Adventskalender 2017: Türchen 21

Viel­leicht
soll­ten wir
die „An­kunft“
in „Ad­vent“
end­lich wört­lich
und so­mit auch
per­sön­lich neh­men?
Wie wäre es
statt Stress
und Hek­tik
mit in sich ruh’n,
ge­las­sen sein?

Hier mein Vor­schlag:

Rezept „Meine eigene Dosis inneren täglichen Ausgleichs trotz immerwährender Obstakel nutzen“
(kurz M.E.D.I.T.A.T.I.O.N.)

„Zu­ta­ten“ (für 1 Per­son)

  • Ge­duld (Men­ge va­ri­iert nach ei­ge­ner Kom­pe­tenz­stu­fe und Ta­ges­ver­fas­sung)
  • Aus­dau­er (vor al­lem am An­fang; die ers­ten Ver­su­che kön­nen et­was müh­sam sein)
  • be­que­me Klei­dung
  • Stuhl oder Kis­sen

Dau­er:
Wie viel Zeit Du da­für auf­bringst, bleibt Dir über­las­sen. Ide­al wäre, das re­gel­mä­ßig zu ma­chen. Wenn mög­lich je­den Tag ein paar Mi­nu­ten. Das reicht schon.

Schwie­rig­keits­grad:
va­ri­iert in­di­vi­du­ell

„Zu­be­rei­tung“

  1. Mach es Dir auf Stuhl oder Kis­sen sit­zend be­quem. Es spielt kei­ne Rol­le, ob Du den Lo­tus­sitz be­herrschst. Pro­bier‘ ein­fach aus, wel­che Po­si­ti­on so an­ge­nehm für dich ist, dass Du län­ge­re Zeit dar­in aus­har­ren kannst (gilt auch für die Hän­de). Ach­te je­doch dar­auf, dass der Rü­cken ge­ra­de ist; so kann die Luft bes­ser flie­ßen.
    Tipp: Nimm Dir ge­nug Zeit für die­sen Schritt. Ein spä­te­res Ver­än­dern der Po­si­ti­on stört Ruhe und Kon­zen­tra­ti­on und zö­gert „Er­folgs­er­leb­nis­se“ hin­aus.
  2. Wenn Du willst, schlie­ße die Au­gen. An­sons­ten kon­zen­trie­re dich auf ei­nen be­stimm­ten Punkt vor Dir, so­dass dein Blick leicht schräg nach un­ten geht. Das Kinn et­was Rich­tung Hals zie­hen, die Schul­tern ent­span­nen.
  3. An die­ser Stel­le even­tu­ell noch ein­mal nach­spü­ren, ob sich ir­gend­et­was un­be­quem an­fühlt. Wenn ja, Po­si­ti­on ver­än­dern.
  4. Ver­su­che nun, dich all­mäh­lich auf dei­nen Atem zu kon­zen­trie­ren. Es geht nicht dar­um, ihn zu kon­trol­lie­ren oder zu ver­än­dern. Ganz na­tür­lich flie­ßen las­sen. Nichts er­zwin­gen, nur spü­ren.
    Die ei­ge­nen Ge­dan­ken kön­nen ei­nem an die­ser Stel­le ganz schön in die Que­re kom­men: Stän­dig ver­su­chen sie die Auf­merk­sam­keit vom At­men ab­zu­len­ken. Ver­su­che nicht, nicht zu den­ken. Auch Ge­dan­ken zu un­ter­drü­cken ist nicht der Sinn der Sa­che. Viel­mehr geht es dar­um los­zu­las­sen. Lass die Ge­dan­ken kom­men und ge­hen wie Wol­ken, die über den Him­mel zie­hen.
    Tipp: Wenn es Dir hilft, atme zu Be­ginn ge­räusch­voll ein und vor al­lem aus. Da­durch ist es leich­ter, sich zu kon­zen­trie­ren. Mit der Zeit wird das At­men von selbst lei­ser bis Du es ir­gend­wann gar nicht mehr hö­ren wirst.
  5. Ir­gend­wann wirst Du mer­ken, dass dein Atem im­mer tie­fer geht und sich die Atem­zü­ge pro Mi­nu­te ver­rin­gern. Ge­nau das ist es, was wir hier er­rei­chen wol­len.
    Da­durch wirst Du ru­hi­ger, fo­kus­sier­ter. Ver­su­che, dei­ne ei­ge­ne Mit­te zu fin­den, an­zu­kom­men und in Dir selbst zu ru­hen. Es be­darf mög­li­cher­wei­se ei­ni­ger Übung, um an die­sen Punkt zu ge­lan­gen.
    Tipp: Auch hier gilt: Nichts er­zwin­gen. Im­mer schön wei­ter­at­men. Los­las­sen.
  6. Zum Aus­klang bzw. Ab­schluss: Rich­te dei­ne Sin­ne lang­sam wie­der nach au­ßen. Öff­ne die Au­gen. Bleib so lan­ge sit­zen wie Du es brauchst.

