Die Goldenen Hunde – verraten und verkauft

by Bücherstadt Kurier

Es geht wei­ter mit den Meis­ter­die­ben! Nach­dem Bücher­bän­di­ge­rin Eli­sa­beth bereits vom ers­ten Band über­zeugt wurde, stürzt sie sich vol­ler Erwar­tun­gen in das nächste Aben­teuer – und wird nicht enttäuscht.

Die Gol­den Dogs – das erfolg­reichste Die­bes­quar­tett Lon­dons – wol­len ihren größ­ten Coup lan­den. Im ers­ten Band des Comics haben sie sich gefun­den: Orwood, das geis­tige Ober­haupt, Lario, der Kas­trat, der in jeder Ver­klei­dung authen­tisch und echt aus­sieht, Lucre­zia, die jeden Cha­rak­ter anneh­men kann, den sie zu spie­len gedenkt. Und Fanny, die Hure. Die Frau, die ihren eige­nen Wert nicht sieht, aber den Män­nern sämt­li­che Geheim­nisse ent­lo­cken kann.
Sie alle wis­sen, wie gefähr­lich sie leben, doch sie sind gut. Weil sie zusam­men­hal­ten. Doch nach dem erfolg­rei­chen Ablauf ihres Plans müs­sen sie erken­nen – sie wur­den ver­ra­ten. Und wahr­schein­lich ist der Ver­rä­ter einer von ihnen. Sie zer­streuen sich in alle Wind­rich­tun­gen, in der Hoff­nung, ent­kom­men zu kön­nen. Doch irgend­wann müs­sen sie sich wiedersehen…

Golden Dogs 2Das Aben­teuer um Orwood

Der zweite Band – der erste war Fanny gewid­met – beschäf­tigt sich mit Orwood, dem Kopf der Truppe. Aller­dings, so geheim­nis­voll wie er ist, bleibt er auch. Es wird ein klei­nes Stück sei­ner Ver­gan­gen­heit ver­ra­ten und eine mög­li­che Erklä­rung, warum er sich so inten­siv mit Fanny ein­lässt. Doch auch wenn man viel­leicht denkt, dass dies spä­ter eine Schlüs­sel­stelle wer­den könnte, wird für den Moment nichts ver­ra­ten. Erneut wird der Hand­lungs­strang aus Fan­nys Sicht erzählt, die sich nach der Flucht allein durch­schla­gen muss. Immer wie­der wird sie geplagt von Alb­träu­men ihrer Freunde, die sie mitt­ler­weile tot glaubt. Sie beher­zigt einen Rat von Orwood, doch nach­dem sie ihren per­sön­li­chen Durch­bruch schafft und glaubt, ihr Leben umge­krem­pelt zu haben, muss sie erneut flie­hen, bis sie wie­der nach Lon­don zurück findet.

Anspie­lun­gen und Spannungsaufbau

Es sind die vie­len klei­nen Anspie­lun­gen und Aus­sa­gen, wel­che die Geschichte um die vier Gol­den Dogs so inter­es­sant und span­nend machen. Die Hand­lung selbst ver­rät wenig, doch die Ver­bin­dung der mitt­ler­weile zu Freun­den zusam­men­ge­schweiß­ten Men­schen wird nur allzu klar dar­ge­legt. Genauso tun sich immer wie­der Fens­ter in deren Ver­gan­gen­hei­ten auf, kleine Ein­bli­cke, die banal wir­ken, aber mit Sicher­heit spä­ter wie­der auf­ge­nom­men werden.
Dies alles weiß man aber nicht, da die Bände auf­ein­an­der auf­bauen und sich in einem Span­nungs­bo­gen zum Höhe­punkt win­den. Vor allem, bis end­lich klar ist, wer von den vie­ren der Ver­rä­ter ist. Der, der die ande­ren ans Mes­ser gelie­fert hat. Denn einer von ihnen ist es, soviel wurde in der Story schon klar. Es ist dabei auch nicht mög­lich, Ver­mu­tun­gen anzu­stel­len, denn kaum hat sich eine Idee gefes­tigt, wird sie auf der nächs­ten Seite wie­der umge­wor­fen. Nichts ist klar, es bleibt spannend.

Anspre­chende Illustrationen

Der Comic besticht erneut durch klare und schöne Zeich­nun­gen, die vor­herr­schen­den, mat­ten Far­ben unter­stüt­zen den Hin­ter­grund und die Hand­lun­gen und glie­dern die Geschichte klar in ver­schie­dene Abschnitte, Tages­zei­ten oder Ort­schaf­ten. Immer beglei­tet wird die Hand­lung von schwar­zen Krä­hen, die sinn­bild­lich für die Gol­den Dogs ste­hen und je nach lau­fen­der Hand­lung eben­falls agie­ren. Das fried­li­che Zusam­men­sein oder das Sich-gegen­sei­tig-zer­ha­cken – die Vögel spie­geln die ver­meint­li­chen Freunde wie­der. Als klei­ner Zusatz wer­den auf den letz­ten Sei­ten des schön gear­bei­te­ten Comic-Buches (im Hard­co­ver) ein paar Por­traits und Cha­rak­ter­bil­der der Prot­ago­nis­ten gezeigt.

Eine span­nende Hand­lung und schöne, klar struk­tu­rierte Bil­der in einem gro­ßen For­mat. Da ist es wohl nicht mög­lich, in der Mitte abzu­bre­chen. Man muss wei­ter­le­sen – im drit­ten Band.

Gol­den Dogs – Orwood (Band 2). Illus­tra­tion: Griffo. Sze­na­rio: Ste­phen Desberg.
Colou­ring: Roberto Bur­g­a­z­zoli, Bau­tista. Panini. 2016.

Weiterlesen

Leave a Comment

Diese Seite verwendet Cookies. Mit der Nutzung unserer Website erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Erfahre mehr