10 Fragen an Clue Writing (mit Verlosung)

Clue Wri­ting – weil wir aus dem mächtig-prächtigen „Geis­tes­blitz“ neu­ro­na­le Fla­tu­len­zen mit eng­lisch­spra­chi­gem Char­me pro­du­zie­ren. Sind wir nicht ent­zü­ckend?

Sie sind ver­rückt und un­glaub­li­ch krea­tiv – die Clue Wri­ter! Hin­ter die­sem Na­men ver­ber­gen sich Sa­rah und Ra­hel, zwei Freun­din­nen, die ihre Platt­form www.cluewriting.de mit un­zäh­li­gen Kurz­ge­schich­ten fül­len. Wer mag, kann ih­nen Clues und Set­tings vor­schla­gen, zu de­nen sie Ge­schich­ten er­fin­den. Zei­chen­set­ze­rin Alexa hat sich mit den bei­den auf ei­nen vir­tu­el­len Kaf­fee ge­trof­fen und ih­nen 10 Fra­gen ge­stellt.

1. Clue Wri­ting exis­tiert seit fast 5 Jah­ren. Mal zu­rück­ge­blickt: Wie ent­stand die­ses Pro­jekt?

Ra­hel: Nun, es gibt da eine Ver­si­on die­ser Sto­ry, die er­bar­mungs­lo­se Schur­ken, Ex­plo­sio­nen und den Kampf um das kost­bars­te Gut der Mensch­heit, die Li­te­ra­tur, be­inhal­tet. Doch so he­roi­sch die­se Ge­schich­te ist, sie ist wie so man­ches, das man auf Clue Wri­ting fin­det, rei­ne Fik­ti­on. In Wahr­heit war uns nach ei­ner durch­zech­ten Nacht vol­ler Kaf­fee und Plau­de­rei­en, schlicht und er­grei­fend lang­wei­lig. Also schlug ich vor, dass wir zur Ver­trei­bung der sel­bi­gen, zwei Kurz­ge­schich­ten mit fünf iden­ti­schen, vor­ge­ge­be­nen Wor­t­en ver­fas­sen, die an ei­nem be­stimm­ten Hand­lungs­ort spie­len muss. Sa­rah kam an­schlie­ßend die glor­rei­che Idee …

Sa­rah: … dar­aus ei­nen Blog zu ma­chen, wie­so auch nicht? Und wenn man da­bei ist, kann man gleich pro Wo­che und Au­to­rin eine Sto­ry ver­öf­fent­li­chen. Was harm­los an­ge­fan­gen hat, ist im Lau­fe der Zeit, dank un­se­rem Ei­fer, Neu­es aus­zu­pro­bie­ren so­wie un­se­rer viel­be­sun­ge­nen Stur­heit da­bei­zu­blei­ben, ge­hö­rig ge­wach­sen. Wäh­rend wir un­se­re Sto­ries im­mer aus­führ­li­cher lek­t­o­rie­ren und kor­ri­gie­ren, ka­men wir auf die Idee, ein­mal mo­nat­li­ch Gast­au­to­ren auf­zu­neh­men und Leu­te aus der Welt der Li­te­ra­tur zu in­ter­view­en, was wir letzt­hin mit dem Bü­cher­stadt Ku­rier ge­macht ha­ben. In der­sel­ben Fre­quenz wie wir Sto­ries pu­bli­zie­ren, pro­du­zie­ren wir seit an­dert­halb Jah­ren den Clue Cast, un­se­ren Hörgeschichten-Podcast. Dort er­schei­nen un­se­re Kurz­ge­schich­ten, ein­ge­le­sen von di­ver­sen Spre­chern und gran­dio­tas­ti­sch auf­be­rei­tet von Ra­hel.

