Nautilus’ Traum: Untertauchen und träumen

nautilus-traum„Nau­ti­lus’ Traum“ ist ei­nes die­ser Wer­ke, von de­nen man so­fort in sei­nen Bann ge­zo­gen wird. Bü­cherhor­te­rin Clau­dia er­klärt, war­um das so ist.

Die Na­tur er­obert die Erde zu­rück

Was pas­siert mit der Welt, nach­dem der Men­sch die­se wie­der ver­las­sen hat? Dies ist ein schon häu­fi­ger be­han­del­tes span­nen­des The­ma. Mit die­sem Band ver­set­zen der Au­tor Da­vid Al­mond und der Il­lus­tra­tor Die­t­er Wies­mül­ler den Schau­platz der Ent­de­ckungs­rei­se auf den Grund des Oze­ans.

Die Mensch­heit gibt es nicht mehr und dort, wo wir uns ein­st Mo­nu­men­te bau­ten, tum­meln sich nun die un­ter­schied­lichs­ten Mee­res­be­woh­ner, denn die Na­tur hat sich ih­ren Le­bens­raum zu­rück­er­obert. Blau­wa­le, Haie, Del­fi­ne und vie­le an­de­re ih­res­glei­chen wur­den lie­be­voll in Ein­klang mit be­kann­ten Bau­ten aus al­ler Welt, wie der Frei­heits­sta­tue in New York oder Schloss Neu­schwan­stein in Bay­ern in die­sem Kunst­band ver­ewigt.
Tex­te un­ter­schied­li­cher Län­ge auf der je­weils ge­gen­über­ge­le­ge­nen Sei­te run­den die Il­lus­tra­tio­nen ab und sind aus der Sicht der Mee­res­tie­re ge­hal­ten, die sich der Men­schen teil­wei­se noch dun­kel er­in­nern. So um­strei­fen zwei be­hä­bi­ge Haie Mi­chel­an­ge­los Da­vid in Flo­renz und wun­dern sich, war­um sie die­sen so schmack­haft fin­den. Am so­ge­nann­ten Yaqui­na Head Lighthouse, ei­nem Leucht­turm in Ore­gon, träu­men die Del­fi­ne da­von, den Men­schen er­neut zu be­geg­nen. Mit ih­nen glück­li­ch zu sein, wenn sie wie­der wie frü­her aus dem Was­ser sprin­gen, dort wo der Him­mel das Was­ser be­rührt, wäre für sie das größ­te Glück...

Atem­be­rau­ben­de Il­lus­tra­tio­nen und tief­grün­di­ge Tex­te

Der acht­und­vier­zig Sei­ten star­ke Band wird als Bild­band für Kin­der ab neun Jah­ren emp­foh­len, aber auch Er­wach­se­ne je­den Al­ters soll­ten sich ein­mal mit die­sem be­schäf­ti­gen. Der Band bringt den Be­trach­tern nicht nur die be­kann­tes­ten Denk­mä­ler nä­her. Die Tex­te sind schon fast phi­lo­so­phi­sch ge­hal­ten, sehr ver­träumt und tief­grün­dig. Si­cher brau­chen Kin­der hier ei­nen Er­wach­se­nen, der mit ih­nen über die tie­fe­re Be­deu­tung nach­denkt und über die Mensch­heit an sich, so­wie die­se tief­blaue Zu­kunft dis­ku­tiert.

Selbst wenn man sich nicht mit den Tex­ten aus­ein­an­der­set­zen möch­te, bie­tet der Band mit dem Bild­ma­te­ri­al groß­ar­ti­ge Kunst zum im­mer wie­der Be­trach­ten. Wies­mül­lers Il­lus­tra­tio­nen sind ein­fach traum­haft de­tail­liert und über­zeu­gend – man wünscht sich di­rekt ein noch grö­ße­res For­mat, da­mit die­se noch bes­ser zur Gel­tung kom­men kön­nen. Da­bei ist der Band mit den Ma­ßen 26,5 cm x 37,5 cm schon ei­ner der gro­ßen Bild­bän­de. Jede Il­lus­tra­ti­on wür­de sich sehr gut als Kunst­druck an der Wand ma­chen.

Lieb­ha­ber von Mee­res­tie­ren kom­men hier na­tür­li­ch voll auf ihre Kos­ten und je­dem, der gute Il­lus­tra­tio­nen schätzt, wird die­ses atem­be­rau­ben­de Ge­samt­kunst­werk eine wah­re Freu­de be­rei­ten. So eig­net sich der Bild­band auch sehr gut als be­son­de­res Ge­schenk.

Nau­ti­lus’ Traum. Da­vid Al­mond, Die­t­er Wies­mül­ler. Über­set­zung: Hen­ri­et­te Schrö­der. Tu­lip­an. 2016.

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