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Lena Frahm

Es gibt so un­glaub­lich viel un­ent­deck­te, span­nen­de und wert­vol­le Li­te­ra­tur, die oft über­se­hen oder gar nicht erst ent­deckt wird, da vie­le nur nach den ge­kenn­zeich­ne­ten Best­sel­lern grei­fen. Un­se­re Re­zen­sio­nen sol­len hel­fen, den Blick auch auf die Bü­cher in der zwei­ten Rei­he zu len­ken.

Bü­cher­städ­ti­scher Be­ruf:

Poe­sie­ar­chi­tek­tin

Wo in der Bü­cher­stadt wohnst du?

In ei­ner klei­nen ge­müt­li­chen Zwei-Zimmer-Wohnung mit Bal­kon und mei­ner klei­nen Schild­krö­te Tör­tel. Und zwar in dem Teil der Bü­cher­stadt, in dem es nur den Früh­ling, Herbst und Win­ter gibt, nicht weit ent­fernt von der Fel­be, mei­nem Lieb­lings­fluss und nur 10 Mi­nu­ten zu Fuß zu ei­nem klei­nen aber sü­ßen Wo­chen­markt.

Was machst du für den Bü­cher­stadt Ku­rier?

Ich schrei­be mo­men­tan meis­tens für das Krea­tiv­la­bor. Au­ßer­dem kann ich stolz sa­gen, dass ich die ers­te Prak­ti­kan­tin des Bü­cher­stadt Ver­eins bin und schnup­pe­re da­her in alle Be­rei­che hin­ein und ver­su­che mich ein­zu­brin­gen. Auch das Stadt­ge­spräch mit Re­por­ta­gen oder Ar­ti­kel zu Le­sun­gen ge­fal­len mir aus­ge­spro­chen gut, da man da­für un­ter Leu­te ge­hen muss und ei­ni­ge selt­sa­me Men­schen tref­fen kann.

Was ist dei­ne Mo­ti­va­ti­on, an die­sem Pro­jekt zu ar­bei­ten?

Zum ei­nen möch­te ich mich sel­ber aus­pro­bie­ren. Was kann ich, was in­ter­es­siert mich und was für Ide­en kann ich li­te­ra­risch um­set­zen. Es ist eine fan­tas­ti­sche Mög­lich­keit, sich sel­ber zu tes­ten und et­was über sei­ne Krea­ti­vi­tät zu er­fah­ren. Vor al­lem aber sei­ne Ge­dan­ken zu hin­ter­fra­gen und aufs Pa­pier zu brin­gen. Zum an­de­ren ist der Bü­cher­stadt Ku­rier eine tol­le Mög­lich­keit für alle Al­ters­grup­pen in ver­schie­de­ne Be­rei­che hin­ein­zu­schau­en und viel­leicht sel­ber die Lust oder Mo­ti­va­ti­on zu fin­den et­was zu ver­fas­sen. Das un­ter­stüt­ze ich ger­ne.

Was er­hoffst du dir da­bei?

Es gibt so un­glaub­lich viel un­ent­deck­te, span­nen­de und wert­vol­le Li­te­ra­tur, die oft über­se­hen oder gar nicht erst ent­deckt wird, da vie­le nur nach den ge­kenn­zeich­ne­ten Best­sel­lern grei­fen. Un­se­re Re­zen­sio­nen sol­len hel­fen, den Blick auch auf die Bü­cher in der zwei­ten Rei­he zu len­ken. Au­ßer­dem ist es mög­lich, dass un­se­ret­we­gen Le­ser Lust am Schrei­ben be­kom­men und ir­gend­wann sel­ber be­rühm­te Au­to­ren wer­den, die wun­der­ba­re Bü­cher auf den Markt brin­gen. Und für wun­der­ba­re Bü­cher bin ich im­mer zu ha­ben.

Und was machst du, wenn du nicht für den Bü­cher­stadt Ku­rier ar­bei­test?

Ich stu­die­re Ger­ma­nis­tik und Phi­lo­so­phie – und nein ich habe nicht vor Leh­re­rin zu wer­den. Meis­tens ver­su­che ich mei­ne Wo­che, die aus al­len Näh­ten platzt mit noch mehr Tref­fen, drin­gen­den Be­sor­gun­gen und Ar­beit zu ko­or­di­nie­ren. Ich bin Kum­mer­kas­ten und Rat­ge­be­rin für mei­ne Freun­din­nen. Ich fah­re sehr oft Zug und su­che da­bei im­mer nach neu­en Lieb­lings­lie­dern. Au­ßer­dem la­ckie­re ich lie­bend ger­ne mei­ne Nä­gel mit dem Lack „Red Night“, wäh­rend ich „Sex and the City“ gu­cke und da­bei Ka­kao mit Mar­sh­mal­lows trin­ke.