Ra­hel: Naja, wie gran­dio­tas­ti­sch mei­ne Fä­hig­kei­ten sind, kön­nen nur un­se­re Hö­rer be­ant­wor­ten. Was ich al­ler­dings mit gu­tem Ge­wis­sen be­haup­ten kann ist, dass der Clue Cast lau­fend ver­bes­sert, aus­ge­feilt und raf­fi­nier­ter wird. Wäh­rend wir zu An­fang rei­ne Sprach­auf­nah­men ver­öf­fent­lich­ten, wel­che selbst­ver­ständ­li­ch mit ei­ni­gen Tricks und Knif­fen aus der Audio-Kiste ver­edelt wur­den, dür­fen sich un­se­re Hö­rer seit Län­ge­rem an auf­wän­di­gen Pro­duk­tio­nen in­klu­si­ve Mu­sik und Spe­zi­al­ef­fek­ten mit Kopfkino-Effekt freu­en. Wie wir schon sag­ten: Wir ver­su­chen un­ent­wegt, uns selbst zu über­tref­fen. Das­sel­be gilt üb­ri­gens für die wer­ten Da­men und Her­ren „Hel­den des Clue Cast“, die­se schaf­fen es re­gel­mäs­sig, sich in ih­rer akus­ti­schen Bril­lanz zu stei­gern.

2. Nach eu­rem Li­te­ra­tur­wett­be­werb „Kurz“ geht es wei­ter mit „Schmerz­los“ – was für Auf­ga­ben fal­len bei ei­nem sol­chen Wett­be­werb an?

Ra­hel: Die kur­ze und schmerz­lo­se Ant­wort dar­auf ist: Vie­le, sehr, sehr vie­le! Die et­was län­ge­re Aus­füh­rung be­ginnt beim Be­spre­chen un­se­res Vor­ha­bens und en­det ir­gend­wo zwi­schen dem letz­ten Schliff am Buch­satz und der Ab­schluss­mail an alle An­tho­lo­gie­au­to­ren. In den Mo­na­ten da­zwi­schen, ge­schieht mehr, als man sich viel­leicht vor­stel­len kann …

Sa­rah: Zum Bei­spiel ist da das Aus­for­mu­lie­ren der Aus­schrei­bung, das Füh­ren un­se­rer Lis­te der Ein­sen­dun­gen, das Or­ga­ni­sie­ren der Jury, das Ver­dan­ken der Ein­sen­dun­gen und ja, so­gar das Le­sen und fai­re Be­wer­ten so­wie Aus­wäh­len der Tex­te mit­tels un­se­res treu­en Be­wer­tungs­bo­gens. Nicht zu ver­ges­sen ist die gan­ze Lektorats- und Kor­rek­to­rats­ar­beit, das Lay­ou­ten, das Er­stel­len der Buch­satz­da­tei, das or­ga­ni­sie­ren und Pro­du­zie­ren der fünf Hör­ge­schich­ten … Wir ha­ben dazu der­art viel zu er­zäh­len, dass wir gleich ei­nen mehr­tei­li­gen, mul­ti­me­dia­len Bli­ck hin­ter die Ku­lis­sen auf un­se­rer Sei­te dazu pu­bli­zie­ren.

Ra­hel: Was wir wie­der­ho­len wie ein Man­tra, soll auch hier er­wähnt wer­den. Es ist um­wer­fend, rich­tig­ge­hend phä­no­me­n­al, wie un­heim­li­ch vie­le Ein­sen­dun­gen uns er­reicht ha­ben. Gleich­zei­tig wol­len wir nicht ver­schwei­gen, dass die Ar­beit, wel­che ge­mein­sam mit der Be­liebt­heit un­se­res Wett­be­werbs steigt, durch­aus ein­schüch­ternd sein kann. Den­no­ch siegt die Freu­de über die lei­se Ver­zweif­lung, die ei­nem bei ei­nem Bli­ck auf die Agen­da er­schleicht. Und wir sind dank­bar so­wie ein klein we­nig stolz, dass eine Viel­zahl un­ter­schied­lichs­ter Men­schen ihre Ide­en und Ge­schich­ten mit uns und un­se­rem Pu­bli­kum tei­len möch­ten.

Sa­rah: Und hof­fent­li­ch auch un­se­rem Ur­teil ver­trau­en – das ist ja das Un­glaub­lichs­te an der gan­zen Sa­che!

