Der Fall Fabian – Ein Meerschweinchen-Mord? (Teil II)

by Wortklauberin Erika

Des Rät­sels Lösung

Jes­sica Green war nor­ma­ler­weise ein äußerst pünkt­li­cher Mensch. Sie stand jeden Mor­gen früh auf, machte das Früh­stück zurecht, nach­dem sie ihre Toch­ter geweckt hatte, und fuhr Mar­ley zum Kin­der­gar­ten. Dort holte sie sie übli­cher­weise mit­tags wie­der ab. Jes­sica, von ihrem Mann wie ihren Freun­den ‚Jess‘ genannt, arbei­tete halb­tags in einer Kin­der­kli­nik, und freute sich an jedem Tag aufs Neue, wenn sie ihre Toch­ter wohl­be­hal­ten wie­der abho­len konnte.
An die­sem Mor­gen aller­dings war irgend­wie alles schief gelau­fen. Sie hatte ver­schla­fen, sodass Mar­ley sie hatte wecken müs­sen, und somit war auch das Früh­stück aus­ge­fal­len. Es war ein Wun­der gewe­sen, dass Jess nicht am Früh­stücks­tisch noch­mals ein­ge­schla­fen war. Gera­de­wegs mit dem Kopf in die Müsli-Schüs­sel oder die Kaffe-Tasse? Es mochte viel­leicht als exzel­lente Anti-Aging-Maske ange­prie­sen wer­den, doch war es defi­ni­tiv nicht ihre Auf­fas­sung eines ‚guten Morgens‘.
Jess lächelte in sich hin­ein und parkte ihr Auto vor dem Kin­der­gar­ten, stieg aus und stieg die kleine Stei­gung zur bunt behäng­ten Glas­tür hinunter.
Kaum hatte sie die Tür geöff­net, bim­melte ein Glo­cken­spiel über ihrem Kopf, und der Lärm spie­len­der Kin­der drang durch den Tür­bo­gen hin­durch. Jess bewegte sich zur Gar­de­robe im Klein­for­mat, an der das Bild einer grau geti­ger­ten Katze ange­bracht war. Mar­ley hatte eigent­lich eher ein Herz für Hunde, doch diese Pla­kette an ihren bes­ten Freund Finn abge­tre­ten. Jess atmete einen Moment durch, wäh­rend sie auf ein Zei­chen war­tete, dass ihre Ankunft bemerkt wor­den war, und die Kin­der­gar­ten-Tante ihren Kopf aus dem Tür­bo­gen steckte.

Es dau­erte etwas, doch Tante Monica – ihre andere Kol­le­gin, die neu war und deren Name sie dau­ernd ver­gaß, schien mit den Kin­dern etwas zu spie­len – tauchte doch auf. „Hallo Miss Green!“, sie lächelte breit, etwas ver­zagt, „Mar­ley ist in einer Minute da.“
Sie drehte sich um, rief nach Jes­sica Greens Toch­ter, die gleich her­an­kam. Mar­ley lächelte strah­lend, kaum erblickte sie ihre Mut­ter, und Jess dankte allen ihr bekann­ten Mäch­ten für die­sen Son­nen­schein von Toch­ter. „Und, Mar­ley?“, sie umarmte sie zur Begrü­ßung, „Was habt ihr heute gemacht?“ „Wir hat­ten einen Mord­fall!“, erzählte Mar­ley auf­ge­regt und Jess konnte nicht umhin, Tante Monica einen Blick mit hoch­ge­zo­ge­ner Augen­braue zuzu­wer­fen. „Ach so?“, fragte sie halb an ihre Toch­ter, halb an die Betreue­rin gewandt.
„Unser Meer­schwein­chen Fabian ist über das Wochen­ende ein­ge­gan­gen, und ich war heute früh etwas spät dran“, Monica lächelte ver­le­gen, „Also konnte ich ihn nicht mehr recht­zei­tig aus dem Weg räu­men. Aber Mar­ley hier hat den ‚Mord­fall‘ gut gemeistert!“

Wort­klau­be­rin Erika
Illus­tra­tion: Buch­stap­le­rin Maike

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