Wenn Farben streiken: Über Gefühle und Farbstifte!

Was ist denn das? Jetzt fin­det Dun­can an­statt Stif­te hand­ge­schrie­be­ne Brie­fe in sei­ner Ta­sche. Aber nein, das sind nicht ir­gend­wel­che Brie­fe, es sind die Brie­fe sei­ner Farb­stif­te. Was ha­ben die ihm denn zu sa­gen? Der ers­te Be­schwer­de­brief stammt von sei­nem ge­lieb­ten Farb­stift Rot, den er doch so oft für sei­ne Ni­ko­läu­se und Feu­er­wehr­au­tos braucht. Doch was ist jetzt los? Der rote Farb­stift streikt.

„Ich brau­che eine Pau­se“

… ist die Be­grün­dung für das Feh­len des ro­ten Farb­stif­tes. Nun geht es wei­ter! Der graue Stift ist auch schon müde, da er im­mer beim Aus­ma­len gro­ßer Tie­re, wie Ele­fan­ten und Nas­hör­ner, be­nutzt wird. Auch Lila schreibt in ih­rem Brief, dass sie nicht glück­lich ist. Dun­can soll beim Ma­len nicht über die Li­ni­en hin­aus­ge­hen. Das sieht nicht schön aus.
Das arme Beige wird von Dun­can im­mer Hell­braun oder Senf­gelb ge­nannt, da­bei sind das doch ganz an­de­re Far­ben! Aber in der Farb­schach­tel war­ten noch an­de­re Brie­fe auf Dun­can, zum Bei­spiel von Weiß, das man auf wei­ßem Pa­pier ja gar nicht sieht, was ihn sehr de­pri­miert. Gelb und Oran­ge strei­ten sich über das The­ma, wer denn von bei­den „die wah­re Far­be der Son­ne“ ist, wor­auf auch der grü­ne Farb­stift hin­deu­tet.
Die Farb­stif­te Schwarz, Rosa, Blau und Pink sind eben­falls nicht glück­lich mit ih­rem Da­sein bei Dun­can. Vor al­lem Pink ist sehr be­lei­digt, weil sie gar nicht be­nutzt wird. Und das be­schäm­te Rosa ist ja ganz nackt. Oh, oh, was hat Dun­can bloß an­ge­stellt? Was soll der arme Jun­ge denn nun mit den gan­zen Beschwerde-Briefen ma­chen? Alle 10 Farb­stif­te strei­ken auf ein­mal!

Zum Glück hat er eine ge­nia­le Idee...

„Der Streik der Far­ben“ von Drew Day­walt ist ein lus­ti­ges, fan­ta­sie­vol­les und vor al­lem bun­tes Kin­der­buch mit Il­lus­tra­tio­nen von Oli­ver Jef­fers. Es wur­de von Anna Schaub aus dem Eng­li­schen ins Deut­sche über­setzt und die­ses Jahr im Nord-Süd-Verlag ver­öf­fent­licht. Auf eine hu­mor­vol­le Wei­se er­fah­ren die Kin­der aus dem Buch, dass auch die Farb­stif­te Ge­füh­le ha­ben, ge­nau­so wie die Men­schen. Deut­lich wird das an den Zeich­nun­gen, da je­der Stift ein Ge­sicht hat; mal ein trau­ri­ges, mal ein la­chen­des...
Aus ei­ner neu­en, äu­ßerst schö­nen Per­spek­ti­ve regt der Au­tor die ma­le­ri­sche Fan­ta­sie der Kin­der an, und lädt gleich zum Aus­pro­bie­ren kun­ter­bun­ter Bil­der ein. Wir sind ab­so­lut be­geis­tert, eben­so wie un­se­re 4-jährige Toch­ter bzw. Schwes­ter, die sehr flei­ßig Bil­der malt. Ein Muss für klei­ne Künst­ler, die ger­ne ma­len und pin­seln!

Tat­ja­na und Jas­min (12 Jah­re)

Der Streik der Far­ben. Drew Day­walt und Oli­ver Jef­fers. Über­set­zung: Anna Schaub. Nord-Süd Ver­lag. 2016.

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