3. Auch eure zwei­te An­tho­lo­gie er­scheint im Ver­lag 3.0. Wie kam es zu die­ser Zu­sam­men­ar­beit?

Ra­hel: Ich glau­be, da­für dür­fen wir Tha­ri­na Wag­ner dan­ken, denn durch ihr Clue Wri­ting In­ter­view, wur­den Kerstin und Zsolt vom Ver­lag auf uns auf­merk­sam. Die bei­den ha­ben un­ser li­te­ra­ri­sches Trei­ben be­ob­ach­tet und sind mit dem Vor­schlag an uns ge­tre­ten, den Ver­trieb und Print zu über­neh­men. Na­tür­li­ch muss­ten wir da zu­sa­gen, im­mer­hin konn­ten wir den wer­ten Da­men und Her­ren Schrei­ber­lin­gen nur so eine druck­fri­sche Aus­ga­be un­se­res ge­mein­sa­men Wer­kes er­mög­li­chen.

Sa­rah: Dazu kommt, dass wir nach der Pu­bli­ka­ti­on von „Kurz – Li­te­ra­tur in klei­nen Hap­pen“ so­gleich ge­fragt wur­den, ob wir In­ter­es­se hät­ten, auch „Schmerz­los“ beim Ver­lag 3.0 her­aus­zu­ge­ben. Und so wird auch der zwei­te Band ganz ohne Schmer­zen wie­der nach dem­sel­ben Mus­ter er­schei­nen: Ein E-Book mit fünf­und­vier­zig Sto­ries, eine Print-Ausgabe mit den zwan­zig bes­ten. Zu gu­ter Letzt wer­den die „Top Five“ als von uns pro­du­zier­te Podcast-Episoden so­wie als Gratis-Hörbuch für alle, die das Buch ge­kauft ha­ben, ver­öf­fent­licht. Mit dem Ver­lag 3.0 und Clue Wri­ting kann ein Teil­neh­mer also gleich drei­mal ge­win­nen.

4. Selbst Ge­schich­ten schrei­ben, In­ter­views füh­ren, Li­te­ra­tur­wett­be­wer­be or­ga­ni­sie­ren – wie viel Zeit wen­det ihr für Clue Wri­ting auf? Und wäre ein Team­zu­wachs eine Op­ti­on für euch?

Ra­hel: Naja … Da Sa­rahs Re­chen­küns­te zu mei­ner Schan­de bes­ser sind als mei­ne, über­las­se ich das mit der Ab­zäh­lung von für Clue Wri­ting auf­ge­wen­de­ten Zeit­ein­hei­ten ihr. Um die zwei­te Fra­ge zu be­ant­wor­ten, muss ich zum Glück kei­nen Rech­ner be­mü­hen, son­dern kann sa­gen: Ja, aber … Das „ja“ im Satz lässt uns hof­fen, das „aber“ hin­ge­gen wird zur Hür­de bei der Re­kru­tie­rung wei­te­rer Clue Wri­ter. Wie ihr auf un­se­rer Sei­te „Jobs“ seht, su­chen wir tat­säch­li­ch jetzt schon em­sig nach Mit­ar­bei­tern, bloß wer­den die­se meist nach der über­schwäng­li­chen Be­grü­ßung von ei­nem rie­si­gen Sta­pel Ar­beit ab­ge­schreckt. Pro­ble­ma­ti­sch für Neu­ein­stei­ger ist wahr­schein­li­ch vor al­lem un­ser berühmt-berüchtigter Per­fek­tio­nis­mus, der sich in al­len Pro­jekt­be­rei­chen ein­ge­nis­tet hat. Wer wie wir dar­an in­ter­es­siert ist, sich kon­stant wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, braucht zu­wei­len ein di­ckes Fell, denn ja, un­se­re Kri­tik­kul­tur ist of­fen – kei­nes­wegs böse, aber di­rekt. Har­te Ar­beit kann und soll­te un­be­dingt Spaß ma­chen, gleich­wohl bleibt sie har­te Ar­beit, die eine Men­ge En­thu­si­as­mus und Dis­zi­plin von al­len Be­tei­lig­ten ab­ver­langt.
Okay, jetzt, da wir wie eis­kal­te Workaho­lics mit Hang zum Sa­dis­mus klin­gen, lasst uns das State­ment re­la­ti­vie­ren und er­wäh­nen: Wir er­war­ten viel von uns, et­was we­ni­ger von an­de­ren. Für ei­ni­ge ist das, nach­voll­zieh­ba­rer­wei­se, für ein rei­nes Frei­zeit­pro­jekt trotz­dem zu viel. All jene, die sich eine Zu­sam­men­ar­beit doch vor­stel­len kön­nen, sind selbst­ver­ständ­li­ch herz­lichst, mit Knicks und Rück­wärts­sal­to bei uns will­kom­men!