Was war als Kind dein Traum­be­ruf?

Ich woll­te tat­säch­lich ein Star wer­den. Als Sän­ge­rin die Welt er­obern. Ich hat­te so­gar ein paar Ge­sangs­stun­den, aber das war eher be­schä­mend. Jetzt sin­ge ich nur noch beim Haa­re föh­nen, weil mich da nie­mand hö­ren kann.

Was war dein ers­tes selbst­ge­kauf­tes Buch?

Ich glau­be es war „Die wil­den Hüh­ner“. Da­mals war ich ab­so­lut in Fred von den Pyg­mä­en ver­schos­sen und muss­te das Buch un­be­dingt ha­ben.

Wo liest du am liebs­ten?

Ganz un­spek­ta­ku­lär in mei­nem Bett. Mit vie­len De­cken, Kis­sen, Lich­ter­ket­ten und Duft­ker­zen. (Lug­ga von Ikea – ro­man­ti­scher Blu­men­duft)

Wel­ches Gen­re be­vor­zugst du?

Psy­cho­thril­ler und Kri­mis.

Was liebst du au­ßer­dem?

Hin und wie­der brau­che ich nach all den Psy­cho­pa­then, Dun­kel­heit und Span­nung auch mal ei­nen rich­tig schö­nen Lie­bes­ro­man zum Da­hin­schmel­zen. Bei­spiels­wei­se „Kirsch­ro­ter Som­mer“.

Was machst du in dei­ner Frei­zeit?

Das Wort „Frei­zeit“ ken­ne ich mo­men­tan lei­der nicht. Ne­ben dem Bü­cher­stadt Ku­rier und der Uni dre­he ich den Leu­ten noch Kä­se­spe­zia­li­tä­ten auf ei­nem Wo­chen­markt an und ar­bei­te in ei­ner Bi­blio­thek. In den sel­te­nen nicht zu­ge­plan­ten Mo­men­ten düse ich nach Ham­burg und um­ge­be mich mit den Men­schen, die mir gut tun.

Wel­che drei Bü­cher wür­dest du mit auf eine ein­sa­me In­sel neh­men? Und war­um die­se?

„Die Traum­deu­tung“ von Freud. Dann muss ich das end­lich mal durch­le­sen und kann es nicht ge­nervt weg­wer­fen und eine Se­rie an­ma­chen. „Meg Finn und die Lis­te der vier Wün­sche“. Ein selt­sa­mes Buch, das man im­mer wie­der le­sen kann. „Ro­bin­son Cru­soe“. Als Rat­ge­ber für Ge­stran­de­te auf ei­ner ein­sa­men In­sel.

Hast du ein Lieb­lings­wort?

„Dei­net­we­gen“ – Ich kann es nicht las­sen, mei­ne Fa­mi­lie zu ver­bes­sern, wenn sie „We­gen Dir“ sa­gen. Ty­pisch Ger­ma­nis­tik­stu­den­tin.

Wie lau­tet dein Lieb­lingzi­tat?

„Der Mann hat viel­leicht das Feu­er ent­deckt, aber die Frau hat ent­deckt, wie man da­mit spielt.“

Hast du ei­nen Lieb­lings­film?

„Ti­ta­nic“ – tau­send­mal ge­se­hen und trotz­dem je­des Mal am schluch­zen.

Wenn du ein Buch wärst, wel­ches wärst du?

„Ein Buch mit Kreuz­wort­rät­seln.“ – M
„Twi­light – weil du glit­zerst.“ – F
„Ein Ro­man­ti­sches.“ – V
„Die un­end­li­che Ge­schich­te – man will, dass es nie mit dir zu Ende geht.“ – O
„Ein Kä­se­rat­ge­ber“ – D

Wel­che Fra­ge hast du dir in ei­nem In­ter­view schon im­mer ge­wünscht und wie wür­de dei­ne Ant­wort dar­auf lau­ten?

„Bist du eher ein En­gel oder ein Teu­fel?“ – „LENA um­ge­dreht mit ein­ge­füg­tem G in der Mit­te lau­tet ANGEL. Das sagt wohl al­les.“