Er­geb­nis:
Me­di­ta­ti­on ist von so viel­fäl­ti­gem (psy­chi­schem und phy­si­schem) Nut­zen, dass es sich für jede/n lohnt, es aus­zu­pro­bie­ren.

Wich­tig:
Lass dich nicht ent­mu­ti­gen, wenn es am An­fang nicht so­fort klappt oder Du es Dir ein­fa­cher vor­ge­stellt hast. Es braucht Zeit und Übung, ist es aber auf je­den Fall wert!

Va­ria­tio­nen

  • Es gibt ver­schie­de­ne Mit­tel, die Dir hel­fen kön­nen, dich zu kon­zen­trie­ren: z.B. Ker­zen, Mu­sik, Räu­cher­stäb­chen. Pro­bier‘ ein­fach aus, was Dir passt und was nicht.
  • Dein Atem kann Dir hel­fen, Ver­span­nun­gen zu lö­sen. Lege dazu – wenn mög­lich – eine Hand auf die ver­spann­te Stel­le dei­nes Kör­pers. Stell Dir dann beim Ein­at­men vor, dass der Atem ge­nau dort­hin fließt, und sich beim Aus­at­men alle Mus­keln ent­span­nen. Wenn Du schon ge­üb­ter dar­in bist, brauchst Du die auf­ge­leg­te Hand nicht mehr – sie ist nur ein Hilfs­mit­tel, das die Rich­tung dei­ner Ge­dan­ken und dei­nes Atems un­ter­stützt.
  • Auch ein Man­tra (und/oder eine Ge­bets­ket­te) kann Dir beim Kon­zen­trie­ren hel­fen. Wäh­le es al­ler­dings wei­se aus; die Kraft der Ge­dan­ken wird oft un­ter­schätzt.
  • Wenn es Dir psy­chisch oder phy­sisch in ir­gend­ei­ner Form nicht gut geht, kannst Du mit Ima­gi­na­ti­on und Far­ben ar­bei­ten: Stell Dir z.B. vor, dass Du wei­ße, rei­ne, hei­len­de, „gute“ Luft ein- und al­les Schlech­te in Form von schwarz-grauer Luft aus­at­mest. Hier kann es wie­der hel­fen, be­son­ders ge­räusch­voll aus­zu­at­men.
    Du kannst Dir auch vor­stel­len, dass al­les Ne­ga­ti­ve beim Aus­at­men nach un­ten ab­sinkt und aus dem Kör­per in den Bo­den ge­zo­gen wird oder dass es etwa wie Luft­bla­sen nach oben steigt und Dir so ent­zo­gen wird.
    Stell Dir even­tu­ell vor, dass Du an ei­nem Ort bist, der für dich Glück und Hei­lung sym­bo­li­siert, z.B. eine Blu­men­wie­se. Je mehr De­tails Du Dir vor­stel­len und je mehr Sin­ne Du in die­se Ima­gi­na­ti­on ein­bin­den kannst, des­to bes­ser hilft es.
    Wie­der­ho­le das so lan­ge bis Du dich bes­ser fühlst.
  • Wie Du viel­leicht schon weißt, kann man sol­che Atem­übun­gen nicht nur im Sit­zen durch­füh­ren. Im Yoga gibt es z.B. die Stel­lung des Kin­des und die To­ten­stel­lung, die sich gut da­für eig­nen. Auch hier gilt: Ein­fach selbst aus­pro­bie­ren.

und so
an­kom­men
bei sich selbst
sein
im Mo­ment
ru­hen
in der Mit­te
des ei­ge­nen
Seins
stets
wun­der­bar
er­leich­tert

Verse­flüs­te­rin Sil­via

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