Sa­rah: Da ich of­fi­zi­ell rech­nen darf, tobe ich mich jetzt auch aus! Ich den­ke, wir bei­de kom­men mit der Ar­beit für Clue Wri­ting über den Dau­men ge­peilt auf etwa hun­dert­acht­zig Stel­len­pro­zen­te (je nach­dem an wel­chen Welt­herr­schafts­plä­nen wir fei­len, kann das mal mehr, mal ein biss­chen we­ni­ger sein), un­se­re Spre­cher und an­de­ren Mit­ar­bei­ter sind da­bei nicht mit­ge­zählt. Vor al­lem des­halb ha­ben wir uns dazu ent­schie­den, die Crowdfunding-Plattform Pa­treon zu nut­zen und uns auf Spon­so­ren­su­che zu be­ge­ben. Na­tür­li­ch hät­ten wir nichts da­ge­gen, ir­gend­wann von Clue Wri­ting le­ben zu kön­nen – man darf ja wohl träu­men – doch wir freu­en uns über je­den Fran­ken (wir sind ja Schwei­zer), den wir mit dem Pro­jekt ver­die­nen. Zum Team­zu­wachs hat Ra­hel be­reits al­les ge­sagt, was wich­tig ist – ihr seht, wie prak­ti­sch es sein kann, so eine Ra­hel zu ha­ben!

5. Auf­fäl­lig ist eure Krea­ti­vi­tät im Um­gang mit Spra­che. So be­nutzt ihr auch oft das Wort „me­ga­lo­tas­ti­sch“ – wo kommt das her?

Ra­hel: So­weit ich mich er­in­nern kann, be­nutz­te ich die­se Wort­schöp­fung in ei­ni­gen Nach­rich­ten an Sa­rah – wer uns kennt, der weiß, wir tau­schen uns stän­dig über Sky­pe aus. Da­na­ch kam, was wohl kom­men mus­s­te: Wir be­nutz­ten das Wort und Ab­wand­lun­gen da­von im­mer öf­ter, bis es schließ­li­ch in un­se­ren nor­ma­len Wort­schatz und auf Clue Wri­ting wan­der­te.

Sa­rah: Aber das war erst der An­fang, denn Ra­hels klei­ner Ge­hirn­furz (kann man „Brain­f­art“ ei­gent­li­ch auf Deut­sch über­set­zen?) soll jetzt in den Du­den kom­men, wie wir ger­ne be­to­nen. Also über­nehmt das Wort in eure All­tags­spra­che, sagt es all eu­ren Freun­den, Fein­den und Fol­lo­wern so oft ihr könnt, bis es zu eu­rer zwei­ten Na­tur wird! Ach ja: Das war kei­ne Bit­te, denn wir sind von der Me­ga­lo­tas­ti­zi­tät un­se­rer Ge­dan­ken­blit­ze (mit Au­gen­zwin­kern, ver­steht sich) über­zeugt.

Ra­hel: Clue Wri­ting – weil wir aus dem mächtig-prächtigen „Geis­tes­blitz“ neu­ro­na­le Fla­tu­len­zen mit eng­lisch­spra­chi­gem Char­me pro­du­zie­ren. Sind wir nicht ent­zü­ckend?

6. Hun­der­te von Kurz­ge­schich­ten fül­len eure Web­site – wo­her nehmt ihr all die­se In­spi­ra­ti­on?

Ra­hel: Das ist eine Fra­ge, die ich nie so rich­tig be­ant­wor­ten kann. In­spi­ra­ti­on ist näm­li­ch et­was, an das ich so gut wie kei­nen Ge­dan­ken ver­schwen­de. Meis­tens läuft das bei mir so, dass ich eine Dead­line nä­her­rü­cken sehe, mir mein Set­ting und mei­ne Clues an­se­he und an­schlie­ßend ein­fach schrei­be. Selbst­ver­ständ­li­ch fällt mir hin und wie­der nicht auf An­hieb eine Ge­schich­te ein, die ich ver­tip­pen möch­te, dann zäu­me ich das li­te­ra­ri­sche Pferd von hin­ten auf und er­denke mir zu­er­st ei­nen Prot­ago­nis­ten. Die be­s­te Stra­te­gie zur In­spi­ra­ti­ons­fin­dung ist in mei­nen Au­gen je­doch ziem­li­ch sim­pel, un­ter Au­to­ren gut be­kannt, wenn auch we­nig ger­ne ge­hört: Selbst­dis­zi­plin. Wenn dir nichts ein­fällt, dann über­leg so­lan­ge, bis du eine Idee hast – und geh mit dem Dok­to­ren Hund spa­zie­ren.

