­nar des Bücher­stadt Kuriers an der Uni­ver­si­tät Bre­men das erste Mal für einen Kurz­ur­laub in die Bücher­stadt ver­schla­gen. Drei Jahre spä­ter hatte die Corona-Pan­de­mie die Welt im Griff und ich erin­nerte mich an die schöne Zeit zurück. Des­halb kehrte ich 2020 für ein sechs­mo­na­ti­ges Prak­ti­kum zum Bücher­stadt Kurier zurück. Ich wurde vom ers­ten Moment an sehr herz­lich vom Team auf­ge­nom­men. Und was soll ich sagen? Es hat mir dort so gut gefal­len, dass ich 2021 umge­zo­gen bin und nun mei­nen fes­ten Wohn­sitz in der Bücher­stadt und die Res­sort­lei­tung des Audi­to­ri­ums über­nom­men habe. Für die Zukunft wün­sche ich mir noch viele wei­tere schöne lite­ra­ri­sche Jahre mit die­sem beson­de­ren Team und hoffe, dass wir uns alle (wie­der) per­sön­lich tref­fen kön­nen. Viel­leicht gibt es ja auch irgend­wann wie­der ein Semi­nar des Bücher­stadt Kuriers an der Uni­ver­si­tät Bre­men, dort, wo für mich die Zeit mit dem Bücher­stadt Kurier begann.

Ich wohne eigent­lich am Film­thea­ter-Platz, treibe mich aber auch des Öfte­ren im Buch­pran­ger-Vier­tel herum. Dort unter­stütze ich hin und wie­der das Lek­to­rat und stelle auch selbst gerne mal das eine oder andere Buch an den Pran­ger. Am liebs­ten erfor­sche ich Bücher, die schon ein wenig älter sind und abseits der aus­ge­tre­te­nen Lese­pfade liegen.

Vor knapp drei Jah­ren hat es mich auf eine Ein­la­dung von Worte­we­be­rin Annika hin in die Bücher­stadt ver­schla­gen. Seit­dem ist viel pas­siert, hän­gen­ge­blie­ben ist aber vor allem ein Tref­fen mit (fast) allen Bewoh­nern der Bücher­stadt. Das war auf­grund von Corona bis­her lei­der nur ein­mal mög­lich, wird aber hof­fent­lich in Zukunft wie­der öfter stattfinden.

Für mich ist die Bücher­stadt ein bun­ter und fan­tas­ti­scher Ort, an dem sich viele ver­schie­dene Men­schen auf­hal­ten, die die Stadt immer wie­der neu­ge­stal­ten. Ein beson­ders anzie­hen­der Bereich ist für mich das Comic­vier­tel und die klei­nen Gas­sen, in denen zahl­rei­che Kunst­werke und Illus­tra­tio­nen aus­ge­stellt sind. Ich fla­niere mit gro­ßer Freude durch die Stra­ßen und gucke mir die schein­bar end­lo­sen Bil­der und Texte an. Ebenso schaue ich gerne sowohl beim Film­thea­ter und in der Spiel­straße als auch beim Audi­to­rium vorbei.

Beson­ders sind mir die Spe­cials in Erin­ne­rung geblie­ben. Ganz vor­ne­weg das ste­tige Wie­der­keh­ren der Todes­stadt. Es macht mir jedes Jahr vom neuen Spaß, mich in der schau­ri­gen und teils gru­se­li­gen Stadt umzu­schauen, Neues zu ent­de­cken und auch den Hor­ror zu genie­ßen. Eben­falls ent­sinne ich mich der #Phi­lo­so­phie­stadt. Ich hatte mich zuvor noch nicht damit beschäf­tigt. Dann habe ich einige Bücher gele­sen und die Erfah­rung gemacht, dass es viel Spaß sowie auch Erkennt­nisse bringt, sich mit Phi­lo­so­phie auseinanderzusetzen.

Ich denke, sol­che Her­aus­for­de­run­gen, wie es für mich die #Phi­lo­so­phie­stadt damals war, wird es noch einige geben. Gut finde ich, dass sich die Bücher­stadt immer wie­der wan­delt – bei­spiels­weise durch Grün­dung neuer Res­sorts – und auch Struk­tu­ren geschaf­fen wur­den, um die Stadt fle­xi­bler zu gestal­ten, sodass viele Men­schen mit ihren jewei­li­gen Res­sour­cen daran teil­ha­ben können.

Natür­lich lebt so ein Pro­jekt nicht nur vom fes­ten Team, son­dern auch von der Inter­ak­tion mit euch Leser*innen. Und des­halb wol­len wir uns an die­ser Stelle bei allen bedan­ken, die uns in irgend­ei­ner Form unter­stüt­zen, die unsere Arbeit wert­schät­zen, an unse­ren Aktio­nen teil­neh­men, uns Feed­back geben, unsere Texte tei­len oder wei­ter­emp­feh­len … Ihr seid herz­lich dazu ein­ge­la­den, den Bücher­stadt Kurier mit­zu­ge­stal­ten und an den Ver­eins­pro­jek­ten mit­zu­wir­ken. Zögert nicht, uns zu schrei­ben, und denkt an unser Motto: „Mach doch ein­fach!“ Wir freuen uns auf euch!

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