Kindgerechte Action

Auch die DC Su­per Hero Girls müs­sen sich mit Prü­fungs­stress her­um­schla­gen, wäh­rend sie Su­per­schur­ken be­kämp­fen. Wie sie das un­ter ei­nen Hut be­kom­men, hat sich Wort­klau­be­rin Eri­ka im 2016 ver­öf­fent­lich­ten Co­mic ge­nau­er an­ge­schaut.

Spä­tes­tens seit dem 2005 er­schie­ne­nen Film „Sky High“ von Mike Mit­chell aus dem Hau­se Dis­ney und der TV-Serie „Small­vil­le“ (2001−2011) ist klar, dass Su­per­hel­den auch eine Schu­le be­su­chen müs­sen. Umso an­ge­neh­mer ist es da­bei, wenn die Schu­le ins­be­son­de­re für die be­son­de­ren Be­dürf­nis­se von zu­künf­ti­gen Hel­din­nen und Hel­den ein­ge­rich­tet ist.
Nein, aus­nahms­wei­se geht es nicht um die Schu­le der X-Men. Viel­mehr ver­set­zen die Tex­te von Shea Fon­ta­na be­kann­te Su­per­hel­din­nen und Su­per­hel­den aus dem DC Uni­ver­sum zu­rück in die Schul­zeit. Die kurz an­ge­leg­ten Ge­schich­ten dre­hen sich um das Le­ben und die Freund­schaft von Su­per­girl, Bat­girl, Poi­son Ivy, Ka­ta­na, Won­der Wo­man (die hier noch ein Won­der Girl ist), Bum­ble Bee und Har­ley Quinn.

Kur­ze Ge­schich­ten, gro­ße Sto­ry

Die epi­so­den­haft an­ge­leg­ten Ge­schich­ten kon­zen­trie­ren sich je­weils auf eine der Su­per­hel­din­nen. Wäh­rend Su­per­girl mit ih­rer Prü­fungs­angst um­zu­ge­hen ler­nen muss, muss Poi­son Ivy nach­sit­zen und Ka­ta­na spielt mit Be­ast Boy Ver­ste­cken. Doch eine nach der an­de­ren ver­schwin­det spur­los von der Bild­flä­che, und es wird klar, dass die knapp 125 Sei­ten Co­mic eine grö­ße­re Ge­schich­te ver­bin­det. Wie kann die Stadt ohne ihre Hel­din­nen, die den Tag ret­ten, den Tag über­ste­hen? Und wer­den die Su­per­hel­din­nen ihre Ab­schluss­prü­fun­gen be­stehen?

Su­per­hel­din­nen für jun­ge Le­se­rin­nen und Le­ser

Die DC Su­per Hero Girls ma­chen die Hel­din­nen, die mo­men­tan über die Ki­no­lein­wän­de spa­zie­ren, auch für jun­ge Le­se­rin­nen und Le­ser greif­bar. Sie sind Hel­din­nen, aber sie müs­sen zur Schu­le, sie ha­ben Angst vor Prü­fun­gen und wün­schen sich Freun­de. Da­ne­ben ret­ten sie nicht sel­ten auch den Tag.
Die­se Zu­gäng­lich­keit wird nicht zu­letzt von den Zeich­nun­gen von Yan­cey La­bat un­ter­stützt: Sie holt die Hel­din­nen her­aus aus der über­se­xua­li­sier­ten Dar­stel­lung, die nicht nur in Fil­men wie „Sui­ci­de Squad“ (2016) und „Won­der Wo­man“ (2017) das Bild do­mi­niert. Die Su­per­hel­din­nen wer­den jün­ger, kind­li­cher, an­ge­zo­ge­ner. Da­bei blei­ben ihre Hel­den­at­tri­bu­te, wie Won­der Wo­mans gol­de­nes Las­so, durch­aus er­hal­ten und be­wei­sen, dass Hel­din­nen nicht im­mer knap­pe Klei­dung tra­gen müs­sen, um den Tag zu ret­ten.

Kind­ge­rech­te Ac­tion

Die über­schau­ba­ren Pa­nels spa­ren nicht an (kind­ge­rech­ter) Ac­tion. Das macht den Co­mic ge­eig­net für gro­ße und klei­ne Co­mic­fans und ins­be­son­de­re Fans von Su­per­hel­din­nen. Er lädt ein, den Tag da­mit zu ver­brin­gen, dar­in zu blät­tern. Auch die Über­set­zung der Tex­te aus dem Eng­li­schen von Clau­dia We­ber ist ge­lun­gen.
Auf ein­ge­fleisch­te Comic-Fans der DC-Originale mag der Co­mic schal wir­ken und ge­wis­se Cha­rak­te­re ver­fäl­schen. So wirkt es im ers­ten Mo­ment et­was be­fremd­lich, die Schur­kin­nen Har­ley Quinn und Poi­son Ivy in der Schu­le zu se­hen, wäh­rend sie nor­ma­ler­wei­se Bat­man Pa­ro­li bie­ten. Sie blei­ben schel­misch, frech und lis­tig, tun aber zu­gleich Gu­tes und kämp­fen ge­gen Schur­ken, mit de­nen sie sonst zu­sam­men­ar­bei­ten.

„DC Su­per Hero Girls“ bie­tet ei­nen ge­lun­ge­nen Ein­stieg in die Welt der sonst dun­kel ge­stal­te­ten Su­per­hel­den­co­mics. Der Band ist be­wusst für jun­ges, weib­li­ches Pu­bli­kum an­ge­legt und spricht mit Si­cher­heit ein brei­tes Pu­bli­kum von El­tern und Kin­dern an. Ob sich nicht ein Kul­tur­schock er­gibt, wenn der Blick dann in ‚rich­ti­ge‘ Su­per­hel­den­co­mics von DC fällt, muss sich al­ler­dings zei­gen.

DC Su­per Hero Girls. Prü­fungs­stress & Su­per­schur­ken. Über­set­zung: Clau­dia We­ber. Il­lus­tra­ti­on: Van­cey La­bat. Pa­ni­ni. 2016.

Wortklauberin Erika
Über Wortklauberin Erika 16 Artikel

Wortklauberin Erika schaltet und waltet in der Bücherstadt vom beschaulichen Wien aus. Sie studiert im Master Vergleichende Literaturwissenschaft mit einem Schwerpunkt auf Psychoanalyse, Metafiktion und Kulturtransfer und ist in der Schreibdidaktik tätig.

Kommentar hinterlassen

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*