Sa­rah: Hm, was ist In­spi­ra­ti­on und kann man die es­sen? Kei­ne Ban­ge, ich kann eine ern­s­te Ant­wort ge­ben, wenn die­se auch stark in die­sem Punkt an jene von Ra­hel an­knüpft. In den meis­ten Fäl­len fällt mir ein­fach et­was ein, wenn ich mir die Clues an­se­he – und dann gibt es ja noch un­se­re Story-Reihen, bei de­nen wir uns stets nach ge­eig­ne­ten Clues um­se­hen, um an der Fort­set­zung schrei­ben zu kön­nen. Zu gu­ter Letzt geis­tern hier und da Ide­en in mei­nem Kopf her­um, die schon lan­ge (oder kurz) da sind und ei­nes Ta­ges zu ei­nem Vor­ga­ben­pa­ket pas­sen.

7. Was wa­ren die schlimms­ten Clues, die ihr je be­kom­men habt?

Ra­hel: Je­der Clue, durch den sich The­men auf­drän­gen, die im Romantik-, weit schlim­mer noch, Erotik-Genre be­we­gen – bei­des in­ter­es­siert mich so gar nicht. An­sons­ten stö­re ich mich kaum je an Clues, wenn schon, är­gert mich ein dreis­tes Set­ting, das mir das Schrei­ber­le­ben schwer macht.
Ge­ra­de bo­cki­ge Clues kön­nen ne­ben dreis­ter Hem­mung eben­so über Um­we­ge zu Fa­mo­sem ver­lei­ten. Mein liebs­tes Bei­spiel da­für ist die glor­rei­che „Ma­kre­len­mar­me­la­de“, die mich dank ih­rer sprich­wört­li­chen Un­mög­lich­keit zu ei­ner Kurz­ge­schich­te brach­te, die mir au­ßer­or­dent­li­ch Spaß mach­te. Die­se wie­der­um, wie soll­te es an­ders sein, wur­de zu ei­ner aber­wit­zi­gen Hör­ge­schich­te (ei­nes schö­nen Ta­ges, wenn ich in den So­fa­rit­zen freie Zeit fin­de, wer­de ich die­se Epi­so­de un­se­ren heu­ti­gen Pro­duk­tio­nen an­pas­sen).

Sa­rah: Eine schwe­re Fra­ge, die ich jetzt na­he­zu nicht be­ant­wor­ten konn­te, aber ja, ich wage mich: Meist ist es nicht das gan­ze Clue-und-Setting-Päckchen, das be­son­ders her­aus­for­dern ist, son­dern ein­zel­ne Worte. Da sei bei­spiels­wei­se das Set­ting „Un­ten am Fluss, bei den gro­ßen Stei­nen, aber nicht da, wo Tan­te Lui­sa ihre Haar­schlei­fe ver­lo­ren hat, son­dern dort, wo Fre­de­rik sein Mo­ped ver­senkt hat“, das mir Ra­hel zum ers­ten April un­ter­ge­ju­belt hat, er­wähnt. Klingt ein­fach, aber ver­ges­st bit­te nicht, es muss wört­li­ch vor­kom­men, ein an­de­rer Ka­sus ist also auch nicht er­laubt. Das wohl bis­her her­aus­for­dernds­te gan­ze Pa­ket war aber wohl das Set­ting „La­bor für bio­me­cha­ni­sche Na­no­im­plan­ta­te“ ge­paart mit den Clues „Rau­haar­da­ckel, Ar­ti­scho­cke, Nu­del­ku­chen, Do­mi­na“ und „Ome­ga“, aus dem schliess­li­ch eine SciFi-Story wur­de. Ihr seht, wenn ihr uns Clues vor­schlagt, ha­ben wir un­se­re wah­re Freu­de – also nichts wie her mit all dem Kram, den euer Kopf so aus­spuckt!

8. Wenn ihr die Wahl hät­tet, wür­det ihr den Li­te­ra­tur­no­bel­preis ei­nem Ly­ri­ker / ei­ner Ly­ri­ke­rin oder ei­nem Ro­man­au­tor / ei­ner Ro­man­au­to­rin oder je­mand ganz an­de­rem ver­lei­hen?

Ra­hel: Ich muss zu­ge­ben, und wer­de da­für be­stimmt ge­lyncht, der Li­te­ra­tur­no­bel­preis steht nicht auf mei­ner In­ter­es­sen­lis­te. Viel lie­ber ver­gä­be ich No­bel­prei­se für Phy­sik, Bio­lo­gie oder Me­di­zin. Die gin­gen zu­min­dest an Gran­dio­tas­ten, in de­ren Bi­blio­gra­phien man meh­re­re Wäl­zer fän­de. Hm, darf ich den Li­te­ra­tur­no­bel­preis für Fach­bü­cher ver­ge­ben? Al­ter­na­tiv könn­te ich mir ei­ni­ge Au­to­ren von po­pu­lär­wis­sen­schaft­li­chen Wer­ken vor­stel­len, denn wel­che li­te­ra­ri­sche Leis­tung ist no­bler, als das Ver­mit­teln von Wis­sen und das Tei­len der un­bän­di­gen Freu­de an der un­wahr­schein­li­chen, un­fass­ba­ren und tief­grei­fend fas­zi­nie­ren­den na­tür­li­chen Welt? Falls ihr euch nun fragt: Ja, ich war das Kind, das die Un­ter­richts­stun­de in die Län­ge zog, weil ich nie ge­nü­gend Fra­gen stel­len konn­te und ja, mei­ne Mit­schü­ler wa­ren nicht glück­li­ch dar­über – deal with it, bit­ches, kein Schul­hof­schlä­ger hält mich von den Na­tur­wis­sen­schaf­ten fern!

Sa­rah: Na­tür­li­ch kann ich mich auch hier sehr schlecht ent­schei­den, denn die Li­te­ra­tur, die nor­ma­ler­wei­se den No­bel­preis er­hält, ist eher we­ni­ger die, wel­che ich lese. Ich bin der Über­zeu­gung, dass wirk­li­ch coo­le Li­te­ra­tur die ist, die ei­ner­seits gut ge­schrie­ben und an­de­rer­seits für alle zu­gäng­li­ch und un­ter­halt­sam ist. Plötz­li­ch fällt mir da der Ro­man „Nach Hau­se“ von Ra­hel ein, der un­be­dingt ge­le­sen wer­den muss, wenn man Hor­ror und Hal­lo­ween liebt. Glaubt mir, ich habe den Text selbst drei­mal von vor­ne bis hin­ten durch­streift, ich weiß, was ihr le­sen wollt!

Ra­hel: Un­fass­bar, jetzt macht die Blon­di­ne noch Wer­bung für mein Ro­män­chen und das so­gar ohne, dass ich ihr da­für Kaf­fee, Man­da­ri­nen oder Koh­len­hy­dra­te ver­spro­chen habe. Nun ja, ei­ner muss es ja wohl ma­chen, denn ich hab’s lei­der nicht so mit der Wer­bung. Des­we­gen be­loh­ne ich mei­ne Le­ser lie­ber mit ei­nem akus­ti­schen Ex­tra, statt sie mit lee­ren Ver­spre­chun­gen zu um­wer­ben.

9. Um mal auf eure Welt­herr­schafts­plä­ne zu kom­men: Wie geht es nun wei­ter mit Clue Wri­ting? Was plant ihr in nächs­ter Zeit?

Ra­hel: In den nächs­ten Mo­na­ten wird so ei­ni­ges hin­ter den Ku­lis­sen ge­sche­hen, das Clue Wri­tings Zu­kunft län­ger­fris­tig si­chern soll. So­fern al­les so klappt, wie wir uns das wün­schen, wer­den wir uns über kurz oder schmerzl…, par­don, lang be­ruf­li­ch mit Clue Wri­ting be­schäf­ti­gen kön­nen. Das heißt, dass wir mehr Zeit für Nach­wuchs­för­de­rung wie wei­te­re, au­dio­vi­su­el­le Pro­jek­te ha­ben wer­den. Doch eben­so vor den Au­gen un­se­rer wer­ten Le­sern und Hö­rern, wird bald viel statt­fin­den. So dür­fen sie sich auf eine neue, bun­te­re, in­di­vi­du­el­le­re und hof­fent­li­ch un­ter­halt­sa­me­re Sei­te freu­en.

Sa­rah: Hof­fen wir mal lie­ber auf kurz als lang, idea­ler­wei­se na­tür­li­ch auch mög­lichst schmerz­los, dann ist al­les in Erd­nuss­but­ter. Da Ra­hel ei­gent­li­ch schon al­les be­ant­wor­tet hat, schwei­ge ich und gehe brav an den PHP-Dateien un­se­rer neu­en Sei­te, die üb­ri­gens me­ga­lo­tas­ti­sch wird, coden. Haalt – was noch ver­ra­ten wer­den darf, sind zwei Din­ge: Ers­tens wird es mehr Bü­cher ge­ben und zwei­tens Mer­chan­di­se, das man un­be­dingt be­sit­zen muss, weil die künf­ti­gen De­signs aus dem Hau­se Clue Wri­ting Glück­se­lig­keit ver­strö­men. Und na­tür­li­ch wer­den wir mit nie­mals nach­las­sen­dem En­thu­si­as­mus da­zu­ler­nen und stets bes­ser wer­den und ihr dürft das, so­fern ihr wollt, mit uns ge­mein­sam tun.

10. Auch ihr kommt nicht um die be­rühm­te Bü­cher­stadt Kurier-Frage her­um: Stellt euch vor, ihr wärt ein Buch, wel­ches wür­det ihr sein?

Ra­hel: Viel­leicht „The Hu­mans“ von Matt Haig. Kei­nes­wegs das be­s­te Buch, das mir je­mals un­ter die Nase ge­ra­ten ist (das wäre „The Hitch­hi­kers Gui­de to the Ga­laxy“ von Dou­glas Adams, schlicht­weg, weil man es tau­send­mal le­sen kann), aber ich bin nun auch nicht der be­s­te Men­sch, der mir je­mals be­geg­net ist (so­lan­ge ich Elon Musk nicht be­geg­ne, bleibt die­ser Ti­tel dem schil­lern­den Uni­ver­sal­ge­lehr­ten un­se­rer Zeit, Ste­phen Fry, über­las­sen). Das Buch greift al­ler­dings vie­le The­men auf, die mir nur zu be­kannt sind – Men­schen sind selt­sam, häu­fig un­nö­tig kom­pli­ziert und un­vor­her­seh­bar emo­tio­nal, trotz­dem ge­winnt man oft, wenn man ih­nen eine Chan­ce gibt.
Oh, oder hät­tet ihr jetzt er­war­tet, ich wür­de mei­nen Horror-Roman „Nach Hau­se“ so­wie die da­zu­ge­hö­ri­gen Se­quels und das ver­ton­te Pre­quel er­wäh­nen? Naja, wer­de ich, so­bald ich mei­ne Am­pu­tier­küns­te ver­bes­sert habe – also bald.

Sa­rah: Wäre ich ein Buch, so … hm. Ich stand jetzt ge­ra­de ziem­li­ch lan­ge vor mei­nem Bü­cher­re­gal und habe da­na­ch auf mei­nen E-Book-Reader ge­starrt, in der Hoff­nung, mich ent­schei­den zu kön­nen, was ich na­tür­li­ch nicht konn­te. Also habe ich nur eine Op­ti­on: Ich wäre ger­ne die­ses Buch von Sa­rah L. R. Schnei­ter, des­sen Ti­tel ich nicht ver­ra­ten darf und das si­cher bald er­schei­nen wird. Ihr wisst schon, weil das wer­be­tech­ni­sch die ge­schick­tes­te Ant­wort ist und ich bei dem be­haup­ten kann, ganz ge­n­au zu wis­sen, was die Au­to­rin im Kopf hat­te (näm­li­ch we­nig, wie üb­li­ch). Ja, mei­ne lie­ben Li­te­ra­tur­freun­de, so über­zeugt bin ich von mir selbst – oder aber, ich habe ein­fach den leich­ten Aus­weg ge­wählt.

Ver­lo­sung!

Ge­win­ne eins von drei Ex­em­pla­ren der An­tho­lo­gie „Kurz”! Um in den Los­topf zu sprin­gen, schreib uns hier in den Kom­men­ta­ren, zu wel­chen 5 Clues und wel­chem Set­ting ihr ger­ne mal eine Ge­schich­te le­sen wür­det. Ach­tung: Die Clues soll­ten Sub­stan­ti­ve sein und das Set­ting ein Ort, an dem man sich theo­re­ti­sch auf­hal­ten könn­te. Die Teil­nah­me an der Ver­lo­sung ist bis zum 15.03.17, 18 Uhr, mög­li­ch. An­schlie­ßend wird ge­lost und die Ge­win­ne­rin / der Ge­win­ner per Mail in­for­miert und hier be­kannt­ge­ge­ben. (Bit­te gib dei­ne Mail­adres­se an, da­mit wir dich im Fal­le ei­nes Ge­winns in­for­mie­ren kön­nen. Die Mail­adres­sen wer­den nicht öf­fent­li­ch an­ge­zeigt.) Viel Spaß beim Krea­tiv­sein und viel Glück!

Clue Wri­ting auf Twit­ter, Face­book, Ins­ta­gram.

Die­ses In­ter­view er­schien erst­mals in der 23. Aus­ga­be des Bü­cher­stadt Ku­riers.
Fo­tos © Clue Wri­ting

Über Zeichensetzerin Alexa 72 Artikel
Zeichensetzerin Alexa ist - in Begleitung des Buchfinken - an verschiedenen Orten der Bücherstadt anzutreffen. Außerhalb dieser arbeitet sie als Erzieherin in einem Bremer Elternverein, studiert Germanistik und Kunst-Medien-Ästhetische Bildung und gestaltet ihr Projekt Zeichenblicke.

9 Kommentare zu 10 Fragen an Clue Writing (mit Verlosung)

  1. Set­ting: Eis­wa­gen
    Clues: Schwer­last­dü­bel, Na­tur­schutz­ge­biet, Län­der­fi­nanz­aus­gleich,
    Gin To­nic, Blau­fußtöl­pel

  2. Clues: Kin­der­spra­che, Ge­schichts­for­schung, Fund­stü­cke, Er­in­ne­run­gen, Il­lu­sio­nen
    Set­ting. Auf den Grund­mau­ern ei­ner rö­mi­schen Vil­la.

  3. Lie­be Bü­cher­städ­ter,

    das Los hat ent­schie­den! Je­weils ein Ex­em­plar der An­tho­lo­gie „Kurz” geht an: Ani­ka Sa­watz­ki, Rai­ner Fran­ke und Han­nes! Der Buch­fink macht sich in den nächs­ten Ta­gen auf den Weg zu euch. Viel Spaß beim Le­sen wünscht 

    eure BK-Redaktion

  4. Hal­lo, lie­be Me­ga­lo­tas­ten,

    erst ein­mal möch­ten wir Alexa und dem Bü­cher­stadt­ku­rier herz­li­ch für ihr En­ga­ge­ment dan­ken und den Ge­win­nern mit Hof­knicks gra­tu­lie­ren! Cool, was? 🙂
    So, jetzt soll­ten wi aber noch er­zäh­len, was wir mit eu­ren Clues ma­chen – je­den Frei­tag er­scheint bei uns eine Sto­ry und eure Vor­ga­ben wur­den in un­se­re re­gel­mäs­si­ge Pla­nung as­si­mi­liert, es wird also in bal­digs­ter Kür­ze so weit sein und ihr müsst „dran glau­ben” 😉
    Soll­tet ihr uns üb­ri­gens Clues vor­schla­gen wol­len, die es auch in ein Buch schaf­fen (mit eu­rem Na­men, ver­steht sich), dann nix wie ab hier­hin, wo ihr alle In­fos dazu fin­det: http://www.cluewriting.de/clues-vorschlagen/

    Mit lie­ben Grüs­sen und den bes­ten Wün­schen
    Für die Clue Wri­ter
    Sa­rah

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